Großalarm in Hamburg nach Explosion an S-Bahnhof

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Die Anlieger der Heiliggeistgasse haben den Kanal voll: Schon wieder wurden sie Opfer eines Starkregens.

Überschwemmungsgefahr 

Hochwasser in der Heiliggeistgasse: Stadt geht Problem auf den Grund

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Je mehr Niederschlagswasser vom Himmel kommt, umso mehr steigt der Adrenalinpegel bei den Anwohnern der Heiliggeistgasse. Denn die Straße ist anfällig für Überschwemmungen. Jetzt sucht die Stadt nach neuen Lösungen – kurz nach der Sanierung.

Freising – Seine Befürchtungen haben sich am 18. August dieses Jahres bestätigt. Immer wieder hatte Michael Pohla gemeinsam mit weiteren Anliegern der Heiliggeistgasse im Freisinger Rathaus Alarm geschlagen, dass die Straße als tiefster Punkt der gesamten Innenstadt bei Starkregenereignissen besonders gefährdet ist. Dass sich der Mai 2014 wiederholen könnte, als das Wasser 1,60 Meter hoch im Keller stand. Umso mehr hatte Pohla ein schlechtes Gefühl, als im Rahmen des niveaugleichen Ausbaus auch der Gehweg entfernt wurde. „Der hat zumindest noch einen gewissen Schutz geboten.“

Am 18. August also zog eine Gewitterwalze über Freising – und der Kanalschacht vor Pohlas Haus lief über. Die Wassermassen bewegten sich Richtung Gebäude. Pohla selbst blieb zwar verschont – „weil es rechtzeitig aufgehört hat zu regnen“, wie er berichtet. In zwei Häusern aber sickerte das Wasser in die Geschäfte. Auf FT-Nachfrage erklärte Stadtsprecherin Christl Steinhart: „Die Stadt untersucht derzeit mit Hochdruck die Ursachen.“

Der Koordinator für den Umbau, Michael Schulze, ist ab sofort Ansprechpartner für die Anwohner der Heiliggeistgasse.

Nun, rund acht Wochen später, traf sich erstmals ein Vertreter der Stadt mit Pohla: Michael Schulze vom Amt für Stadtplanung und Umwelt, zuständig für die Koordination des Innenstadtumbaus, ist künftig zentraler Ansprechpartner für alle Betroffenen in der Heiliggeistgasse. Er sah sich nicht nur alles genau an, sondern stellte bei dem Termin auch jede Menge Fragen: Ab welchem Zeitpunkt lief das Wasser nicht mehr durch den Kanal ab? Kam neben dem Niederschlagswasser auch Abwasser an die Oberfläche? Strömten vom benachbarten Christopher-Paudiß-Platz ebenfalls Regenmassen auf die Heiliggeistgasse? Wie hoch stand das Wasser auf der Straße? „Nur so finden wir heraus, wo wir angreifen müssen“, betonte Schulze. „An der Oberfläche oder im Untergrund.“

Laut Schulze wurde inzwischen ein Planungsbüro beauftragt, Verbesserungslösungen zu finden. Dazu gebe es mehrere Ansatzpunkte – von der Installation einer zusätzlichen Pumpe bis zur Abkapselung der Gasse von der Entwässerung der benachbarten Straßen. Untersucht werden soll auch ein Vorschlag, den Pohla selbst gemacht hat: das Niederschlagswasser bei Starkregen in die Moosach abzuführen – mit Hilfe eines Überlaufs, der vom Kanal zum Fluss reicht.

Dass es acht Wochen gedauert hat, bis sich ein Stadtvertreter gemeldet hat, erklärte Schulze mit dem komplexen Freisinger Entwässerungssystem. Man müsse das Ganze im Blick behalten, dass man nicht an einem Ort eine Entlastung schaffe und damit woanders Schaden anrichte. Schulzes Versprechen: Im Laufe des Novembers gibt es Ergebnisse – sprich: eine Lösung.

Bis dahin sollen auch abschließende Erkenntnisse vorliegen, wie stark das Regenereignis vom 18. August überhaupt war. Das Problem laut des Stadtvertreters: Die Resultate, die die Stadt von den Messstationen erhalten hat, gehen weit auseinander. Offenbar variiert die Niederschlagsstärke auch innerhalb der Stadt deutlich. Die Analyse soll Rückschlüsse auf die im Voraus getätigten Berechnungen für den Hochwasserschutz zulassen, erklärte Schulze. Das sei wichtig, weil die Erfahrungen aus der Heiliggeistgasse, der ersten Straße, die im Zuge der Innenstadt-Neugestaltung saniert wurde, Erkenntnisse für die weiteren Arbeiten in der Hauptstraße geben könnten. Schulze räumte dabei auch ein, dass das Berechnungsmodell möglicherweise nachjustiert werden müsse. Da legte Pohla den Finger in die Wunde: „In der Unteren Hauptstraße sind ja schon weitere vollendete Tatsachen geschaffen worden.“

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