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Hohe Corona-Zahlen und vermehrt schwere Erkältungen: In Freising kommt der Infektions-Doppel-Wumms

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Von: Helmut Hobmaier

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FFP2-Schutzmaske in der Hand
Die Welle rollt: Mediziner wie Georg Miedl raten daher zum Tragen von Masken. © Michael Gstettenbauer via IMAGO

Auf Freising rollt ein infektiöser „Doppel-Wumms“ zu: Zur hohen Corona-Infektionslast kommen vermehrt schwere Erkältungen.

Landkreis – Der angepasste Impfstoff ist im Landkreis zwar kein Ladenhüter, die Nachfrage danach aber eher mäßig, wie Ärztesprecher Georg Miedl berichtet. Dabei nimmt das Infektionsgeschehen im Landkreis immer mehr Fahrt auf. Wegen der derzeit enormen Infektionslast bleiben trotz der harmloseren Omikron-Variante auch schwere Erkrankungen nicht aus. Dazu kommt eine zweite Welle – die der „normalen“ Erkältungen.

Die Infektionslast ist gerade sehr hoch

Seit zwei Wochen wird der an die Omikron-Subtypen angepasste Impfstoff gespritzt. „Einen Run gibt es nicht gerade, aber es wird immerhin geimpft“, berichtet Miedl aus seiner Hausarztpraxis. Mit dem Booster-Boom vor einem Jahr sei das aber keineswegs vergleichbar. Tatsächlich meldeten sich vor allem die Gruppen, für die die neuerliche Impfung auch gedacht ist: Senioren über 60, Menschen mit geschwächtem Immunsystem – und angesichts der anrollenden Herbstwelle eigentlich alle, bei denen Infektion oder letzte Impfung länger als sechs Monate zurückliegt. Momentan gebe es gerade sehr viele Infektionen im Landkreis, meldet Miedl. Die wahre Inzidenz dürfte etwa beim doppelten Wert liegen als dem vom Robert-Koch-Institut gemeldeten.

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Viele Infizierte machen keinen PCR-Test mehr

Grund: Viele Infizierte machen keinen PCR-Test mehr. In der Praxis von Georg Miedl schlägt sich das in einer hohen Zahl covid-infizierter Patienten nieder. Obwohl die Krankheit bei Omikron weiterhin meist einen leichten Verlauf nimmt, führe die „schiere Zahl an Infektionen“, wie Miedl sagt, auch vermehrt zu schweren Krankheitsbildern. „Selbst am Telefon merkt man deutlich, dass nicht wenige schwer krank sind, wenn auch noch nicht krankenhauspflichtig.“ Corona kommt also mit Macht zurück, was sich in Miedls Praxisalltag so auswirkt, dass der Arzt wieder tägliche Infektionssprechstunden abhalten muss. Was die Lage derzeit nicht einfacher macht: Auch die normalen Erkältungskrankheiten nehmen zu – und auch hier seien viele heftig erkrankt, berichtet Miedl. „So krank, dass sie nicht arbeiten können.“ Covid und Erkältungen „halten sich derzeit in etwa die Waage“.

Miedl: Die Maske ist höchst effektiv

In der Debatte um die Wiedereinführung der Maskenpflicht in geschlossenen Räumen bezieht der Arzt unaufgeregt, aber deutlich Stellung: „Die Maske war, ist und bleibt das schnellste, einfachste und wirksamste Mittel, um sich und andere vor Infektionen zu schützen.“ Die Maske sei ja „kein Stofffetzen, den man sich vors Gesicht hängt“, sondern ein hocheffektives Flies, das vom Aufbau her perfekt dafür geeignet sei, um Viren abzufangen. „Die Maske ist hocheffektiv, vor allem, wenn sie alle tragen.“ Miedl sieht, gerade in der jetzigen Phase, keinen Grund, den Schutz nicht auch wieder verbindlich vorzuschreiben. „Wenn alle Maske tragen, ist es auch für alle leichter.“

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