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Ein Holländischer Schäferhund wie der auf unserem Symbol-Bild soll ein siebenjähriges Mädchen an der Stoibermühle gebissen haben.

Gerichtsprozess

Hund beißt Mädchen am Freisinger Badesee (7): Herrchen haftet

Freising - An der Stoibermühle soll ein herumtollender Hund im vergangenen Herbst ein kleines Mädchen (7) gebissen haben. Dem Halter des Holländischen Schäferhundes, einem 58-jährigen Ingenieur, wurde im Amtsgericht Freising der Prozess wegen fahrlässiger Körperverletzung gemacht.

Regelmäßig entspannen der Angeklagte und seine Lebensgefährtin in dem Biergarten an der Stoibermühle bei Freising, gern mit befreundeten Hundehaltern. Am Nachmittag des 15. Oktober 2016 sollen sich fünf, sechs Hunde im Bereich des Biergartens aufgehalten haben. Wenigstens drei liefen auf einer Wiese frei herum. Darunter Ignaz, der sieben Monate alte Holländische Schäferhund. Der Angeklagte und seine Lebensgefährtin bewohnen ein Anwesen im Landkreis Erding. Das Paar besitzt mehrere Hunde.

Der Ingenieur erinnerte sich, das Mädchen gesehen zu haben, wie es jauchzend auf die herumtollenden Hunde zulief. Dann ein Schrei. Die Kleine war gebissen worden. Das Mädchen kam in die Notaufnahme, wo die Eltern von der Ärztin erfuhren, welch großes Glück ihre Tochter gehabt habe. Ohne die stabile Jeans wäre die Wunde deutlich schlimmer ausgefallen. Die Ärztin behandelte Abschürfungen am Bein des Mädchen, impfte die Kleine gegen Tetanus.

Für den 58-Jährigen ist nicht hinlänglich erwiesen, dass Ignaz die Siebenjährige attackiert hat. Die Verletzung relativierte er: „Die Wunde war maximal groß wie ein fünf Cent Stück.“ Den Eltern warf er vor, auf Schmerzensgeld aus gewesen zu sein.

„Das Mädchen hat geweint“, berichtete der Ingenieur. Die Eltern aber hätten sich sofort an ihn gewandt. „Das wird teuer“, habe der Vater ihn angeblafft. „Das war eine komische Situation“, erinnerte der Angeklagte. Die Eltern hätten dem weinenden Kind die Hosen runtergezogen, hätten ihm das Hinterteil der Kleinen präsentiert. Wenig später habe die Mutter ihnen dann noch die zerbissene Hose vorgehalten. „Dieses schäbige Ding“, meinte der Angeklagte. 30 Euro habe er der Frau in die Hand gedrückt.

Abgeschlossen sei das Thema für sie damit aber noch nicht gewesen. Ein paar Tage später habe der Vater angerufen. Seine Tochter sei hochgradig traumatisiert. Sie hätten sich einen Hund zulegen wollen. Das sei nun nicht mehr möglich. „Ich soll mir was überlegen.“

Offensichtlich mag die Kleine Papageien. Dem Gericht teilte der 58-Jährige daher mit, dass er dem Mädchen Pfirsichköpfchen besorgen wollte: „Mit Voliere 700 bis 900 Euro.“ Dann wieder ein Anruf des Vaters, der nun Geld verlangt habe. Von 1500 Euro sei die Rede gewesen. Bei der Gelegenheit soll der Vater Schmerzensgelder nach US-Recht ins Spiel gebracht haben. „Bis zu 20 000 Euro wären drin.“ Die Eltern des Mädchens waren zu dem Prozess nicht geladen, konnten sich nicht äußern. Wegen seiner Hunde ist der Angeklagte nicht zum ersten Mal in Konflikt mit dem Gesetz geraten. Im Oktober 2013 schnappte eines seiner Tiere vor einem Supermarkt nach dem Bein eines Mannes. Angeblich soll dieser den Hund zuvor gereizt haben. Zwei Jahre darauf verletzte ein Rottweiler einen Badenden an einem Weiher. Die Wunde entzündete sich. Der Mann wurde operiert, Haut musste verpflanzt werden. Der Angeklagte hatte somit keinen Grund, sich zu beklagen, als das Gericht das Verfahren gegen ein Geldauflage über 600 Euro einstellte. Das Geld geht an das Mädchen. Die tatsächliche Höhe des Schmerzensgeldes ist Angelegenheit eines Zivilgerichts.

Lesen Sie hier den Gastbeitrag „An alle ignoranten Hundebesitzer, die ihre Hunde frei laufen lassen“

Andreas Sachse

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