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Wegen eines ellenlangen Sündenregisters muss sich ein Eritreer (23) vor dem Landgericht Landshut verantworten.

Ellenlanges Sündenregister

“I kill you“: Gewalttätiger Eritreer aus Freising vor Gericht

Ausraster, Gewaltexzessen und Randale: Über Monate hinweg hat ein eritreischer Asylbewerber (23) die Polizei auf Trab gehalten. Jetzt steht er vor Gericht.

Freising/Landshut – Es war ellenlang, das Sündenregister des Angeklagten, das die Staatsanwaltschaft vor dem Landgericht Landshut vortruag. So war der 23-Jährige im Juni 2017 kurz vor Mitternacht in der Asylbewerberunterkunft in Marzling aufgetaucht, obwohl er dort seit einigen Monaten Hausverbot hatte. Der Eritreer fiel über einen im Bett liegenden pakistanischen Mitbewohner (34) her und schlug mit einer Metallstange auf dessen Kopf ein. Das Opfer erlitt eine Platzwunde und ein Schädelhirntrauma.

Bei der Festnahme wollte er sich anzünden

Damit nicht genug: Am 19. September entwendete er dem Pakistani ein Smartphone. Als der 34-Jährige den Diebstahl bemerkte, kam es zu einem Gerangel, bei dem der 23-Jährige dem Bestohlenen Kratzwunden zufügte. Am 5. Oktober wurde der Angeklagte in einem Freisinger Supermarkt von einem Ladendetektiv beim Diebstahl ertappt. Wieder kam es zu einem Gerangel. Am Ende blutete der Detektiv aus der Oberlippe. Bei der Festnahme setzte sich der Angeklagte heftig zur Wehr, wollte sich gar selbst anzünden.

Plötzlich sprang der Eritreer in ein fremdes Auto

Wieder auf freiem Fuß, war er im Oktober in Moosburg unterwegs, riss dort die Tür eines an einer roten Ampel stehenden Pkw auf, setzte sich auf die Rücksitzbank und schlug mit einem Einkaufskorb herum. Schließlich gelang es dem Fahrer, ihn mithilfe eines Passanten aus dem Fahrzeug zu zerren und am Boden zu fixieren. Als die Polizei eintraf, versetzte er dem Passanten noch einen Faustschlag ins Gesicht. Wenige Tage später dann Randale in einer Freisinger Unterkunft. Die anrückenden Polizisten bespuckte der 23-Jährige und drohte: „I kill you.“

Angeklagter wurde offenbar gefoltert

Laut Antragsschrift der Staatsanwaltschaft hat der Eritreer die Taten aufgrund einer Borderline-Persönlichkeitsstörung im Zustand der Schuldunfähigkeit begangen. Zum Prozessauftakt berichtete der Angeklagte, dass er seine Heimat im Alter von 13 Jahren aus Angst verlassen habe. Auf der Flucht sei er aber zunächst von eritreischen Soldaten gestoppt worden. Ein Jahr lang sei er im Gefängnis gesessen und gefoltert worden. Nach seiner Entlassung sei ihm 2014 die Flucht über das Mittelmeer geglückt. Zunächst in Marzling und später in Freising untergebracht, habe er ab 2017 Stimmen im Kopf gehört. Manchmal habe er auch das Gefühl gehabt, wieder in einem Gefängnis zu sein.

Die Vorwürfe räumte er teilweise ein, allerdings habe der Ausraster gegenüber dem Pakistani ein Vorspiel gehabt: „Der hat mich am Morgen mit einer Pfanne geschlagen.“ Der Rivale bestritt das: „Jeder wusste, dass er verrückt ist und immer Streit gesucht hat.“ Der Prozess geht am 28. Februar weiter.

Walter Schöttl

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