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Schauspieler Alexander Nadler aus Freising
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Der Freisinger brennt für seine Berufung: Schauspieler Alexander Nadler.

Alle Projekte weggebrochen

„Ich brauch’ was zu tun“: Der Freisinger Schauspieler Alexander Nadler und die Corona-Zeit

Eigentlich hätte Alexander Nadler heuer einiges geplant gehabt. Doch alle Projekte des Schauspielers fielen Corona zum Opfer. Der 50-Jährige beißt die Zähne zusammen.

Freising – Immer wieder taucht auf den Fernsehbild-Schirmen mit Alexander Nadler ein markantes Gesicht auf – einigen ist er sicherlich unvergessen als Gemeinderat beim „Kaiser von Schexing“ oder als Rotkreuz-Rudi bei „München 7“. Der Freisinger brennt für seine Berufung und spannt den Bogen weit für seine Charakter-Studien. Eigentlich hätte der 50-Jährige dieses Jahr einige gute Rollen übernehmen können – Corona machte ihm allerdings einen saftigen Strich durch die Rechnung.

Vom Schultheater zur Laienbühne Freising

Nadlers Leben würde sich vermutlich hervorragend für ein sogenanntes Biopic eignen: die Suche nach der Rolle des Lebens mit einigen Abzweigungen, jedoch immer gleichzeitig studierend die Menschen an sich. Keine Frage: Nadler ist ein Menschenkenner par excellence mit philosophischen Grundzügen. Sein Weg ist im Grunde keine klassische Herangehensweise an die Schauspielerei – ein Späteinsteiger mit Erfahrungen in verschiedenen Berufssparten. Angefangen hat es bei Nadler allerdings wie bei vielen Schauspielern: beim Theater auf einer Schulbühne. An das Gefühl der ersten Bühnenbretter-Magie kann sich der Freisinger noch sehr gut erinnern: „Das ist etwas, was ich kann!“ Die örtliche Laienbühne war dann nach der Schule die konsequente Fortführung seiner Begeisterung für die darstellenden Künste – sowie die Verbindung zu seinem zweiten Talent, dem Handwerk. „Das Handwerkliche war mir immer gegeben“, sagt Nadler in der Rückschau – bei der Laienbühne Freising engagierte er sich deshalb dann neben der Darstellung auch für die Bühnenbauten. Und spätestens hier war endgültig klar: „Ich will auf die Bühne!“ Ernüchternd waren hingegen Nadlers erste Erfahrungen mit den Schauspielschulen als 28-Jähriger: „Da hab ich ganz g‘scherte Absagen bekommen.“

1998 fing Nadler an, als Komparse bei Fernsehproduktionen die ersten Bildschirm-Erfahrungen zu sammeln. Da wurden dann schon mal aus einem geplanten Drehtag elf Folgetermine, erinnert sich Nadler: „Die Leute haben gemerkt: Der kann was!“ Durch eine Theaterproduktion ergab sich ein Glücksfall: Nadler lernte den Schauspiellehrer Herbert Fischer kennen, der ihm schließlich das „Method Acting“ näher brachte.

Kult-Regisseur Franz Xaver Bogner besetzte ihn für „München 7“

Erneute Theaterrollen folgten, aber auch immer wieder Arbeiten für die Filmhochschule München: „Ich mache das gern für die jungen Leute.“ 2003 wurde Nadler sogar vom Kult-Regisseur Franz Xaver Bogner für „München 7“ besetzt, später dann beim „Kaiser von Schexing“. Nadler sagt: „Ich habe viele Leute um mich herum, die, wenn nötig, schon sagen: Dreh’ nicht durch!“ Das reifere Alter sei seiner Meinung nach sehr vorteilhaft, nicht so leicht „abzuheben“, wenn die Rollen größer werden. Dennoch: Nadler möchte nicht alles machen, auch weil Schauspieler sonst einfach „verbrennen“ würden.

Dieses Jahr hätte Nadler eigentlich einiges vorgehabt – beispielsweise in der Knecht-Rolle des berühmten Stücks „Der Watzmann ruft“ in Landshut oder in einem für 2021 geplanten Märchen, das wohl nun auch ins Wasser fallen wird. Durch die Corona-Pandemie sei ihm „alles weggebrochen“, selbst Moderationen wie beispielsweise die der Hopfenköniginnen-Wahl in Wolnzach.

Corona zeigte Nadler, wie wichtig Familie und Freunde sind

Mit dem Vorgehen der Regierung in der Krise zeigt sich Nadler nicht ganz einverstanden: „Vieles war da unüberlegt – beispielsweise, dass dann doch in einem ICE 300 Leute über sieben Stunden zusammenhocken.“ Seiner Meinung nach müsse „mehr abgewogen werden“. Dennoch habe ihm Corona einige neue Erkenntnisse gebracht – beispielsweise wie enorm wichtig Familie und Freunde seien. „Da hab’ ich mir kurz schon eine kleine Depression zugelegt“, sagt Nadler in der Rückschau.

Aktuell möchte der Schauspieler allerdings nur nach vorne schauen und nach Möglichkeiten Ausschau halten. Denn eines weiß er ganz genau: „Ich brauch’ was zu tun!“

Richard Lorenz

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