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Die Tüftler: (v. l.) Gregor Waldvogel (25), Felix Born (28), Stefan Blattmann (28) und Julian Mrohs (23).

Tüftler im FabLab Freising

Idee bei Freisinger Hackathon: Smarte Mülltonnen, die nie überquellen

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Am Wochenende konnten Nachwuchsforscher von Freitag- bis Samstagnachmittag die ganze Nacht durchtüfteln. Das Ziel: die Forscher sollten Lösungen finden, um Freisings Zukunft „als lebenswerte und smarte Stadt zu gestalten.“

Freising – Colaflaschen standen neben Laptops, zwischen Elektroplättchen lagen Waffelschalen mit Gummibärchen herum und Drohnen standen auf dem Arbeitstisch. So sah es beim „SmartCity Hackathon“ im FabLab Freising aus – einer offenen High-Tech Werkstatt im Gewerbegebiet Clemensänger.

Mülltonnen mit Sensor - OB Eschenbacher: „Sowas könnte ich mir schon vorstellen“

Sie strotzen nur so vor Ideen: Die siegreichen Teilnehmer des „Smart-City Hackathons“ wollen den Alltag ein bisschen bequemer und umweltbewusster machen.

54 Teilnehmer in 16 Teams versuchten dort Freisings (Alltags-)Probleme zu lösen. In den Teams saßen zum Teil Ingenieure des Chipherstellers Texas Instruments (TI) , aber auch Studenten, vor allem aus dem Technikbereich. Mit ihren Verbesserungsideen für Freising bewarben sich die Forscher bereits im Vorfeld. TI-Pressesprecherin Andrea Hauptfleisch erklärt: „Darunter waren zum Beispiel Projekte wie die smarte Mülltonne.“ Die Idee dahinter: Eine Mülltonne soll mit einem Sensor ausgestattet werden, der erkennt, wenn die Tonne voll ist – damit sie nicht, wie an vielen Orten in Freising, überquillt. 

„So etwas könnte ich mir in Freising schon gut vorstellen“, sagte Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher bei der Eröffnung des Tüftlerwochenendes, denn die Stadt war Mitorganisator des Hackathons: „Ich lasse mich von den innovativen Ideen überraschen“. Als drängendste Probleme der Stadt sieht Eschenbacher die Wohnungsnot und den Verkehr.

Tüftler wollen Freisings Feinstaub-Brennpunkte ausfindig machen

Der war auch Thema bei den Forschern. Sie tüftelten daran die Verkehrsflüsse und die Luftqualität in Freising zu verbessern, wie das Team „city_matters“, um die Elektrotechniker Julian Mrohs (23), Stefan Blattmann (28) sowie die Informatiker Gregor Waldvogel (25) und Felix Born (28). Sie haben sich über ihre Arbeit bei einem Messgerätehersteller kennengelernt und sind aus Freiburg angereist. 

Im Freisinger Forschungslabor wollten sie Verkehrsbrennpunkte in der Domstadt ausfindig machen, denn: „Viele Leute wissen gar nicht, wie gesundheitsgefährdend Feinstaub ist“, sagt Blattmann.

„Jeder soll sehen, wie sieht es in meiner Straße mit dem Feinstaub aus?“ 

Deshalb wollen sie mobile Feinstaubgeräte an Busse klemmen: „Dadurch könnte der Feinstaub immer dann gemessen werden, wenn der Bus anhält“, sagt Mrohs. Über Funk schickt das Messgerät die Daten an ein Computernetzwerk. Das Ziel der jungen Tüftler ist Transparenz: „Jeder soll sehen, wie sieht es in meiner Straße in Freising mit dem Feinstaub aus?“ 

Außerdem könnte die Stadt aus den Messungen schließen, wo Umleitungen auf andere Straßen sinnvoll wären. Ein weiteres Team versuchte Feinstaubsensoren auf Drohnen zu befestigen – quasi Feinstaubmessung aus der Luft.

Bewertet wurden die Projekte übrigens von einer Jury, der Rainer Röse und Tobias Leisgang von Texas Instruments, Stadtrat Franz Bernack, Peter Schönweitz vom Freisinger IT-Service Provider petaFuel sowie Gründer-Beraterin Christine Purnell angehörten.

Die Ideen: Saubere Luft, mehr Parkplätze und beim Duschen Wasser sparen

Die Preisträger im Überblick: Den ersten Preis gewann das Team city_matters. Die Mitglieder wollen die Luftqualität in Freising mit einem Produktprototyp zur Feinstaubmessung in Echtzeit messen. Die Idee wurde mit einem Wertgutschein über 3000 Euro von Mouser Electronics ausgezeichnet. Das Team Arbeo wurde als 2. Sieger mit einem Wertgutschein über 2000 Euro von Mouser belohnt. Das Team will private Parkplätze, die zu bestimmten Uhrzeiten ungenutzt sind, für parkplatzsuchende Autofahrer zugänglich. 

Das Team Duschfreund möchte mit einem kostengünstigen Gerät das Duschen optimieren und Wasser sparen helfen. Sie erhielten einen 1000 Euro-Gutschein von Mouser Electronics. 

Das Verkehrsaufkommen in Freising will das Team Advanced Urban Analytics mit Sensoren messen und damit besser steuern. Belohnt wurden sie mit einer Beratungsleistung in Höhe von 1000 Euro durch die Stadt Freising. Weitere visionäre Themen waren Energieoptimierung in öffentlichen Einrichtungen oder ein intelligentes Schloss, das verbunden mit einer App besser vor Fahrraddiebstahl schützen soll. Auch diese Teams werden im Nachgang von Texas Instruments, der Stadt Freising und petaFuel beraten

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