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Beherrscht die Kunst des Puppenspiels: Johanna Weinberger, hier mit Fans bei „Humpidi und die Schnecke“.

Im Amtsgerichtsgarten Freising

Kultur im Amtsgerichtsgarten: Das war geboten

Kultur im Amtsgerichtsgarten: Beim dritten Projekttag des Verein „Kultur-gut“ durften am Samstag sogar Gedichte „gepflückt“ werden. Aber nicht nur das: „Slam“-Poeten lieferten sich ein Wortgefecht und bei einem literarischen Ausflug nach Nordengland konnte man träumen.

Freising – Der historische Gerichtsgarten neben dem früheren Freisinger Amtsgericht zeigte sich am Samstag von seiner besten Seite, nämlich von seiner „Schatten-Seite“. Kein Witz: Dank dem ausladenden Blätterdach, das die Jahrhunderte alten Bäume schützend über die Besucher breiteten, waren die hochsommerlichen Temperaturen erträglich und man konnte sich mit Genuss den schönen kulturellen Darbietungen widmen. Dazwischen gab es melodische Töne vom deutsch-türkischen Chor „Gülnihal“, der Singer-Songwriterin Lisa Fitzek und den Frei-Sängern, sowie der Band „Beleza“.

Da waren zum einen die beiden Slam-Poeten Philipp Potthast und Yannik Sellmann: freimütig verrieten die beiden viel über die Tücken des Erwachsenenwerdens. Wie man ein „Ich mag Dich“ beim „Date“ mit der Angebeteten herausbringt – das war atemberaubend. Vor allem die Geschwindigkeit, mit der die Worte, die wie willkürlich aneinander gereimt wirkten, daherkamen.

Spielerische Sprachfreude weckte Johanna Weinberger, die – allen neuen Medien zum Trotz – die alte Kunst des Puppenspiels wieder aufleben ließ. Gisela Landesberger nahm die Gäste mit auf eine Reise in ein kleines Dorf in Nordengland. Sie rezitierte aus der Novelle „Ein Monat auf dem Land“ des englischen Schriftstellers J. L. Carr. Auf Klappstühlen, den Parkbänken und auf gepolsterten Bierträgern hatten es sich die Zuhörer bequem gemacht und ließen die Protagonisten der Sommergeschichte vor dem inneren Auge lebendig werden. Zwischendurch dufte man sich Gedichte „pflücken“, die mit Schnüren an den Baumstämmen befestigt waren.

Klingende Lieder in türkischer Sprache gab es vom deutsch-türkischen Chor Gülnihal. Welch große Rolle Gedichte in ihrer Kindheit gespielt hätten, verriet zweite Bürgermeisterin Eva Bönig in ihrem Grußwort.: Sie habe sich die Zeilen immer besonders gut merken können und oft vor Publikum vortragen müssen. Ein rundum gelungener Tag, der mit jazzigen Klängen endete: Julia Schröter und Uli Wunner von der Formation „Beleza“ spielten die Zuhörer hinaus aus dem Amtsgerichtsgarten.

Maria Martin

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