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„Wir mögen’s heiß“: Obwohl sie mit schwerem Gerät hantieren müssen, lässt Antonio Pinto (25) und Alex Auerbach (27, v. l.) die derzeitige Hitzewelle kalt: „Wir arbeiten bei diesen Temperaturen lieber als bei Regen oder Kälte“, sagen die beiden strammen Mannsbilder. Die beiden sind derzeit damit beschäftigt, „Am Schwimmbad“ in Lerchenfeld Stromkabel für das neue Freizeitbad unter die Erde zu bringen. Und weil sie dabei ganz schön ins Schwitzen geraten, wird viel getrunken: „Wir kommen auf bis zu fünf Liter Wasser am Tag“, verrieten sie gestern unserer Fotografin.

Im Hitzekessel Freising brodelt es

(Fast) alle ächzen unter der Bruthitze

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Freising ächzt unter der Hitze. Im Klinikum reißt seit Anfang der Woche die Versorgung von Kreislaufpatienten nicht ab. Im Baumarkt gibt’s einen Run auf Klimageräte – und die Stadtverwaltung schwitzt im Innenstadt-Hitzekessel.

Freising – Rund geht’s derzeit in der Notaufnahme und beim Rettungsdienst des BRK Freising, wie Pressesprecher Christoph Wenzel und der Leiter des BRK-Rettungsdienstes, Hubert Böck berichten: „Seit Anfang der Woche werden täglich rund ein dutzend Betroffene mit Kreislaufproblemen behandelt“, weiß Wenzel von Dr. Axel Lindhorst, der derzeit die Notaufnahme leitet: „Vor allem ältere Leute sind betroffen.“ Um dem vorzubeugen, rät Lindhorst, helfe vor allem, viel zu trinken – drei bis vier Liter täglich. Dabei dürfe es neben Wasser auch mal eine Schorle sein. Ein besonderer Tipp: Warmer Tee belastet den Körper weniger als eisgekühlte Getränke.

Zu einer Hitzeschlacht wurde der Sparkassenlauf am Mittwochabend in der Savoyer Au. Der Schweiß lief in Strömen – da nahm man jedes Getränkeangebot wahr (S. 11).

Ansonsten geht es nicht nur in der Notaufnahme heiß her, denn in den Büros und Patientenzimmern gibt es am Klinikum keine Klimatisierung: „Bei uns sind nur die sechs OP-Säle und funktionsdiagnostischen Bereiche wie etwa das Röntgen durchklimatisiert“, berichtet Christoph Wenzel. Während in den Büros verstärkt Ventilatoren zum Einsatz kommen, sei das Pflegepersonal auf den Stationen angewiesen, die Patienten während der heißen Tage verstärkt mit Flüssigem zu versorgen.

Ganz schön ins Schwitzen kommt auch Gabriele Schmidt aus der Filialleitung des Hagebaumarkts in Freising-Lerchenfeld. Denn sie muss derzeit ständig für Nachschub an mobilen Klimageräten sorgen: „Die Nachfrage reißt nicht ab.“ Während sich also die Freisinger mit Kältetechnik versorgen, gibt’s in den Hallen des Baumarkts selbst keine Klimaanlage: „Wir lüften zwar morgens kräftig durch, aber bis zum Mittag heizt sich das Gebäude wieder auf.“ Deswegen wurden die Beschäftigten des Markts, die auch mal Schweres bewegen müssen, zu umsichtigem Arbeiten angehalten. Zudem gebe es regelmäßig und ausreichend kostenlose Getränke.

Auf Anschlag steht die Betriebstemperatur in den Amtsstuben der Stadtverwaltung Freising – außer im OB-Zimmer: „Da gibt es eine Klimaanlage“, verrät OB-Chefsekretärin Monika Nanko: „Aber die Kollegen, vor allem wenn ihr Büro im Dachgeschoß liegt, haben ganz schön zu kämpfen.“

Und wer da glaube, die dicken Mauern der meist historischen Gebäude, in denen die Ämter untergebracht sind, würden ein Aufheizen der Büros mildern, irrt: „Wir sitzen hier in der Innenstadt in einem Hitzekessel“, sagt Nanko. Drum gelte vor Dienstbeginn die Regel: „Durchlüften, Fenster zu, Vorhänge zu, Ventilator an und viel trinken.“ Ob sich der eine oder andere mittels kaltem Fußbad zusätzliche Abkühlung „unter dem Schreibtisch“ verschaffe, sei nicht bekannt, scherzt sie.

„Noch ist es erträglich“, berichtet Oberstudiendirektorin Christine Obermaier den Temperaturstatus an der Karl-Meichelbeck-Realschule in Freising. Dort lernen und schwitzen rund 1000 Schüler. Und weil die Schule keine Klimaanlage hat, helfe nur eins, erläutert die Chefin: „Wir lüften in der Früh ordentlich, dann ist es bis Schulschluss um 13 Uhr auszuhalten. „Deshalb ist hitzefrei bei uns auch kein Thema“.

Dank Klimaanlage in der Freisinger Bank bleibt Bankfachwirt Stefan Bayer cool: So ist selbst bei der Hitzewelle das Arbeiten in Anzug und Krawatte kein Problem.

Seit wenigen Tagen läuft noch eine heiße Geschichte an der Schule: die Prüfungen zur Mittleren Reife. 208 Schüler brüten über den Aufgaben. Das ist an sich schon schweißtreibend, werde aber glücklicherweise durch die Hitze nicht noch zusätzlich befördert, versichert Schulleiterin Christine Obermaier: „Wir halten die Prüfungen in der kühlen Schulturnhalle ab.“ Zudem habe man zu Beginn der Prüfungsphase allen Schülern dringlich geraten, ausreichend Getränke mit in die Halle zu nehmen.

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