Man sieht die Besichtigungsgruppe vor dem Rohbau der Schule stehen.
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Die Spezialisten von Bau und Planung erläuterten OB Tobias Eschenbacher (2. v. l.) und den anderen Teilnehmern der Besichtigung die Grundzüge des Schulkomplexes.

Verantwortliche besichtigen Steinparkschulen-Rohbau

Im Inneren eines Freisinger Mega-Projekts

  • Andreas Beschorner
    vonAndreas Beschorner
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Es ist das teuerste Hochbauprojekt der Freisinger Stadtgeschichte: Für über 70 Millionen Euro entstehen auf dem Stein-Kasernen-Areal die Steinparkschulen.

Freising – Jetzt erlaubte es die Situation der Corona-Pandemie, dass man sich erstmals vor Ort und live einen Eindruck von der Mammutbaustelle machen konnte. Fazit: Es geht gut voran mit dem Projekt, für das im November 2019 der Spatenstich vollzogen wurde und das zum Schuljahresbeginn 2022 seiner Bestimmung übergeben werden soll.

Die Begehung

Nur mit Helm und nur mit Abstand oder mit Mund-Nase-Bedeckung – das waren die Vorgaben, als sich die Planer, Bauverantwortlichen und Stadtvertreter auf den Weg durch die beiden Schulgebäude und die Turnhalle machten, die nach termingerechter Fertigstellung des Rohbaus noch eine Orgie in Beton sind. Doch das wird sich in den kommenden Wochen und Monaten ändern, denn in den vergangenen Tagen habe man mit dem Innenausbau begonnen, so Bauleiter Anton Rudolph vom gleichnamigen Architekturbüro.

Und noch eine erfreuliche Nachricht hatte der Bauleiter für den Tross mitgebracht: Auch die Kosten seien noch immer im Rahmen. Zuletzt waren 71,1 Millionen Euro genannt worden. Weil auf so einer Baustelle „nichts dem Zufall überlassen wird“, ist man trotz Corona und der damit verbundenen Umplanungen guter Dinge, dass man den anvisierten Fertigstellungstermin halten kann. Dennoch gebe es auch „dunkle Wolken“ am Horizont, so Anton Rudolph, denn möglicherweise kämen Probleme bei der Materiallieferung auf die Baustelle zu.

Die riesigen Dimensionen der neuen Steinpark-Schulen werden im Rohbau-Stadium (hier das Forum) deutlich. Davon überzeugten sich die Verantwortlichen.

Das Volumen

Welches Volumen das Megaprojekt hat, zeigen einige Zahlen des Bauleiters: Der Bruttorauminhalt beläuft sich auf knapp 97 800 Kubikmeter, die Geschoßfläche beträgt rund 24 000 Quadratmeter. 75 000 Kubikmeter mussten während des Erdbaus bewegt werden, 22 500 Kubikmeter Beton sind verarbeitet worden, dazu 2500 Tonnen Stahl und 2300 Quadratmeter Glas. 105 Kilometer lang sind die Rohrleitungen, 1400 Kilometer Elektroleitungen werden installiert. Ein imposanter Vergleich: Diese Zahlen entsprechen rund 150 Einfamilienhäusern. Und 150 Wochen habe man Zeit bis zur Fertigstellung. Mit Rudolphs Worten: Jede Woche errichte man hier ein Haus – vom Erdaushub bis zur schlüsselfertigen Übergabe. „Daran sieht man, was hier geleistet wird.“

Der erste Eindruck

Der erste Blick ins Innere für die Delegation mit OB Tobias Eschenbacher an der Spitze war auch der, der sich künftig den rund 1100 Schülerinnen und Schülern – 500 in der Grund- und 600 in der Mittelschule – bieten wird, wenn sie die Schule durch den Haupteingang betreten: das Forum – groß, hell, mit zwei herrschaftlichen Treppen, die in die Grundschule im nördlichen und die Mittelschule im südlichen Bereich führen.

Die Gestaltung

Der Eingang zum Ganztagsbereich mit dem großzügigen Speisesaal ist am nördlichen Ende des Riegels angelegt, erläuterte Architekt Arnd Rudolph von Fuchs & Rudolph Architekten. Der Grund: Dadurch erfahre der Anger zwischen Stein-Center und Steinparkschule eine Aufwertung als zentraler Platz des gesamten Areals. Dort konnte man anhand der Mock-up-Fassade auch erkennen, wie das Gebäude künftig von außen aussehen wird: im Erdgeschoß eine helle Klinkerfassade, in den Obergeschoßen eine Pfosten-Riegel-Fassade.

Weiter ging die Tour treppauf und treppab dorthin, wo künftig der 130 Meter lange und an seiner höchsten Stelle 22,5 Meter hohe Riegel entlang der Weinmiller-Straße die 44 Klassenzimmer – nach Clustern geordnet – beheimaten wird. Danach noch ein Blick in die Mittelschule und in die südöstlich an die Mittelschule anschließende Dreifachturnhalle.

Der Arbeitseinsatz

Derzeit, so Bauleiter Anton Rudolph, seien täglich im Schnitt 100 Bauarbeiter in Aktion, um auf dem 17 600 Quadratmeter großen Areal das Projekt Wirklichkeit werden zu lassen – das Projekt, das als die größte und teuerste Hochbaumaßnahme der Stadthistorie in die Geschichte eingehen wird.

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