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Im Landkreis Freising hat ein Mann versucht, einen Pfarrer räuberisch zu erpressen. 

Er wollte 750 Euro 

Im Pfarramt festgehalten: Erpresser versetzt Pfarrer in Angst und Schrecken

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Weil er Geld brauchte, soll sich der Angeklagte Zutritt zu einem Pfarrhaus im Landkreis verschafft, den Pfarrer verfolgt und festgehalten haben. Jetzt stand der Mann vor Gericht.

Landkreis – Weil er 750 Euro brauchte, um die Rechnung einer Autowerkstatt zu begleichen, soll sich ein Kroate gewaltsam Zutritt zu einem Pfarrhaus im Landkreis verschafft, den Pfarrer verfolgt und in einem Raum festgehalten haben. Wegen versuchter räuberischer Erpressung stand der 47-Jährige nun vor dem Freisinger Amtsgericht.

„Ich bin ein ehrlicher und braver Mensch.“ Dass er sich nichts zuschulden habe kommen lassen, beteuerte der Angeklagte mehrmals. Schließlich legte der psychisch kranke Mann allerdings doch ein umfassendes Geständnis ab.

Wie die Staatsanwältin in der Anklage vortrug, habe der Mann, nachdem er sich Zutritt zum Pfarramt verschafft hatte, den Pfarrer zunächst am Arm festgehalten und Geld gefordert. Der Seelsorger habe sich losreißen und fliehen können. Doch der Angeklagte habe ihn verfolgt und letztlich in einen Sitzungsraum gedrängt, dessen Tür er von außen zugehalten habe. Der Pfarrer konnte jedoch durch eine zweite Tür fliehen.

Angeklagter ist in psychiatrischer Behandlung

Der Angeklagte, der wegen eines Unfalls vor 13 Jahren an einer posttraumatischen Störung leidet und in psychiatrischer Behandlung ist, stritt zunächst alles ab. „Er kennt mich jahrelang. Er weiß, dass ich ihm nie etwas antun würde.“ Die Ausführungen waren aufgrund seines starken Akzents schwer zu verstehen. Der Angeklagte erklärte jedoch, dass er den Pfarrer bitten wollte, eine dringend notwendige Werkstatt-Rechnung für sein Auto zu bezahlen. Über die Jahre habe ihm der Geistliche immer wieder Geld geliehen, insgesamt etwa 20 000 Euro. Zurückgezahlt habe er bislang noch nichts. „Wenn Sie zum Pfarrer so ein gutes Verhältnis hatten, wieso sollte der dann eine solche Lügengeschichte erzählen?“, wollte Richter Manfred Kastlmeier wissen. Ein anderer Pfarrer habe seinen Seelsorger aufgehetzt, erklärte der Angeklagte.

Der Richter und die beiden Schöffen schenkten ihm – auch in Anbetracht seiner 14 Vorstrafen – jedoch keinen allzu großen Glauben. Nachdem Kastlmeier darauf verwiesen hatte, dass ein Geständnis die Strafe erheblich mindern würde, räumte der Kroate den Versuch der räuberischen Erpressung vollumfänglich ein.

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Dass der Vorfall gerichtlich geklärt werde, war eine „Erleichterung“ für den Pfarrer. „Ich habe ihm mehrmals gesagt, dass das nicht geht, dass er im Dunkeln hinter einem Busch steht und mir zur Begrüßung dann von hinten auf die Schulter klopft“, sagte der Seelsorger. Zwei Mal habe er richtiggehend Angst vor seinem Gemeindemitglied gehabt. „Da bin ich auch zur Polizei gegangen.“

Der Kroate sagte zum Pfarrer: „Ich will mich bei Ihnen entschuldigen. So etwas kommt nie wieder vor.“ Der Seelsorger nahm die Entschuldigung an.

Richter Kastlmeier verurteilte den Mann schließlich zu elf Monaten auf Bewährung. Trotz der „ganzen Latte von Vorstrafen“ sprach er aus zwei Gründen von einem „minder schweren Fall“: Zum einen habe es sich lediglich um einen Versuch gehandelt. Zum anderen sei das Delikt wohl mitunter auf die ärztlich bescheinigte „erheblich eingeschränkte Steuerungsfähigkeit“ des psychisch Kranken zurückzuführen.

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