Tödliche Gefahr

Impfwoche: Kampagne gegen Masern

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Freising - Masern sind eine tödliche Gefahr – nicht nur für Kinder. 2003 starben nach Angaben der WHO mehr als eine halbe Million Menschen weltweit in Folge der Virusinfektion. Jetzt steht die Krankheit im Zentrum einer bayernweiten Aktion.

Allein im Landkreis Freising wurden in den vergangenen drei Jahren 24 Fälle von Masern gemeldet. Fast die Hälfte der Betroffenen war 18 Jahre oder älter. Für das Gesundheitsamt Freising ist das Grund genug, bei der 4. Bayerischen Impfwoche mitzumachen, die von 18. bis 24. April stattfindet. Initiator ist die Bayerische Landesarbeitsgemeinschaft Impfen, die unter anderem Ärzteverbände, den öffentlichen Gesundheitsdienst, den Apothekenverband und Kassen vereint. Das Motto: Impfen schützt.

Und wie ist es um die Impfmoral im Landkreis Freising bestellt? Wie Dr. Lorenz Weigl, Leiter des Freisinger Gesundheitsamtes, erklärt, geben verschiedene Hilfsparameter Aufschluss über die Durchimpfungsrate. So gibt es bei der Einschulung eine ärztliche Untersuchung, in den sechsten Klassen findet eine Impfbuch-Durchsicht statt. Das Ergebnis: „Bezogen auf die erste und zweite Kombi-Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln liegen wir im Landkreis Freising leicht über dem oberbayerischen und bayerischen Durchschnitt“, sagt Weigl. „Bei der zweiten Impfung erreichen wir aber noch nicht die Zielgrenze der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die bei 95 Prozent liegt.“

Die Ständige Impfkommission empfiehlt für Kinder zwischen 11 und 23 Monaten eine zweimalige Kombi-Impfung. Vier Wochen sollten mindestens zwischen beiden Spritzen liegen. „Aber auch für diejenigen, die diesen Termin versäumt haben, ist es nicht zu spät“, betont Weigl. „Jede Impfung zählt.“ Das bezieht sich auch auf Personen mit unbekanntem Impfstatus.

Von 18. bis 21. April berät das Gesundheitsamt verstärkt rund um das Thema. Wer sicher gehen möchte, ausreichend geschützt zu sein, kann seinen Impfpass in dieser Zeit im Gesundheitsamt Freising überprüfen lassen (Montag bis Donnerstag, 9 bis 15 Uhr, Tel. 0 81 61/5 37 43 00). Auch Ärzte und Apotheker stehen dann in besonderem Maße zur Verfügung.

Als großer Erfolg der Impfung wertet es die WHO, dass die Todesfälle bei Masern zwischen 2003 und 2014 von mehr als einer halben Million auf 114 900 gesunken ist. Nach Angaben von Weigl sterben vor allem Menschen in Afrika an der Virusinfektion. In Nord- und Südamerika seien die Masern hingegen ausgerottet. Dies müsse auch in Deutschland das Ziel sein.

Gut zu wissen

Die Impfwoche bildet den Abschluss der seit 2015 laufenden Kampagne „Masern –keine harmlose Kinderkrankheit“. Aktuelle Flyer und Broschüren zum Thema können unter dem Stichwort „Impfen“ kostenfrei im Internet bezogen werden, www.bestellen.bayern.de. Weitere Informationen gibt es unter www.lgl.bayern.de/gesundheit/praevention/impfen/bayerische_impfwoche_2016.htm.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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