Zaungäste auf der Freisinger Korbiniansbrücke beobachteten am Dienstag, 4. August 2020, die schmutzigen-braunen Fluten des Flusses.
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Zaungäste auf der Freisinger Korbiniansbrücke beobachteten am Dienstag die schmutzig-braunen Fluten der „Reißenden“. Mittlerweile sinkt der Pegel wieder.

Nach Dauerregen in Alarmbereitschaft

Isar-Pegel rasant angestiegen: Scheitel erreicht - Kreisstraße bleibt gesperrt

  • Manuel Eser
    vonManuel Eser
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Das Wasserwirtschaftsamt hat am Dienstag eine Hochwasserwarnung für den Kreis Freising herausgegeben. Nun entspannt sich die Lage, eine Kreisstraße bleibt aber gesperrt.

Update Mittwoch, 5. August, 13.25 Uhr: Pegelstand hat Scheitel mit 3,36 erreicht

Die Hochwassersituation im Landkreis Freising entspannt sich inzwischen, nachdem die Regenfälle am Dienstag aufgehört haben. Dennoch traf sich am Mittwochmorgen im Landratsamt Freising eine Koordinierungsgruppe mit Vertretern aus dem Bereich Katastrophenschutz sowie Feuerwehr und THW mit der stellvertretenden Landrätin Anita Meinelt, um die Lage und das weitere Vorgehen zu besprechen.

Nach Hochwasserwarnung in Freising: Kreisstraße bleibt weiterhin gesperrt

Der Pegelstand der Isar in Freising hat in der Nacht seinen Scheitel mit 3,36 Meter erreicht und lag damit oberhalb der Meldestufe 2 (von 4). Seither sinkt der Pegel kontinuierlich. Die Kreisstraße FS 13 zwischen Oberhummel und Gaden bleibt dennoch bis auf Weiteres gesperrt, bis die Gefahr einer Überflutung gebannt ist. Das Landratsamt rät derzeit aufgrund des immer noch hohen Wasserstandes außerdem davon ab, den Isarradweg zu benutzen oder eine Bootsfahrt auf der Isar zu unternehmen, um sich nicht in Gefahr zu bringen.

Hochwasser in Südbayern: Feuerwehrkameraden aus Au helfen in Traunstein

Bereits seit Dienstag ist die Gruppe Wasserschaden/Pumpe des Technischen Hilfswerks (THW) Freising in Bereitschaft, um schnellstmöglich einsatzbereit zu sein, falls es die Lage erforderlich macht. Unterdessen haben sich einige Kameraden der Feuerwehren Nandlstadt und Au unter Führung von Kreisbrandinspektor Helmut Baur am Mittwochmorgen auf den Weg nach Übersee im Landkreis Traunstein gemacht, um dort bei der Bewältigung der Hochwasserlage Unterstützung zu leisten.

Update Dienstag, 17 Uhr: Wie das Freisinger Landratsamt am Dienstagnachmittag mitteilte, sei aufgrund der aktuellen Entwicklung damit zu rechnen, dass die Kreisstraße FS13 zwischen Oberhummel und Gaden überspült werden könnte. Daher werde die Strecke vorsichtshalber vorerst für zwei Tage gesperrt. Die Freiwilligen Feuerwehren Ober- und Niederhummel sowie aus Gaden (Landkreis Erding) würden dafür eine Dammsperre errichten. „Achtung: Da auch die Staatsstraße 2331 aufgrund von Bauarbeiten aktuell gesperrt ist, gibt es keine Wendemöglichkeit für Lastwagen“, betont die Kreisbehörde. Lkw-Fahrer sollten den Bereich daher großräumig umfahren.

Aktuelle Informationen zur Hochwassersituation sind stets auf der Homepage des Hochwassernachrichtendienstes Bayern abrufbar.

Ursprungsartikel vom Dienstag, 4. August, 15.30 Uhr:

Freising – Die „Reißende“ stand unter besonderer Beobachtung: Das Wasserwirtschaftsamt hat am Dienstag für den Landkreis Freising eine Hochwasserwarnung für die Isar herausgegeben. Zwar war die Lage vor Ort im Laufe des Tages nicht so dramatisch wie im oberbayerischen Süden. Dennoch überschritt der Flusspegel auch hier Meldestufe 2.

Höchstpegelstand von 3,25 Meter prognostiziert

„Es besteht die Möglichkeit, dass Auwälder und landwirtschaftliche Flächen überschwemmt werden“, teilte Christian Leeb, Leiter des Wasserwirtschaftsamts, mit. „Das aber ist noch nicht dramatisch.“ Dennoch prognostizierte er am Dienstag für die Isar einen Höchstpegelstand von 3,25 Meter. Damit würde die „Reißende“ bei Freising tatsächlich an der Meldestufe 3 kratzen.

Das Szenario, das der Hochwassernachrichtendienst Bayern für dieses Level skizziert: vereinzelte überflutete Keller und Sperrungen überörtlicher Verkehrsverbindungen. „Das bedeutet für den Landkreis Freising, dass möglicherweise die Ortsverbindungsstraße zwischen Oberhummel und Gaden gesperrt werden muss“, sagte Leeb. „Durch das steigende Hochwasser ist es auch möglich, dass es in Lerchenfeld in einigen Kellern feucht wird.“

Pegel sollen am Mittwoch wieder sinken

Insgesamt würde der Landkreis Freising aber deutlich glimpflicher davonkommen als das Oberland. „Im Landkreis Freising hat es binnen 24 Stunden zwischen 23 und 24 Liter pro Quadratmeter geregnet“, sagte Wasserwirtschaftsamt-Chef Leeb. „Das ist etwa ein Fünftel von dem, was im Süden heruntergegangen ist.“

Bereits am Mittwoch sollte das Schlimmste überstanden bei sein, sagte Leeb. Er erklärte: „Wir haben einen sehr steilen Scheitel. Der Wetterumschwung wird dafür sorgen, dass der Pegel schnell wieder sinkt.“

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