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Viel Zustimmung erhielt OB Tobias Eschenbacher (l.) aus den Reihen der Attachinger.

Bürgerversammlung

In Attaching wird die Angst vor der Flughafen-AG laut

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Das Thema „dritte Startbahn“ dominierte die Bürgerversammlung in Attaching – Kopfschütteln über Ministerpräsident Horst Seehofer inklusive. OB Tobias Eschenbacher bereitet bereits ein Schreiben an den CSU-Chef vor.

Attaching – Seit zwölf Jahren ist es DAS Thema, das die Bürgerversammlungen in Attaching prägt: die dritte Startbahn. Doch das, auf was Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher in diesem Jahr eingehen musste, als man sich am Mittwoch in der Gaststätte des BC Attaching traf, habe er „tatsächlich nicht glauben wollen“: der Kurswechsel von Ministerpräsident Horst Seehofer, der nun doch an die Umwandlung der FMG in eine Aktiengesellschaft denkt, um so den bestehenden Bürgerentscheid aus München aushebeln und einen abermaligen Bürgerentscheid umgehen zu können. Der OB war darüber „tief enttäuscht“.

Nach knapp einer Stunde, in der Eschenbacher den rund 40 Bürgern die wichtigsten Projekte und Planungen der Stadt vorgestellt hatte, stand der Flughafen München und die dritte Startbahn auf der Leinwand zu lesen. Eschenbacher, der an die Aussagen von Seehofer bei dessen Besuch in Attaching und an dessen Zusicherung und die von Markus Söder erinnerte, man werde nicht tricksen, fand die Äußerungen von Seiten der Staatsregierung „ziemlich schwach“. Hinter der Aussage Seehofers vermute er eine „Panikreaktion“, weil der Ministerpräsident politisch „unter Druck“ stehe, so der OB.

Auf einen zweiten Bürgerentscheid in München wäre man vorbereitet, so Eschenbacher, da wäre ihm auch gar nicht bange, dass man wieder erfolgreich sei. Wie man nun aber mit der Möglichkeit der Umwandlung einer GmbH in eine AG umgehe, wisse er noch nicht so recht. „Das macht mir wirklich Angst.“ Auf jeden Fall lasse er gerade einen Brief an Seehofer vorbereiten. Und man werde im Vorfeld der Landtagswahlen 2018 durchaus klar machen, um was es bei dieser Wahl auch gehe, kündigte das Freisinger Stadtoberhaupt an. Die Attachinger selbst äußerten sich an diesem Abend nur durch Kopfschütteln über die Kehrtwende Seehofers und durch Nicken über die Ausführungen des OB. Ein Bürger regte allerdings an, Eschenbacher solle mit dem Abschicken des Briefs an Seehofer noch etwas warten. „Vielleicht müssen Sie ihn ja an einen Anderen schicken.“

Doch noch weitere Themen wurden diskutiert: Für den Bereich des Alten Wirts antwortete Eschenbacher auf die Frage Michael Buchbergers, habe es Bauanträge gegeben, die aber bauplanungsrechtlich unzulässig waren und deshalb abgelehnt worden seien. Beispielsweise hätte dort ein großes Hotel errichtet werden sollen. Derzeit lägen der Stadt aber keine Anträge vor, so der OB. Anders beim Kaufland: Da strebe man derzeit ein Bebauungsplanverfahren an, müsse aber noch Gespräche mit dem Investor führen.

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