Verurteilt

In Freising aktiv: Kupferdieb muss vier Jahre hinter Gitter

Freising/Landshut - Er gehörte zur berüchtigten Kupfer-Brigade, die im südbayerischen Raum ihr Unwesen trieb. Einer der Bandenmitglieder, der auch in Freising aktiv war, wurde nun zu einer langen Haftstrafe verurteilt.

Über 100 Einbrüche – auch im Landkreis Freising verübt - gehen auf das Konto der rumänischen „Kupferbrigade“. Gegen über 40 Mitglieder der Bande liefen oder laufen derzeit Prozesse vor Amts- und Landgerichten. Ein rumänischer Gelegenheitsarbeiter (27), der auch an Coups in Freising beteiligt war, wurde jetzt vom Landgericht Landshut zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und zehn Monaten verurteilt.

Wie mehrfach berichtet, hatten sich im Sommer 2014 zahlreiche Rumänen zu einer Bande zusammengeschlossen um in der Folge vor allem im südbayerischen Raum im großem Umfang Einbrüche in Gewerbeobjekte, insbesondere in Elektrofirmen und metallverarbeitende Betriebe, zu begehen. Abgesehen hatten sie es auf hochwertige Metalle, insbesondere Kupfer, transportieren es tonnenweise ab. Dabei brachen die Täter Eingangstüren und -tore der Firmen mit brachialer Gewalt auf und zerstörten Überwachungskameras. Zum Abtransport der Metalle verwendeten sie meist zuvor entwendete Transportfahrzeuge, mit denen sie das Kupfer und die Buntmetalle nach Venlo in den Niederlanden brachten und es sich dort bei einem Hehler gut bezahlen ließen. Das Geld wurde dann umgehend zwischen den am jeweiligen Bruch beteiligten Bandenmitgliedern aufgeteilt.

Im Rahmen der inzwischen vor dem Land- und Amtsgericht laufenden oder bereits abgeschlossenen Prozessen geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass die Bandenmitglieder arbeitsteilig, koordiniert und hochgradig organisiert vorgingen. Insgesamt, so eine Hochrechnung, wurde bei den über 100 Einbrüchen eine Beute von über 300 000 Euro gemacht. Ins Visier der Kripo-Ermittlungsgruppe „Andrada“ geriet die Bande im November 2014, als es in Traunstein zu ersten Festnahmen kam. Unter anderem klickten die auch bei dem Gelegenheitsarbeiter die Handschellen, dem die Anklage zunächst die Beteiligung an insgesamt fünf Einbrüchen, darunter zwei in Freising, vorwarf. Letztere gingen im Oktober 2014 bei einem Großhandel an der Münchener Straße, wo Kupferkabel im Wert von 25 000 Euro erbeutet wurden, und in einem Lager in den Gute Ängern über die Bühne.

Der Angeklagte hatte sich zum Auftakt des mehrtägigen Prozesses in Schweigen gehüllt. Letztlich rang er sich aber doch noch zu einem Geständnis durch. Staatsanwalt Dr. Zimmermann hatte eine Freiheitsstrafe von vier Jahren und drei Monaten gefordert. Für ihn gab es keine Zweifel, dass es sich bei der „Kupferbrigade“ um eine Bande gehandelt habe, die mit hoher krimineller Energie und skrupellos vorgegangen sei, und der 26-Jährige ein Mitglied gewesen ist.

Verteidiger Leonhard Mühlenfeld dagegen sah keine „Bandenabrede“ als nachgewiesen an, vieles sei lückenhaft und nebulös. Richter Ralph Reiter verwies in seinem Urteil darauf, dass es keine Zweifel am Bestehen der bandenmäßigen Tat gegeben: Es sei Hand-in-Hand gearbeitet und der Erlös aus den Verkäufen geteilt worden. Was die Strafe angehe, habe man den 27-Jährigen als Mitläufer eingestuft und versucht, ihm mit einem moderaten Strafmaß gerecht zu werden.

Walter Schöttl

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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