Markus Khauer vom Seniorenpark Schönblick in Nandlstadt steht vor einem Tisch.
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Markus Khauer hat schon vor Monaten Schnelltests für den Seniorenpark Schönblick in Nandlstadt besorgt.

Mehr Sicherheit für Besucher, Bewohner und Mitarbeiter

Schnelltests in Freisinger Seniorenheimen: Die Corona-Abwehrmauer steht

  • Helmut Hobmaier
    vonHelmut Hobmaier
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Ab Mittwoch gilt in den Senioreneinrichtungen eine Testpflicht. Die Heime im Landkreis sind gewappnet. Besuche werden jetzt sicherer.

Landkreis– Das Schutzschild für Senioren wird hochgefahren: Für jeden Alten- und Pflegeheimbesucher sind in Bayern ab Mittwoch FFP2-Masken und ein negativer Corona-Test verpflichtend vorgeschrieben. Für die Senioreneinrichtungen im Landkreis ist das eine gute Nachricht: Die Gefahr, das gefährliche Virus einzuschleppen, sinkt damit deutlich.

„Ein zusätzlicher Baustein im Hygienekonzept“

Erleichterung bei Ronald Lotze, dem Leiter des Vitalis Seniorenzentrums Cobinian in Lerchenfeld: Am Montag, quasi in letzter Minute, trafen endlich die bestellten 750 Schnelltests ein. „Jetzt bauen wir sofort die Teststation im Eingangsbereich auf“, berichtet Lotze – und dann würden alle Besucher und Mitarbeiter wie vorgeschrieben getestet. Es dauere 20 Minuten, bis ein Ergebnis vorliegt. „Ein wichtiger zusätzlicher Baustein in unserem Hygienekonzept“, wie Lotze sagt. Schon jetzt seien alle Mitarbeiter mit FFP2-Masken ausgerüstet. Die bekomme auch jeder Besucher, der mit einer Stoffmaske oder ähnlichem eintreffe. Besucht werden die Bewohner übrigens im Bereich Kapelle/Restaurant, wo sich maximal drei Besuchspaare gegenüber sitzen. „Das hat bisher alles gut geklappt“, freut sich Lotze, der über die Weihnachtsfeiertage zusätzliche Besuchszeiten am Vormittag anbietet: „Das ist halt ein besonderes Fest, an dem sich Familien einfach nahe sein wollen.“

Nandlstadt war besonders schnell

„Wir haben bereits seit Ende Oktober die Schnelltests im Einsatz“, berichtet Markus Khauer vom Seniorenpark Schönblick in Nandlstadt. Sowohl Besucher als auch Mitarbeiter würden seitdem durchgehend getestet. Insgesamt habe man bereits 800 Tests durchgeführt – immer mit negativem Ergebnis. Das gebe bei einer Trefferquote der Schnelltests von 99 Prozent enorme Sicherheit. Wenn ein Besucher gerade ansteckend sei, könne man den mit Sicherheit rausfiltern. Khauer nennt ein praktisches Beispiel für den enormen Nutzen der Schnelltests: „Angenommen, in der Klasse eines Kindes, deren Mutter bei uns arbeitet, wird ein Schulkind positiv getestet.“ Dann sei die Mutter Kontaktperson der Kategorie 2, für die Quarantäne nicht vorgeschrieben sei. Mit einem Schnelltest ließen sich aber alle Unsicherheiten rasch ausräumen – und die Frau könne unbesorgt in die Arbeit gehen. In solchen Fällen werde dann auch vier, fünf Tage hintereinander getestet.

Auch kein Engpass bei den FFP2-Masken

Bei der Beschaffung der Tests habe es keinen Engpass gegeben, so Knauer: „Wir haben uns halt schon frühzeitig und aktiv um die Beschaffungs gekümmert“, erklärt der Heimleiter, „und uns gleich mit 2500 Einheiten eingedeckt“.

Einen Lieferengpass habe er auch bei FFP2-Masken nicht erlebt: „Das ist alles vorrätig“, sagt Khauer. Seit Monaten würden er und sein Pflegeteam ausschließlich mit den FFP2-Masken arbeiten, die einen „massiv“ höheren Schutz böten als normale Alltagsmasken. „Und trotzdem kann man damit gut arbeiten.“ Für den Seniorenpark in Nandlstadt ändere sich also am Mittwoch lediglich, dass die Tests verpflichtend seien. Der Nandlstädter Seniorenpark hat einen Besucherbereich im Erdgeschoß eingerichtet, mit maximal fünf Besuchern gleichzeitig. Bettlägerige Bewohnern dürften auch auf dem Zimmer besucht werden – Bewohner am Ende ihres Lebens auch deutlich länger als üblich.

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