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In schummriges Licht getaucht war die Lerchenfelder Kirche beim „Emmaus“-Oratorium.

Lukas-Evangelium wird durch Oratorium lebendig in St. Lantpert Freising

Mit blutendem Herzen

Die Chorgemeinschaft St. Lantpert mit Solisten, Band und Orchester unter Leitung von Norbert Huber  ließen Szenen aus dem Lukas-Evangelium lebendig werden.

Freising Zwei Tage lang waren die Jünger Jesu nach dessen Tod am Kreuz unterwegs. Sie wanderten nach Emmaus, dem Ort, an dem der Meister am Ostermontag unerkannt unter ihnen weilte. Am Samstagabend ließ die Chorgemeinschaft St. Lantpert Solisten, Band und Orchester unter Leitung von Kirchenmusiker Norbert Huber die Szenen aus dem Lukas-Evangelium wieder lebendig werden.

In der Lerchenfelder Kirche St. Lantpert kam das Oratorium „Emmaus“ in sechs Bildern von Thomas Gabriel und Eugen Eckert zur Aufführung. Ehrlich gesagt, es war schon ein gewöhnungsbedürftiges Bild: in weiße Togen gehüllt, mit entkräfteten langsamen Schritten betraten die Sänger nach und nach von der Sakristei aus die Kirche. „Schleppend, stolpernd, Tränen schwer – leer, verzweifelt, fassungslos: Sein Tod. Sein Leben. Warum? Warum bloß?“ In den ersten Zeilen des Oratoriums machte der Chor deutlich, wie der Lebenssinn der Jünger nach der Kreuzigung Christi am Karfreitag dahin war. „Mit blutenden Herzen. Knochen bleischwer – Weg aus der Stadt, in der man unsern Traum zerbrochen hat.“ So der Text weiter, der die vom Evangelisten Lukas überlieferte Emmaus-Geschichte als Hintergrund hatte.

Kleopas (Eberhard Müller-Ackermann) und Thekla (Magdalena Landendinger) sind die beiden Jünger im Oratorium, die den auferstandenen Jesus Christus (Stefan Hör) treffen, diesen aber nicht erkennen. Als fremder Begleiter hört er, wie sich die beiden Freunde Jesu über dessen Wirken, Leiden und schließlich über die Kreuzigung unterhalten. Erst beim abendlichen Brotbrechen gibt sich der Fremde als Auferstandener zu erkennen.

Eine große musikalische Vielfalt zeichnet das Oratorium aus. Die stilistischen Elemente reichten von Barock bis Klassik bis hin zu Swing, Pop, Klezmer, Jazz und Reggae. Ganz neue Klangwelten wurden da erschlossen. Für die Darsteller sicherlich eine musikalische Herausforderung. Doch Norbert Huber ist es nach intensiven Projektproben wieder einmal gelungen, ein rundes Gesamtwerk auf die Bühne zu bringen. Genauer gesagt natürlich in die Lerchenfelder Kirche, die am Samstagabend in schummriges Licht getaucht war und passend zur Fastenzeit dunkel gehalten wurde.

Schade nur, dass dieses Werk von großer musikalischer und emotionaler Ausdruckskraft nicht mehr Besucher anlocken konnte. Nur etwa ein Drittel der Stuhlreihen im Kirchenraum waren besetzt. Das große Engagement der vielen Darsteller und die geniale Umsetzung der verschiedenen Handlungselemente durch Norbert Huber hätten wesentlich mehr Zuschauer verdient.
                                                                                                                           MARIA MARTIN

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