Goldwurst statt Goldsteak: Marketing-Experte Michi Kasper (l.) und Metzger Steffen Schütze (r.) verarschen Fußball-Star Franck Ribery und dessen dekadenten Gastgeber aus Dubai. foto: kasper

Internet-Hit

Goldene Weißwurst für Ripperlry: Freisinger Duo parodiert FC-Bayern-Star

Aus dieser Steilvorlage hat ein Freisinger Duo einen Internet-Hit gemacht: Metzger Steffen Schütze und PR-Fachmann Michael Kasper haben auf das Goldsteak-Video von Fußballer Franck Ribery mit einer Parodie reagiert.

Freising – Man braucht nicht viel für eine gelungene Gaudi im Internet. Die Zutaten: eine Weißwurst, etwas Blattgold und zwei verrückte Typen mit einer lustigen Idee. Fertig ist das Video von Michael Kasper, Chef der PR- Agentur Kasper Communications, und Metzger Steffen Schütze, in dessen Freisinger Metzgerei Hack gedreht wurde.

Aber Moment mal – ein Video in dem es um vergoldetes Fleisch geht? Das könnte dem ein oder anderen bekannt vorkommen. Richtig: mit prominenter Besetzung aus dem Hause FC Bayern. Die Inspiration der beiden Freisinger war der viral gegangene Internetclip von Franck Ribéry, über den sich die Internetwelt tagelang die Köpfe heiß redete. Darin zu sehen: Der Fußballstar mit einem Metzger, der ihm in Dubai hingebungsvoll das sündhaft teure vergoldete Steak serviert. Der Aufschrei war enorm, die Reaktionen mit ein paar wenigen Ausnahmen negativ.

Aus Ribéry wird bei den Freisingern Ripperlry

Ihren Senf wollten daraufhin auch Schütze und Kasper dazugeben. „Als wir das Video zum ersten Mal gesehen haben, konnten wir die Aktion als Marketingchef und Metzger natürlich nicht auf uns sitzen lassen“, witzelt Kasper. „Eine bayerische Parodie“ sollte es laut Schütze werden. Also ersetzten sie das Steak durch eine Weißwurst. Anstatt Salz, wie im Original, streuten sie süßen Senf über die goldene Wurst, und Ribéry wird kurzer Hand in ’Ripperlry’ umbenannt. „Wir mussten das Video bestimmt drei oder vier Mal drehen, bevor wir uns einigermaßen das Lachen verkneifen konnten“, sagt Kasper. 

Der Restaurantbesuch von Ribéry sei natürlich total bescheuert, darauf müsse man einfach mit Humor reagieren. Seiner Meinung nach ist Ribéry’s Auftritt zwar unmoralisch und dekadent, bestrafen, so wie viele Internetnutzer das wünschen, müsse man dafür aber niemanden. Es sei viel zu viel Wind um nichts gemacht worden. Dieser Meinung ist auch sein Videokomparse. „Wir haben, denke ich, andere, weitaus wichtigere Probleme. Trotzdem wollten wir uns die Weißwurst-Nachahme nicht nehmen lassen“, sagt Schütze.

Schwierig, schnell an Blattgold zu kommen

Im Gegensatz zum Original waren die Resonanzen auf ihren Clip durchweg positiv. Über 70 000 Mal wurde dieser bis Redaktionsschluss angeklickt, knapp 400 Kommentare kann man auf Facebook lesen und stündlich kommen tausende Nutzer dazu. Die beiden Spaßvögel freuen sich über das Feedback und sind erstaunt, wie vielen Leuten die Weißwurst-Edition gefällt. Der Fußballprofi musste deutlich mehr Hass wegstecken, reagierte dann mit wüsten Beschimpfungen auf die Kommentare zu seinem Goldsteak. „Seine Beleidigungen sind unter aller Kanone. Wenn man schon so ein Video online stellt, muss man auch mit den Reaktionen umgehen können“, kritisiert Schütze. Kasper findet: „Das, was der von sich gegeben hat, ist keine Vorbildsprache. Wäre er kein bekannter Fußballer, würde sich niemand für ihn interessieren.“

Eine kleine Hintergrundinfo konnte den Beiden auch noch entlockt werden. Denn schnell an Blattgold zu kommen, sei gar nicht so einfach. „Wenn das Gold eher angekommen wäre, hätten wir das Video gleich am Tag darauf gedreht“, verrät PR-Chef Kasper. Dem Erfolg ihrer goldenen Weißwurst scheint die kleine Verspätung jedoch keinen Abbruch zu tun.

Mia Sellmair

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