Hier kann man erstmals sehen, wie die „Freisinger Isarschleife“ im nächsten Winter gestaltet werden soll. Eigentlich sind es zwei Schleifen, in deren Umgriff ein Naherholungsgebiet in Höhe der Schwabenau entstehen soll. Grafik_ Büro schober
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Hier kann man erstmals sehen, wie die „Freisinger Isarschleife“ im nächsten Winter gestaltet werden soll. Eigentlich sind es zwei Schleifen, in deren Umgriff ein Naherholungsgebiet in Höhe der Schwabenau entstehen soll.

Debatte um Naherholungsgebiet

Isarschleife kommt - trotz Widerstand

Freising - Die „Freisinger Isarschleife“ hat die nächste Hürde genommen. Ein vertiefter Entwurf wird nun ins Planfeststellungsverfahren gehen. Aber es war gestern eine schwere Geburt im Planungsausschuss der Stadt.

Seit eineinhalb Jahren überlegt und plant man, wie man am südlichen Ufer der Isar in Höhe der Schwabenau und Luitpoldanlage ein naturnahes Erholungsangebot schaffen und gleichzeitig ökologische Ziele verfolgen kann. Gestern nun wurde den Stadträten von Christoph Stein (Büro Schober) ein detaillierter Entwurf präsentiert. Und plötzlich erwiesen sich Räte als Gegner des Projekts, die bisher zugestimmt hatten.

Die Isarschleife soll eine Haupt-, eine Neben- und eine Auerinne bekommen, dazu einen Rad- und Fußweg, außerdem Wiesenflächen, Sitz- und Trittsteine. Ein Hektar sei für Erholungsfunktion, 1,4 Hektar für ökologische Zwecke vorgesehen, so Stein. Mit einer befestigten, aber stets überspülten Rampe soll sichergestellt werden, dass die Isarschleife eine Isarschleife bleibt und sich die Isar nicht dorthin verlagert.

"775.000 Euro nicht zu rechtfertigen"

Genau da hakte Umweltreferent Manfred Drobny (Grüne) ein: Man rede immer von Dynamik der Isar, aber was sei nun herausgekommen? „Ein gestalteter Kanalabschnitt.“ Und dafür seien 775 000 Euro, die gestern als Kosten prognostiziert wurden, nicht zu rechtfertigen. Er als Naturschützer könne der Planung „nichts abgewinnen“. OB Tobias Eschenbacher betonte, das sei auch nie als Naturschutzprojekt gedacht gewesen, sondern als Maßnahme zur Steigerung der Naherholungsqualität.

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Drobny bekam gestern zur allgemeinen Überraschung Verstärkung: Birgit Großkopf forderte im Namen der SPD-Fraktion, die „Planung zu beenden und das Projekt zu beerdigen“. Man sehe das Kosten-Nutzen-Verhältnis nicht. Schon jetzt könne man sich an der Isar „an eine Kiesbank setzen oder nicht“. Das sei an der Isarschleife nicht anders. Als dann auch noch Jürgen Maguhn (Grüne) zu einem Contra umschwenkte, weil hier „ein Freizeitparadies“ geschaffen werde, verstanden OB und die anderen Stadträte die Welt nicht mehr.

Beschlossen wurde das Projekt trotzdem

Freilich: Mit 9:4 Stimmen wurde beschlossen, auf Grundlage des vorgelegten Entwurfs in das Planfeststellungsverfahren zu gehen. Das dürfte sechs Monate dauern, so dass man zwischen Oktober 2013 und Februar 2014 die Arbeiten durchführen könnte. Von den 775 00 Euro übernimmt das Wasserwirtschaftsamt 300 000 Euro, die Leader-Förderung beträgt rund 200 000 Euro.

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