Daniel Baierlacher vom TSV Jahn Freising, mit Ball,  im Spiel gegen den Spitzenreiter der Basketball-Bayernliga ASV Cham.
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Teilweise ganz beachtlich schlugen sich Daniel Baierlacher (Nummer 8) und sein TSV Jahn im Spiel am 22. Februar gegen den ASV Cham. Am Ende gab es aber doch einen standesgemäßen Erfolg für den Spitzenreiter aus der Oberpfalz.

BASKETBALL RÜCKBLICK - Eine vorzeitig beendete Saison und Warten auf den Wiederbeginn

TSV Jahn Freising: Wort des Jahres ist „Hygienekonzept“

  • vonPeter Spanrad
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Das Faschingscamp ist ein seit vielen Jahren attraktives Angebot für Basketball begeisterte Kinder. Es war während der diesjährigen Faschingsferien die letzte große Veranstaltung der Basketballer des TSV Jahn Freising, die nicht von der Corona-Pandemie geprägt war.

Freising – Das Jahr startete für die Jahn-Basketballer im Prinzip ganz normal, mit sportlichen Auf und Abs. Größte Sorge bereitete den Korbjägern sicherlich das Männerteam, das sich 2019 aus der Regionalliga verabschieden musste. Mit einer stark verjüngten Mannschaft versuchte das Trainergespann Michael Buhl und Gojko Stojisavljevic in der Bayernliga einen Neuanfang. Nur nicht ein zweites Mal in Folge abzusteigen, das war das einzige Saisonziel.

Nur ein Wunder konnte noch den erneuten Abstieg verhindern

Die Jahn-Youngsters rackerten und kämpften in jedem Spiel. Die Erfolge wollten sich nicht einstellen. Das neue Jahr begann so, wie das alte endete: Die Freisinger mussten sich beim VfL Treuchtlingen II mit 70:81 geschlagen geben und blieben damit Vorletzter. Niederlage folgte auf Niederlage. Am 8. März, dem viertletzten Spieltag, verloren sie das Kellerderby beim TSV Schwandorf mit 60:77, und waren damit Schlusslicht. Nur ein Wunder schien die Freisinger vor dem Abstieg aus der Bayernliga zu bewahren.

Frauenteam und Jugend ganz vorne mit dabei

Ganz anders das Frauenteam in der Bezirksliga: Es verlor zwar im Januar das Spitzenspiel bei Tabellenführer Olching, blieb aber durch weitere Erfolge im Aufstiegsrennen. Die Jahn-Frauen waren nach mageren Jahren also endlich wieder im Aufwind!

Sieht man einmal vom Sorgenkind Bayernligamannschaft ab, ziehen die Jahn-Basketballer im sportlichen Bereich eine positive Bilanz bis zum Saisonabbruch im März. „Viele unserer Teams standen auf einem sehr guten Tabellenplatz. Es gab zwar offiziell keine Meister, aber die U 14 männlich 1, die U 14 männlich 2 und die U 18 weiblich waren unerreichbar auf dem ersten Platz. Unsere U 12 weiblich und die U 12 männlich haben sich die Vizemeisterschaft gesichert“, so Abteilungsleiterin Michaela Ruis im Rückblick.

Dann schlich sich im Laufe des Februars ganz allmählich Covid-19 an. Das traditionelle Faschingscamp konnten die Basketballer gerade noch über die Bühne bringen. Heuer hatten die Verantwortlichen etwas Besonderes organisiert: Die Basketballer der Abteilung Rollsport beim USC München betreuten an einem der beiden Trainingstage eine Lernstation.

Den Kontakt hatte der Freisinger Tim Peisker hergestellt. Er hat beim USC mit dem Rollstuhlbasketball begonnen und spielt mittlerweile höherklassig in Ulm. „Ich bin zum Rollstuhlbasketball aufgrund einer Fußverletzung gekommen. Ich wollte mich fit halten und habe dann beim USC angefragt, ob ich mittrainieren könnte“, verriet Peisker damals.

Verband erklärt die Saison für beendet

Gleich danach rückte Corona immer mehr in den Fokus. Bereits in der ersten Märzwoche überlegten die Jahn-Basketballer, wie oder ob sie überhaupt noch den Trainingsbetrieb aufrechterhalten sollten. Auch rechneten sie mit der Schließung der Sporthallen. Am 11. März informierte der Bayerische Basketballverband (BBV) seine Vereine, dass der Spielbetrieb unterbrochen werde. Eine Woche später erklärte er dann die Saison für beendet.

Wie es weitergeht, war nun die zentrale Frage, vor allem bei den Männern 1. Droht als Letzter der Abstieg? Großer Jubel dann im Jahn-Lager Anfang April: Die Mannschaft bleibt in der Bayernliga, und das Frauenteam ist in die Oberliga aufgestiegen.

Mit Online-Angeboten halbwegs fit halten

Dann der sportliche Lockdown: Die Trainer versuchten ihre Mannschaften über Online-Angebote halbwegs fit zu halten. Nach der dreimonatigen Zwangspause lief bei den Jahn-Basketballern Ende Juni der Übungsbetrieb wieder an. Sie durften abends auf dem Freisportgelände in der Savoyer Au zumindest ein Wurf- und Dribbeltraining absolvieren. „Von einem richtigen Training kann noch keine Rede sein“, sagte damals Michael Buhl, Abteilungsleiter und Trainer der Bayernligamannschaft. „Aber wir sind sehr froh, dass wir uns überhaupt wieder treffen können und die Stadt uns diese Möglichkeit eröffnet hat.“ Freiluft-Basketball war bis Ende September angesagt.

Als man im Oktober endlich in die Halle konnte, stiegen die Infektionszahlen erneut an. Das Bayernligateam konnte vor dem nächsten Aus zumindest zwei Punktspiele absolvieren. Es gewann in Burghausen, verlor aber in Kottern. Der BBV glaubte zu diesem Zeitpunkt noch, eine normale Saison abwickeln zu können, die Jahn-Verantwortlichen freilich nicht mehr.

Jahn-Verantwortliche mit Mut und Weitblick

Sie bewiesen nicht nur großen Mut, sondern Weitblick, und vor allem Verantwortungsbewusstsein ihren Mitgliedern gegenüber. Am Montag, 19. Oktober, gab Vorsitzender Franz Lupp zusammen mit der Basketballabteilungsleitung bekannt, dass man – Ausnahme Bayernliga-Männer – alle anderen Teams vom Spielbetrieb abgemeldet hätten. „In unseren Mannschaften spielen Jugendliche, die im nächsten Jahr ihren Schulabschluss machen, oder Vereinsmitglieder, die in systemrelevanten Berufen arbeiten. Wir können diese bei steigender Inzidenz nicht Wochenende für Wochenende zu Spielen in andere Städte schicken und der damit verbundenen Gefahr, sich mit Corona anzustecken“, begründete Lupp diesen Schritt.

Basketball-Chefin Michaela Ruis bewertet das abgelaufene Jahr als „schwierig“. Die Aufgaben der Abteilungsleitung hätten sich verschoben. „Unser Wort des Jahres ist sicherlich Hygienekonzept. Im September und Oktober haben wir uns jeden Tag getroffen, um daran zu arbeiten.“

Die sozialen Kontakte fehlen

Die größte Sorge war, wie man die Mitglieder und vor allem die Kinder und Jugendlichen am Ball halten könne. Die meisten der Nachwuchsspieler sind laut Ruis im Sommer regelmäßig zum Training im Freien gekommen. „Allerdings fehlen uns die sozialen Kontakte. Der Mannschaftssport lebt nicht nur vom gemeinsamen Training und den Spielen, sondern auch vom Drumherum. Da leidet der Zusammenhalt.“

Saison-Wiederstart frühestens am 6. März

Zum Jahreswechsel, der vom harten Lockdown geprägt ist, blicken die Jahn-Basketballer erwartungsvoll in die nahe Zukunft. Ob der Trainings- und Spielbetrieb schon bald wieder aufgenommen werden kann, bezweifelt man. Die Bayernligateams hatten am dritten Adventswochenende mit dem Verband ein Online-Meeting, um den weiteren Verlauf abzuklären. Ursprünglich wollte der BBV die Saison am 21. Februar fortsetzen, nun ist der 6. März angesetzt. Geplant ist, alle im Oktober ausgefallenen Spiele nachzuholen, um dann ab März eine einfache Runde anzugehen.

Das Ganze würde mindestens bis in den Juni hineinreichen. Das wirft laut Michaela Ruis Probleme auf, denn da stünde vermutlich keine Sporthalle zum Training zur Verfügung, weil die von den Schulen für die Abschlussprüfungen benötigt würden. Sollte es nicht im März weitergehen, sei ein Turnierwochenende angedacht. „Am 16. Januar wollen die Bayernligisten das weitere Vorgehen erneut besprechen“, sagt die Jahn-Spartenleiterin. Dann werde man – vielleicht – absehen können, ob der derzeit harte Lockdown Erfolg gezeigt habe.

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