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Ausdruck der Freude: Mit einem Integrationstanz eröffnete eine Gruppe von Schülerinnen die Feierlichkeiten zum 60-jährigen Bestehen der Handelsschule Dr. Graf/Freisinger Wirtschaftschule. Die Party fand im Anschluss an den Festakt beim Burgerwirt in Helfenbrunn statt.

Jubiläum in Freising

60 Jahre Wirtschaftsschule: Schöne Stunden und eine Trauerminute

Freising/Helfenbrunn - Es war eine Gratwanderung, die gelungen ist. Beim Festakt zum 60-jährigen Bestehen der Wirtschaftschule Freising galt es zum einen, den tragischen Ereignissen des Amoklaufs aus dem Jahr 2002 zu gedenken, zum anderen bestand natürlich auch Anlass, tüchtig zu feiern.

„Claudia, bist du das?“ – „Hallo Stefan, das gibt’s ja nicht. Schön dich zu sehen.“ Anlass zur Freude gab es genug unter den Ehemaligen, die am Samstag in die Turnhalle der Wirtschaftsschule drängten. Schüler aus 60 Jahren Handelsschule und Wirtschaftschule waren gekommen, um gemeinsam die Geburt einer Institution in Freising zu feiern. An dem Festakt und der anschließenden Feier nahmen etwa 500 Gäste teil.

Die Ursprünge der Staatlichen Wirtschaftschule gehen auf die Privatschule Dr. Graf zurück. Ein Umstand, auf den die Offiziellen, allen voran Schulleiter Werner Kusch, ebenso hinwiesen, wie auf die tragischen Ereignisse vom 19. Februar 2002, als der damalige Schulleiter Klaus Cislak auf tragische Weise ums Leben kam. Ein Ex-Schüler hatte ihn bei einem Amoklauf erschossen. Das wirkt bis heute nach. Das brachte auch Festredner Alfons Frey zum Ausdruck. Der Ministerialrat aus dem Staatsministerium für Bildung und Kunst sprach den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl aus.

Vorausgegangen war eine Schweigeminute. Vertreter dreier Glaubensrichtungen ehrten die Opfer des Amoklaufs: Die Schuldekanatsbeauftragte der evangelischen Kirche, Barbara Hofmann, Pfarrer Peter Lederer und der Vorstand der islamischen Gemeinschaft Freising, Ömer Korkmaz, riefen die Versammelten zur gemeinsamen Andacht auf. Im Eingangsbereich wurde eine Kerze für die Opfer des Amoklaufs entzündet.

In seiner Festrede widmete sich Ministerialrat Frey der Reform der Wirtschaftschulen in Bayern und kündigte an, sie „fit für die Zukunft zu machen“. Auf den Stellenwert der Schule, auf ganze Generationen von Abgängern, die ihren Teil zum Erfolg der heimischen Wirtschaft beigetragen haben, zielte eine Interview-Runde ab, zu der Erich Irlstorfer, Ex-Schüler und Organisator der Feier, bat. Landrat Josef Hauner, der CSU-Landtagsabgeordnete Florian Herrmann und Kreishandwerksmeister Martin Reiter pflichteten Frey bei, der davon gesprochen hatte, dass die Wirtschaftsschule für die Vermittlung von „Schlüsselkompetenzen“ stehe. Sie sei daher noch lange nicht aus der Mode.

Es kamen noch viele Ehemalige zur Feier in Helfenbrunn. Festrednerin Monika Hohlmeier zeigte sich überwältigt von der Ansammlung ehemaliger Schüler und Lehrer. Man sehe, dass diese Schule etwas Besonderes sei. Für ehemalige Lehrkräfte wie Griseldis Sieberger, Herbert Zink, Jakob Schafhauser und Hugo Regotta gab es Applaus auf offener Bühne.

Peter Lenz, Ex-Bankdirektor und Abgänger des 1956er-Jahrgangs, plauderte indes ein wenig aus dem Nähkästchen. Am Ende betonte er: „Jeder hat seinen Abschluss gemacht, aus jedem ist etwas geworden.“ Zu vorgerückter Stunde spielte dann die Fritz-Röder-Band zum Tanz. Bis weit nach Mitternacht wurde gefeiert.

Alexander Fischer

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