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Ein bewegtes Jahr liegt hinter den Beamten der Polizeiinspektion Freising. Ein Höhepunkt war der Tag der offenen Tür am 4. Juni, wo die Besucher sogar einen Polizeihund in Aktion bestaunen durften (oben links). Den Überschuss aus dieser Veranstaltung konnte Polizeichef Ernst Neuner (oben rechts) als Spende an das Freisinger Interventionsmodell und die Klinikclowns übergeben. Bezahlt gemacht hat sich auch, dass die Polizei auf dem Freisinger Volksfest so starke Präsenz gezeigt hat.

Jahresrückblick mit Freisings Polizeichef Ernst Neuner  

„Ich bin froh, dass wir so streng waren“

Freising – Im Jahr 2016 hatten Deutschlands Polizisten viele Krisensituationen zu bewältigen: Angefangen bei den sexuellen Übergriffen in der Silvesternacht über den Amoklauf am OEZ bis hin zum Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin. Die schlimmen Vorfälle, die sich in diesem Jahr ereignet haben, warfen ihre Schatten auch bis in die Domstadt – viele Menschen fühlen sich nicht mehr sicher. Freisings Polizeichef Ernst Neuner ruft aber dazu auf, gelassen zu bleiben und sich nicht verschrecken zu lassen. Im Gespräch mit dem FT zieht er in Bezug auf die Arbeit seiner PI eine insgesamt positive Bilanz.

-Herr Neuner, wie fällt Ihr Rückblick auf das zu Ende gehende Jahr aus?

Neuner: Es war insgesamt ein wie üblich arbeitsreiches Jahr, vor allem geprägt durch die alltäglichen Dinge wie etwa die Aufnahme von Verkehrsunfällen. Das bestätigen auch die anderen Polizeiinspektionen im Landkreis.

-Also sind Sie insgesamt zufrieden?

Neuner: Ja. Es gab kaum große Ausreißer in der Bilanz.

-Das war aber, wenn man Deutschland insgesamt betrachtet, nicht so. Wie haben sich Ereignisse wie der Amoklauf am OEZ oder der Anschlag in Berlin auf Ihre Arbeit und die Ihrer Kollegen ausgewirkt?

Neuner:So etwas bringt immer zusätzliche Arbeit. Wenn sich die Gesamtlage ändert, dann ist man immer dazu gezwungen, die Sicherheit neu zu prüfen und Situationen anders zu bewerten. Zum Beispiel haben wir in diesem Jahr die Sicherheit auf dem Freisinger Volksfest erhöht. Es waren mehr Beamte vor Ort – zudem wurde durch Betonblöcke ein Zufahrtsverbot erzwungen. Gerade jetzt bin ich mehr als froh, dass wir als Polizei bei den Sicherheitsvorkehrungen so streng gewesen sind.

-Was für Herausforderungen brachte 2016 sonst noch mit sich?

Neuner: Eine sehr positive Herausforderung war unser Tag der offenen Tür am 4. Juni. Niemand von uns hatte jemals etwas in der Art gemacht – also waren wir nicht ganz sicher, was uns erwartet. Über 4000 Gäste sind gekommen, und die musste man ja verpflegen. Da hat die ganze Belegschaft mitgearbeitet. Aber ich bin sehr glücklich über das große Interesse der Bevölkerung. Eine andere Herausforderung war dann das Volksfest, weil wir immer für ein besonders sicheres Volksfest sorgen wollen. Bis auf einen schmerzhaften Fall haben wir das auch geschafft: Ein Sexualdelikt konnten wir nicht verhindern. Zumindest haben wir den Täter schnell gefasst.

-Und dann gab’s da ja auch noch Horror-Clowns?

Neuner: Die waren ein riesiges Problem – auch, weil wir viele Mitteilungen bekommen haben, obwohl es gar nicht so schlimm war. Durch die große mediale Präsenz hat das Thema so viel Angst geschürt, dass viele Leute zu Falschmeldungen verführt wurden. Kinder haben Arbeiter mit Warnwesten mit Clowns verwechselt. Oder jemand, der nachts unterwegs war, wurde für Passanten zum Clown. Dadurch waren unzählige Beamte gebunden.

-Was wünschen Sie sich für das folgende Jahr?

Neuner:Ich wünsche mir, dass die Kommunikation zwischen uns, den Kommunen und den anderen Inspektionen weiterhin funktioniert. Auch mit der Bevölkerung wünsche ich mir weiterhin einen guten Dialog. Die Bürger sind unser Partner – wir sind auf sie angewiesen, damit sie uns helfen, sie zu schützen. Am allermeisten hoffe ich jedoch, dass sie sich angesichts der Vorfälle in 2016 nicht verschrecken lassen.

Interview: Maximilian Schulz

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