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Das Beenden der Jamaika-Gespräche sei richtig gewesen, betonte FDP-Landeschef Daniel Föst (l.) in Freising.

Jamaika-Analyse bei der FDP Freising

Aufschwung nach dem Ausstieg

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Noch ein Tisch, noch ein Tisch und noch ein Tisch dazu. Am FDP-Stammtisch im Parkcafé musste immer wieder angebaut werden. Der Grund war klar: Daniel Föst, Landesvorsitzender der FDP in Bayern und frisch gewähltes Bundestagsmitglied, war gekommen, um über die gescheiterten Jamaika-Sondierungen zu berichten.

Freising – FDP-Ortsvorsitzender Jens Barschdorf betonte zu Beginn, es sei ja wohl „ein Trugschluss gewesen, dass Jamaika klappen könnte“. Mit dem Abbruch der Sondierungsgespräche hat die FDP offenbar richtig gehandelt: Seit dem Aus habe man allein in Bayern 280 Neumitglieder und nur 15 Austritte zu verzeichnen gehabt, berichtete Föst. Und auch im Parkcafé war die Stimmungslage unter den Mitgliedern und Freunden der Liberalen klar: Richtig so!

Kreisvorsitzender Martin Alberti sagte, er habe anfangs durchaus geglaubt, dass Jamaika eine Chance sei. Aber von Tag zu Tag sei er skeptischer geworden. Der Abbruch der Gespräche habe ihn deshalb genauso wenig überrascht wie Barschdorf. Und ein neuer FDP’ler fügte an, er wäre nicht seit ein paar Tagen FDP-Mitglied, wenn die Liberalen die Gespräche nicht beendet hätten.

Gescheitert seien die Sondierungen, so Föst, am fehlenden Vertrauen. Themen, die eigentlich besprochen und beschlossen worden waren, seien x-mal immer wieder aufgerollt und von vorne diskutiert worden. Beweis: Mittendrin habe man noch 50 offene Punkte gehabt. Als die FDP die Gespräche abbrach, seien es nach viereinhalb Wochen Diskussion wieder 237 noch ungeklärte Punkte gewesen. Und weil die FDP „nicht als Mehrheitsbeschaffer für Schwarz-Grün gewählt worden ist“, habe man abbrechen müssen. Hinzugekommen sei, dass 60 Leute am Tisch (nur vier von der FDP) „ein Murks“ gewesen sei, und hinzugekommen seien „Störfeuer“ von außen, vor allem durch Jürgen Trittin (Grüne) und die CSU, die bei Journalisten über die FDP „gelästert“ hätten. Föst war froh, „dass man rechtzeitig einen Schlussstrich gezogen“ habe. Wie die FDP und ihr Führungspersonal freilich diesen Ausstieg nach außen verkauft hätten, das sei freilich auch „Murks“ gewesen.

Wie es nun weitergeht? Föst würde eine Minderheitenregierung für spannend und attraktiv halten, glaubt angesichts einer „stabilitätsfixierten Angela Merkel“ aber am ehesten an eine GroKo. Im Bundestag selbst sitze die FDP neben der AfD – und das sei „nicht wirklich angenehm“. Egal, wer im Reichstag zu was spreche, AfD-Abgeordnete würden „Lügner!“, „Verräter!“ oder ähnliche Beleidigungen quer durch das Plenum schreien. Das sei dem Hohen Haus unwürdig, so die einhellige Meinung am FDP-Stammtisch in Freising.

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