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Blätterten in den Fotoalben vom großen Weltpfadfindertreffen 1957 in England: Josef „Joschi“ Piller und Herbert Lang.

Joschi Piller empfängt seinen Pfadfinderkameraden

Ein Wiedersehen nach 60 Jahren

Der Freisinger Josef Piller (83), ein ehemaliges Mitglied der St.-Georg-Pfadfinder, hat nach 60 Jahren einen Freund, den er bei einem Weltpfadfindertreffen in England kennenlernte, wiedergefunden. Und der hat ihn jetzt besucht.

Freising – Es war ein Zufall, der zu dem Wiedersehen Josef Pillers mit Herbert Lang aus Fröndenberg an der Ruhr führte: „Ich hab’ seinen Namen beim Durchblättern meines Pfadfinderalbums von 1957 entdeckt.“ Denn Piller, der nach der Flucht aus Ungarn in Freising eine neue Heimat gefunden hatte, und 1949 eine Ausbildung in der Traktorenfabrik Schlüter machte, wurde damals von anderen Azubis überredet, ebenfalls Pfadfinder zu werden.

Schnell entdeckte Piller, bei den St.-Georgs-Pfadfindern als Joschi bekannt (weil es damals im Verein schon zwei weitere Josef gab), seine Leidenschaft für die Gemeinschaft und es formte sich ein Traum: Er wollte an einem Weltpfadfindertreffen teilnehmen. Und im August 1957 klappte es: Joschi Piller reiste nach Sutton Park in England und nahm dort am Welttreffen teil. Aus Freising war er der übrigens einzige Pfadfinder: „Das war damals für jeden Einzelnen eine große finanzielle Investition und bei Vielen bestand auch nicht so das Interesse an einem solchen Treffen“. So kam es, dass Piller zusammen mit einer Gruppe anderer deutscher Pfadfinder im Lager untergebracht wurde. Zum Abschied tauschte er mit allen Adressen aus. Zurück in Freising, erstellte er ein Fotoalbum als Erinnerung.

Die Zeit verging: Piller ist heute nur noch Mitglied beim Pfadfinder-Förderverein in München. Doch die Erinnerung an das Treffen blieb. In regelmäßigen Abständen blättert er sein Adressbüchlein und das Fotoalbum von damals durch. Und da bliebe er vor kurzem zufällig an einem Foto mit der Bildunterschrift „Herbert“ hängen. „Ich wollte einfach wissen, wer das ist. Dann habe ich mein Adressbuch gesucht und die Adresse von einem Herbert Lang aus Fröndenberg an der Ruhr gefunden“, erzählt Piller. Eine erste Recherche ergab: Lang war inzwischen verzogen. Piller gab trotzdem nicht auf: „Mit der Hilfe der Post konnte ich ihn schließlich ausfindig machen und ihn anschreiben.“

Herbert Lang erinnerte sich sofort an Josef Piller und antwortete. Und dann hatte er noch eine Überraschung parat, erzählt Piller. „Herbert wollte ohnehin Verwandte in Bayern versuchen und auf seinem Weg in den Freistaat auch bei mir vorbeikommen.“

Und so kam es dann auch: Pfadfinderfreund Herbert Lang traf am Donnerstag bei Piller ein und blieb bis zum heutigen Samstag. Piller: „Nach seiner Ankunft blätterten wir die Fotoalben und Pfadfinderbücher durch. Den Abend haben wir dann gemütlich ausklingen lassen.“ Am Freitag führte Joschi Piller seinen Freund Herbert durch Freising und zeigte ihm die Schönheiten der Innenstadt und danach den Dom, Neustift und den Bürgerturm.                                                                    Katharina Kiesel

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