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Beim Eintreffen der AfD-Ergebnisse im Landratsamt zeigten sich Reinhold Reck (ÖDP), Guido Hoyer (Linke), Andreas Mehltretter (SPD) und Robert Weller (v. l. ) bestürzt.    

Zum Ausgang der Wahl – Ernüchterung auch bei der SPD

„Wir sind alle geknickt und enttäuscht“

Landkreis – Den Ausgang der Wahl kommentierten die Kandidaten so:

Andreas Mehltretter (SPD): „Ein bescheidenes SPD-Ergebnis. Wir sind alle geknickt und enttäuscht, weil wir uns sehr reingehängt haben hier im Kreisverband – und weil Martin Schulz gekämpft hat wie ein Löwe. Aber es hat nichts geholfen. Das Ergebnis zeigt die Entwicklung unserer Gesellschaft hin zu Rechtspopulismus und Rechtsextremismus. Und die AfD verkörpert das. Ich finde es erschreckend, wenn man mit Spitzenkandidaten, die Rassisten sind, solche Ergebnisse erzielen kann wie die AfD.“

Robert Weller (FW): „Für die Freien Wähler schaut’s im Landkreis Freising ganz gut aus, besser jedenfalls als noch vor vier Jahren. Das zeigt, dass wir hier gute Arbeit leisten. Leider ist das nicht überall der Fall. Im Nachbarlandkreis Erding etwa haben wir gar keinen Kandidaten gefunden. So etwas zieht das Ergebnis runter. Wenn die FW überall so gut aufgestellt wären wie hier in Freising, wäre die Fünf-Prozent-Hürde kein Problem. Es geht aufwärts mit der FW bei Bundestagswahlen. Langsam, aber sicher.“

Reinhold Reck (ÖDP): „Weite Teile der Bevölkerung haben die Dringlichkeit globaler Herausforderungen wie etwa die Erderwärmung entweder nicht erkannt oder verdrängen sie. Es ist auch erschreckend, dass ein weiterer Teil in nationalistischer Abschottung die Lösung von Problemen sieht. Das wird zu einer grandiosen Enttäuschung führen.“

Guido Hoyer (Linke): „Wir Linke haben etwas zugelegt. Immerhin etwas Positives bei dieser Wahl. Den Grünen gratuliere ich. Auch sie haben sich behauptet. Totgesagte leben eben länger. Enttäuscht bin ich von der SPD. Sie hätte sich klarer zu sozialen Themen äußern sollen – hier wäre eine Richtungsänderung nötig gewesen. Die AfD? Man wird sehen, was da jetzt kommt. Sie gibt sich ja gern als Kleine-Leute-Partei aus. Bald wird sich meiner Meinung nach herausstellen, dass das höchstens eine Alternative für Millionäre ist“.

Kerstin Schnapp (Grüne):

„Ich bin erst einmal froh, dass wir Grünen bundesweit doch besser abgeschnitten haben als es die letzten Prognosen befürchten ließen. Aber das Abschneiden der AfD, die in vielen Gemeinden zweitstärkste Kraft ist, schockiert mich, gerade hier in Freising und Pfaffenhofen. Wir haben doch wenig soziale Spannungen und die Flüchtlinge sind gut integriert. Wir haben hier in Pfaffenhofen AfD-Resultate von bis zu 18 Prozent.“

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