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„(K)einklang“ war die große Klammer der Familientragödien, die die Kaoskrew auf die Bühne brachte.

Kaoskrew im JUZ

Ein Kollektiv, das sich sehen lassen kann

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Midas, Orestes, Medea, König Lear. Sie alle, besser: die Mythen und Parabeln, die hinter ihren Mythen und Geschichten stecken, in Einklang zu bringen, sie in lediglich thematisch zusammenhängenden Einzelszenen auf die Bühne zu stellen, das tun Rob Weininger und die Theatergruppe KaosKrew derzeit im alten Jugendzentrum an der Kölblstraße.

Freising - Acht kurze „Familienträgödien“ aus der Feder Weiningers sind es, die da als Einakterzyklus unter dem vielschichtigen Titel „(k)einklang“ daherkommen. 15 junge Frauen und Männer bilden die KaosKrew und es ist auch für ihre sechste Produktion bezeichnend, dass das Programmheft keine Rollen mit der jeweiligen Besetzung ausweist. Zum einen, weil manche Figuren gar keinen Namen haben, zum anderen, weil bei diesem Schauspielerteam das Kollektiv und die Stücke im Vordergrund stehen. Und jenes Kollektiv kann sich schauspielerisch durchaus gut sehen lassen, bringt es die manchmal doch grotesken Situationen und Dialoge des Autors Rob Weininger in ihrer ganzen Schärfe, Direktheit oder auch intellektuellen Kompliziertheit klar, deutlich und gnadenlos ungeschönt auf die Bühne. Das thematische Band, das die acht, meist, aber nicht immer auf griechischen Mythen basierenden Szenen eint, ist die Familie. Familienträgödien spielen sich da also im Vis á vis ab, man sieht drei Ehefrauen eines Verstorbenen zanken („Hinterblieben“), man sieht einen Gott, der vergebens um die Liebe einer Frau buhlt („Abglanz“), oder man erlebt drei Töchter, die sich darum streiten, wer den Vater mehr geliebt hat („Erbfolgekrieg“), und auch „Elendes Schweigen“. Eingeführt in die einzelnen Dramolette wird man nicht nur durch ein Programmheft mit dem gut passenden Titel „Materialien zum Stück“, sondern dazwischen auch von Autor und Regisseur Weininger, der dabei auch mal den Bühnenumbau für die nächste Szene bewerkstelligt. So etwas ist – und das passt gut zu den ganz ursprünglichen zwischenmenschlichen und familiären Beziehungen, die „(k)einklang“ hier zeigt – schon fast archaisch. Vor allem aber ist es typisch KaosKrew, die mit ihrer Inszenierungs- und Schauspielkunst mehr als ein Dutzend Zuhörer bei der Premiere am Samstag verdient hätte. Und das waren – was allerdings ohne jede Symbolik für die Familienträgödien auf der Bühne war – meist Familienmitglieder.

Am Freitag, 21. April, und Sonntag, 23. April, tritt das Ensemble nochmals (jeweils um 20 Uhr) im Vis á vis auf. Es spielen: Johannes Golda, Leo Grupa, Sonja Kappelan, Andi Kammerloher, Sarah Lemberger, Fio Mandausch, Aläks und Bernie Rübenthal, Dave Santana, Julia Stark, Jakob Sturm, Conny Theimer, Rob Weininger, Lynda Wiederrecht und Minya Wurzinger.

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