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Freisinger sind begeistert: 17 kreative Blicke auf Karl Obermayr

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Von: Andreas Beschorner

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Bürger begutachten die Modelle
Zur Präsentation der Wettbewerbsergebnisse für ein Karl-Obermayr-Denkmal kamen allein am Samstag rund 300 Interessierte, um zu begutachten und abzustimmen. © Michalek

Der Verein Stadtheimatpflege Freising zeigte am Wochenende 17 Modelle des Denkmalprojekts Karl Obermayr. Was an der offenen Moosach aufgestellt wird, darüber entscheidet jetzt eine Jury.

Freising – Da hat die Stadtheimatpflege Freising wohl genau den richtigen Riecher gehabt: Zur Präsentation der Wettbewerbsergebnisse für ein Karl-Obermayr-Denkmal kamen allein am Samstag rund 300 interessierte Freisinger, um zum größten Teil auch eine Stimmkarte für ihren Favoriten-Entwurf abzugeben. Ende 2022 soll eine lebensgroße Statue des berühmten Sohns der Domstadt auf den Stufen der geöffneten Moosach in der Oberen Hauptstraße sitzen.

17 Entwürfe für das künftige Denkmal waren eingesandt worden und wurden am Wochenende im Nebenraum des Furtnerbräu gezeigt – kleine Figuren zunächst, teilweise aber auch schon mit modellierten Obermayr-Porträts in Originalgröße, dazu Beschreibungen des jeweiligen Entwurfs. Und da saß er also in verschiedenen Varian-ten, der 1931 in Freising geborene und 1985 viel zu früh gestorbene Schauspieler Karl Obermayr: mal beide Ellbogen auf die Knie gestützt und nach vorne blickend, mal eine Hand auf das Knie gestützt und zur Seite blickend, mal ein Knie über das andere schlagend und schräg nach oben in den Freisinger Himmel schauend. Mal hebt eine Figur mahnend den Zeigefinger der linken Hand und zitiert so ein Foto von Obermayr aus einem Theaterstück. Aber auch auf den Stufen zur Moosach stehend wurde das Denkmal interpretiert, genauso wie echtheitsgetreu entworfen, oder leicht verfremdet dargestellt.

Eine Büste von Karl Obermayr
Ein sensibler Gefühlsmensch war Karl Obermayr zeit seines Lebens – was diese Büste ausdrückt. © Michalek

Manche Künstler wollen Obermayr „unprätentiös und alltäglich“ zeigen, manche achten auf die „Kleidung“, die im Stil der 80er Jahre gehalten sein soll, manch einer würde ihn „zurückhaltend und zugewandt“ erschaffen, damit er das bunte Stadtleben beobachten kann. Andere wiederum würden ihn so entwerfen, als wäre er gerade auf dem Weg nach Hause, vom Filmset kommend, mit Aktentasche und im Anzug.

Modell des Obermayr-Denkmals
Ein bisserl Kopfeck-Manni – Karl Obemayrs Paraderolle aus dem „Monaco Franze“ – strahlt dieses Modell aus. © Michalek

Die Bürger, die am Wochenende aufgerufen waren, sich ihr eigenes Bild von den Entwürfen zu machen und auch ihr Urteil abzugeben, nutzten die Gelegenheit ausgiebig: „Da schaut er so aus, wie man ihn kennt“, hieß es zu dem einen Konzept oder „Da ist er irgendwie verdreht“, zu einem anderen.

Auf jeden Fall boten die Skizzen und kleinen Skulpturen jede Menge Anlass zu Diskussionen – und auch mal einen Blick hinaus auf die in jenem Teil bereits freigelegte Moosach, wo das Denkmal für Karl Obermayr einmal platziert werden wird. Fünf Entwürfe hätten sich dabei schon als Favoriten herauskristallisiert, hieß es am Sonntag. Bereits in dieser Woche soll, so der Plan, die Jury tagen und die Modelle genauer unter die Lupe nehmen, um dann – unter Berücksichtigung des Votums der Freisinger vom Wochenende – zu entscheiden, welcher Künstler und welcher Entwurf den Zuschlag erhält.

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Verschiedene Modelle des Obermayr-Denkmals.
Studien eines Schauspielers: Sitzend, stehend und Detailausschnitte. Die Künstler-Muster waren vielfältig. © Michalek

Welchen Entwurf sich Karl Obermayr, ein Volksschauspieler von Gottes Gnaden, der so viel mehr konnte als den Manni Kopfeck im „Monaco Franze“, ausgesucht hätte, kann man nur erahnen. Aber zu der Idee und dem Projekt des Vereins für Stadtheimatpflege Freising hätte er sicherlich einen Kommentar abgegeben: „Hund san’s scho, de Freisinger.“

Derweil ist man dabei, weitere Spenden für das außergewöhnliche Vorhaben zu akquirieren. Ziel ist es, rund 70 000 Euro aufzubringen. Ein Drittel, so hieß es, habe man bereits beisammen. Auf der Homepage für dieses Projekt (www.karl-obermayr.de) kann man sich nicht nur über das Ansinnen, über Karl Obermayr und über den Zeitplan informieren, dort kann man auch spenden, um seinen Beitrag dazu zu leisten, dass einer der großen Söhne der Domstadt seine gerechte Würdigung erhält.

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