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Sie krabbelte auf dem Fußboden der Bordtoilette

Kaum zu glauben: Servicepersonal findet Wasserschildkröte in Ferienflieger

Skurriler Fund auf einer Flugzeugtoilette: Das Servicepersonal einer Fluggesellschaft hat auf einem Flug von Punta Cana (Dominikanische Republik) nach München eine Wasserschildkröte entdeckt.

Flughafen - Wie die Auffangstation für Reptilien in einer Pressemitteilung informiert, machte das Personal diesen nicht alltäglichen Fund bereits am Montag. Offensichtlich hatte einer der Fluggäste das Tier demnach zuvor an Bord geschmuggelt und es während des Fluges ausgesetzt.

„Leider kommt es regelmäßig vor, dass Urlauber aus ihren Ferien ein exotisches Tier mitbringen und dieses illegal nach Deutschland einführen wollen“, erläutert Markus Baur, Leiter der Auffangstation für Reptilien in München. „Allerdings ist dies für uns das erste Mal, dass der Verursacher es sich bereits auf halber Strecke anders überlegt hat. Vermutlich hat bei seiner Entscheidung, das Tier doch schnell wieder loswerden zu wollen, auch die Angst vor dem Flughafenzoll eine wichtige Rolle gespielt.“

Bei der gefundenen Art, so Baur in der Mitteilung weiter, handelt es sich um eine junge Rotwangen-Schmuckschildkröte (Trachemys scripta elegans), die der unbekannte Urlauber vermutlich auf einem Basar o.ä. erstanden hat. „Nicht selten werden solche Tiere spontan aus Mitleid gekauft, weil die Haltungsbedingungen bei den Händlern alles andere als optimal sind“, weiß Baur. „Damit tut man aber weder den Tieren noch dem Tierschutz einen Gefallen, denn mit dem Mitleidskauf werden die Zucht und der Handel noch weiter angefeuert und somit letztlich die ganze Problematik verschärft.“ Nicht zuletzt handelt es sich bei der Rotwangen-Schmuckschildkröte um keine seltene Art. In den deutschen Gewässern können diese Tiere in immer größeren Mengen beobachtet werden, weil Tierhalter, denen die Exoten lästig wurden, sie hier regelmäßig aussetzen.

Wer ein Tier illegal in die EU einführt, informiert Patrick Boncourt von der Auffangstation, muss zudem damit rechnen, dass das Urlaubsmitbringsel vom Zoll beschlagnahmt und der Importversuch mit einer hohen Geldstrafe geahndet wird. Boncourt: „Nicht selten stellt sich dann auch die Frage, was im Anschluss mit dem illegalen Tier passieren soll.“ Der blinde Passagier vom Flug DE2241 hatte da ganz offensichtlich mehr Glück: Die Schildkröte dürfe Boncourt zufolge fortan gemeinsam mit rund 500 ihrer Artgenossen in einem artgerechten Refugium der Reptilienauffangstation in München verbringen, bis sie schließlich in sachkundige Hände weitervermittelt werden kann.

 

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