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Kein Name, aber 80 Stimmen

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© Armin Forster

Ein neuer Chor für junge Erwachsene etabliert sich gerade in Freising. Die lässige Runde ohne Namen hat innerhalb weniger Wochen bereits 80 Singfreunde angelockt.

Während Lukas Maier und Maria Neumair, die jeder nur Mimi nennt, vorne erklären, wie die nächste Textpassage „am besten leicht gehaucht wird“, sind viele Chormitglieder in eigene Gespräche vertieft. Einer wischt auf seinem Smartphone herum. Jeder Musiklehrer würde jetzt genervt Ruhe einfordern und für Aufmerksamkeit sorgen.

Doch die beiden Studenten der Musikhochschule München scheinen sich daran nicht zu stören: Neumair und Maier geben unbeirrt Tipps, wie „Du trägst keine Liebe in dir“ der Band Echt am besten gesungen wird. Als dann die erste Klaviernote erklingt und Mimi Maier dirigierend die Arme in die Luft schwingt, schallt es aus den Kehlen der Anwesenden, als ob sie nie etwas anderes gesungen hätten.

Was da seit knapp zwei Monaten immer mittwochs um 20 Uhr im Großen Musiksaal des Freisinger Camerloher Gymnasiums passiert, ist für die Domstadt etwas ganz Neues. Einen Jazz/Pop-Chor, wie Lukas Maier ihn tituliert, der speziell für junge Erwachsene gegründet wurde und derart locker geführt wird, hat in Freising bislang nicht existiert. Mitgliedsbeiträge gibt es keine, Anwesenheitspflicht herrscht auch nicht.

Manche haben Freunden davon erzählt - die sind jetzt auch dabei

Zum Großteil besteht der Chor aus ehemaligen Camerloher-Schülern, die durch ihre Zeit am musischen Gymnasium vorgeprägt sind. Manche von ihnen haben noch Freunden davon erzählt, die machen jetzt auch immer öfter mit. Alles in allem zählt man rund 80 Mitglieder.

Kilian Handlos (26) und Lorin von Normann (25) stehen auf ihren Stühlen und tönen „Dab, du da-rab, dab, du, da-rab.“ Manchmal, während dem Singen, entfährt ihnen ein Lachen, so viel Gaudi haben sie hier. Die Freude an der Musik, die sie damals im Schulchor so schätzen gelernt hatten, die am Camerloher allgegenwärtig ist - sie war plötzlich weg: als beide ein Lehramtsstudium begannen.

Dann erfuhr Handlos von alten Schulfreunden, dass etwas für Leute wie ihn gegründet werde. Wenige Tage später war der 26-jährige Gründungsmitglied des Chors. „Das Lockere ist das Angenehme“, wird er später seinem Spezl Lorin erzählen, und dass „die Auswahl der Lieder mal was Anderes“ sei. Beim nächsten Mal ist von Normann auch dabei. Geübt wird „Everybody“ von den Backstreet Boys.

„Jetzt nur die Tenöre“, ruft Mimi Neumair und nur Kilian Handlos und vier junge Männer neben ihm singen „dab, du da-rab, dab du da-rab“. Lukas Maier wippt am Klavier vor und zurück und gibt mit übertriebenen stummen Mundbewegungen Texthilfe. „Dei-ne Au-gen seh’n ver-zwei-felt, dein Lach-en klingt so auf-ge-setzt“, singen jetzt alle zusammen.

Armin Forster

Lesen Sie den kompletten Artikel inkl. Interview mit den Chorleitern in der Wochenendausgabe (14./15.12.) des Freisinger Tagblatts.

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