Kind tot gefahren

Kommentar: Dieses Urteil spricht allen Eltern Hohn

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Unter Drogeneinfluss hat ein Mann (51) ein zwölfjähriges Mädchen überfahren. Das Kind starb einige Tage später. Jetzt ist der Mann zu 6400 Euro verurteilt worden. FT-Redakteur Manuel Eser versteht die (juristische) Welt nicht mehr.

Freising - Für einen normal denkenden und vor allem normal fühlenden Menschen ist dieses Urteil nicht nachvollziehbar. Am 14. Oktober 2017 ist ein zwölfjähriges Mädchen zwischen Nandlstadt und Hausmehring überfahren worden. Sie starb einige Tage später. Neben einer Verkettung unglücklicher Umstände (schlecht beleuchtete Straße in den Abendstunden, dunkle Kleidung am Mädchen) hatte der Fahrer (51) einen Joint geraucht (wir haben berichtet). Nur wenige Wochen nach der Tragödie wurde er wieder unter Drogenrausch am Steuer erwischt. Da fährt jemand ein Kind tot und lernt keinen Jota dazu. Schlimmer noch: Er will dem Vater der Toten die Kosten für die Schäden an seinem Wagen aufhalten.

Auch aus dem Prozess wird er nichts lernen, denn er kam mit einer milden Geldstrafe davon. Auch wenn man den Wert eines unschätzbaren Menschenlebens kaum beziffern kann – mehr als 6400 Euro ist es schon wert. Bis zu fünf Jahre Gefängnis lässt die Gesetzeslage bei fahrlässiger Tötung zu. Als Vater dreier kleiner Kinder kann ich sagen: Für jeden, der mit viel Mühe, Schweiß und vor allem Herzblut Kinder großzieht, spricht dieses Urteil Hohn.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa / Armin Weigel

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