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Auch wenn alles Schlag auf Schlag geht: Johannes Becher (Grüne) bleibt entspannt.

100 Tage im Amt

Kita der Zukunft und mehr: Das hat Freisings Neu-Abgeordneter Becher vor

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Er ist erst seit 100 Tagen im Amt, doch der neue Freisinger Abgeordnete Johannes Becher (Grüne) hat schon viele Projekte am Laufen. Die Kita der Zukunft ist nur eines davon.

Freising/München – „Ich bin schon an der richtigen Stelle.“ Nach 100 Tagen als Landtagsabgeordneter hat es Johannes Becher (30) noch zu keiner Sekunde bereut, für die Grünen ins Maximilianeum eingezogen zu sein. „Es gefällt mir gut, es macht Spaß, und es ist sehr viel Arbeit“, sagt der Moosburger.

„Ein Kribbeln“ – das habe er in den ersten Wochen schon des Öfteren verspürt. Kein Wunder, seien es doch „viele erste Male“ gewesen: die erste von inzwischen schon drei Reden im Plenum, zum ersten Mal Arbeitgeber von drei Mitarbeiterinnen, zum ersten Mal den eigenen Namen im dpa-Verteiler zu lesen, zum ersten Mal nicht als Mitarbeiter von Christian Magerl, sondern als MdL das Büro an der Ismaninger Straße aufzusperren, und und und.

„Vom Wickeltisch bis zur Schultüte“

Den Umgang innerhalb der eigenen Fraktion findet Becher „überraschend harmonisch“ – überraschend deshalb, weil es jetzt 38 „grüne“ Abgeordnete sind, viele davon neu, und jeder erst seinen Platz finden müsse. Bechers Rolle ist klar: Mitglied im Innenausschuss (und da zuständig für kommunale Fragen) und Mitglied im Sozialausschuss (und dort zuständig für frühkindliche Erziehung, also „vom Wickeltisch bis zur Schultüte“).

Weil er sich aber weiterhin als Ansprechpartner für die Menschen im Landkreis Freising sieht, ist er auch oft in der Region unterwegs. Beispielsweise besucht er gerade alle 24 Landkreis-Bürgermeister und plant wieder eine Wanderung – Thema: Hopfen. Deshalb hat Becher auch in der Villa Bertha in Freising (Haydstraße 2) ein Büro angemietet, wo nicht nur seine Mitarbeiter mal tätig sein können, sondern auch er Bürgergespräche führen kann.

Schelmisch: Becher will Zierer unterstützen

Und der Kontakt zu den anderen beiden Abgeordneten aus Freisinger Landen? Mit Benno Zierer von den Freien Wählern sei der persönliche Kontakt gut. Freilich erwarte er sich, dass von der Regierungspartei in Sachen Ultrafeinstaub, Nachtflug und gekauftes Wachstum am Airport „mehr kommt als nur die Ablehnung von Anträgen der Grünen und warme Worte“. Wenn Benno Zierer da Unterstützung in der eigenen Fraktion brauche, dann sei er gerne bereit, ihm zu helfen, sagte Becher und schmunzelt schelmisch.

Und Staatsminister Florian Herrmann? Da vermisse er, dass der CSU-Mann deutlich den Widerstand gegen die Startbahn artikuliere. Wenn es freilich darum gehe, Lösungen für praktische Probleme der Kommunen zu finden, dann rede er auch mit Herrmann.

Das Amt - Verantwortung und Ehre zugleich

Sein schönstes Erlebnis als MdL? Das sei die konstituierende Sitzung am 5. November gewesen. Nach Wahlkampfstress und Tagen, in denen alles Schlag auf Schlag gegangen sei, habe ihn auf dem Weg zum Maximilianeum die Erkenntnis der Verantwortung und der Ehre überkommen.

Und das ärgerlichste Erlebnis? Das sei schon der Koalitionsvertrag zwischen CSU und FW gewesen. Da hätte er sich etwas anderes erwartet.

Straßensatzungen sorgen für Unfrieden

Was steht die kommenden 100 Tage an? Im März werde er mit den einschlägigen Verbänden ein Expertengespräch zum Thema „Kita der Zukunft“ führen. Sicherlich werde es große Debatten geben, wenn es darum gehe, im Doppelhaushalt die zusätzlichen Gelder des Bundes für Kindertagesstätten richtig einzusetzen: Er und die Grünen setzten da eher auf Qualität, die Staatsregierung eher auf das Gießkannenprinzip für die Eltern – egal ob die das Geld bräuchten oder nicht.

Beschäftigen werde ihn künftig auch die Abwicklung der Straßenerschließungssatzung und der Straßenausbaubeitragssatzung. Denn, so seine Wahrnehmung: „Was da derzeit zu hören ist, stiftet momentan viel Unfrieden.“

Wichtige Entscheidung im Kaukasus

Außerdem ganz oben auf der Agenda von Johannes Becher: der Flugverkehr. „Ich werde bei den Themen Ultrafeinstaub, Nachtflug und Aufhebung des Planfeststellungsbeschlusses für die Startbahn nicht nachlassen.“

Dass er 2020 für den Freisinger Kreistag kandidiert, ist so gut wie sicher. Ob er für einen Sitz im Moosburger Stadtrat antritt, hängt von dem Zeitaufwand als MdL ab und wird Becher erst noch entscheiden: im Sommer, wenn er per Zug den Kaukasus bereist.

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