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Als Wirtschaftsmacht sei Europa gerade dabei, unterzugehen: eine der Thesen von Richard C. Schneider – hier mit Maria Rupprecht in der Freisinger Buchhandlung. Die Zuschauer bekamen ein sehr persönliches Israel-Portrait zu hören. 

In der Buchhandlung Rupprecht in Freising 

Klare Worte in Freising: Journalist Richard C. Schneider nennt Bundesregierung „feige“ 

Er ist Top-Journalist und Israel-Kenner. In Freising sprach Richard C. Schneider jetzt Klartext.

Freising – Kritiker nennen es ein „persönliches Porträt“ über Israel. „Alltag im Ausnahmezustand“ heißt das neue Buch von Richard C. Schneider. Der langjährige Leiter des ARD-Studios in Tel Aviv war am Montag Abend zu Gast in Freising. In der Buchhandlung Rupprecht legte er einleuchtend dar, warum man das Land im Nahen Osten bewundern kann, es zugleich aber auch als Besatzungsmacht kritisieren muss. Der Journalist zeigte ebenfalls auf, wie sehr religiöse Kräfte weltweit immer mehr an Einfluss gewinnen: Nicht nur im Nahem Osten, sondern auch in den demokratischen Staaten im Westen.

High-Tech-Standort tel Aviv

Man schrieb das Jahr 1993. Das Oslo-Abkommen war soeben im Weißen Haus unterschrieben worden. Viele hofften, es werde eine Ära des Friedens geben. Heute glaube in der Region keiner mehr an die Zwei-Staaten-Lösung, meinte Schneider. Ganz gelassen erzählte er zunächst davon, warum es dem amtierenden Ministerpräsident Benjamin Nentanjahu bereits seit zehn Jahren gelinge, an der Macht zu bleiben. „Er hat für Israel viel geleistet“, stellte der Nahost-Kenner klar. Tel Aviv sei einer der wichtigsten High-Tech-Standorte der Welt. Hier werde die Zukunft programmiert und gestaltet. Die Welt komme nach Israel, um Geschäfte zu machen. Als Taktiker sei er ein gewiefter Mann, attestierte der Journalist dem Politiker. „Es gibt wohl keinen anderen Kleinstaat, der so häufig sowohl den russischen als auch den amerikanischen Präsidenten empfängt.“

Asymetrische Kriege nehmen zu

Schneider ließ im Laufe des Abends immer wieder durchscheinen, dass er Nentanjahus Politik zwar nicht mag, aber durchaus Respekt zolle. Klar im Urteil, persönlich und engagiert erzählt er auch darüber, wie sehr sich die Gesellschaften derzeit veränderten. Sowohl im Osten, als auch im Westen schaukle sich der Extremismus hoch. Sogenannte „asymetrische“ Kriege nähmen zu. Solche, in denen ideologisch-religiöse Konflikte ausgetragen würden. Fehler, die die Obama- Regierung mit ihrer Nahost-Politik gemacht habe, wurden kritisiert, ebenso die aktuellen Entscheidung der USA, aus dem Vertrag zur atomaren Abrüstung auszusteigen.

Europa? Geht unter

Die Rolle, die Europa derzeit im Weltgefüge einnehme? Wirtschaftlich gesehen sei Europa dabei, unterzugehen, so die Einschätzung des Journalisten. „Feig und impotent“, so nannte er die derzeitige Haltung der Bundesregierung, wie sie auf der zurück liegenden Sicherheitskonferenz vorgeführt wurde. Natürlich wurde auch der Konflikt zwischen dem Iran und Israel thematisiert. Im Nahen Osten frage niemand mehr, ob es zum offenen Krieg zwischen Israel und dem Iran kommen könne. Es gehe nur noch um das Wann und Wie. 

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