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„Klimadekade“ hat angefangen: Freisings Landrat drängt auf Klimawende - Rathauschefs fürchten den Widerstand

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Von: Andreas Beschorner

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Streit um Ausbau der Windkraft in Bayern
Viel Gegenwind gab es für die Windkraftanlage in Johanneck. Diesen Widerstand fürchten einige Rathauschefs, wie die Bürgermeisterdienstbesprechung gezeigt hat. Symbolbild © Photographer: Andrea Jaksch

Die nächsten zehn Jahre sollen eine Klimadekade sein: Freisings Landrat appelliert an die Kommunen, selbst so schnell wie möglich aktiv zu werden.

Freising – Seinen flammenden Appell, die kommenden zehn Jahre zur „Klimadekade“ auszurufen, hat Landrat Helmut Petz in der Bürgermeisterdienstbesprechung am Dienstag wiederholt. Vor allem: Landkreis und Gemeinden müssten nun selbst tätig werden – gerade bei der Ausweisung von Vorrangflächen für Windräder. Nur so könne man das Zepter des Handelns selbst in der Hand halten. „Sonst müssen wir uns von anderen sagen lassen, was wir wie zu tun haben“, warnte Petz.

Freiflächen-PV-Anlagen: „Sofort anfangen“

Anlass dieses Appells und der anschließenden Diskussionen war der Rückblick von Petz auf die Klimakonferenz des Landkreises am 20. und 21. Mai. Dabei habe sich gezeigt, dass man „ein ganzes Panoptikum“ an Möglichkeiten habe, um die Klimawende noch zu schaffen. Was den Neubau von Freiflächen-Photovoltaikanlagen betreffe, könne man beispielsweise „sofort anfangen“, so Petz, habe man doch mit dem von Professor Markus Reinke (HSWT) betreuten Studienprojekt, dessen Ergebnisse kürzlich präsentiert wurden, eine ideale Grundlage.

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Vor allem aber müsse man bei der Ausweisung von Vorrangflächen für Windräder „selbst tätig“ werden, denn alles deute darauf hin, dass der Gesetzgeber nun die Sache in die Hand nehmen wolle und dann die Regionalen Planungsverbände solche Flächen festzulegen hätten. Wenn man aber bis dahin schon beispielsweise einen eigenen Teilflächennutzungsplan für den Landkreis erstellt habe, werde der Regionale Planungsverband einen Teufel tun und selbst aktiv werden. „Dafür lege ich meine Hand ins Feuer“, versicherte Petz. Und so könne man das Heft des Handelns selbst in der Hand behalten.

Viele Pläne fertig in der Schublade

Freilich war Petz klar, dass dieses Unterfangen zu Ärger und Streit in den Gemeinden führe. Beispiel: Mauern, wo die BI gegen Windkraft am 10. Juli zu einer Veranstaltung geladen habe, wie Attenkirchen Bürgermeister Mathias Kern wusste. Mauerns Rathauschef Georg Kroyer berichtete, dass bei einer früheren Veranstaltung der BI „alles schlecht geredet“ worden sei. Befürworter und solche, die an die Ausweisung von Konzentrationsflächen nur dächten, seien „mundtot“ gemacht worden.

Paunzhausens Bürgermeister Johann Daniel betonte, viele Gemeinden hätten solche fertigen Pläne in der Schublade. Er bezweifle aber, dass das den Regionalen Planungsverband interessiere. Susanne Hoyer, Bürgermeisterin von Langenbach und Kreisvorsitzende des Gemeindetags, verwies auf die Willensbekundung des Kreisverbandes, dass man gemeinsam und landkreisweit ein Konzept für Windkraft im Landkreis erarbeiten und aufstellen wolle. Der Vorteil: „So können wir uns gemeinsam gegen den Widerstand stützen. Dann erwischt es den einzelnen Bürgermeister nicht so stark.“

Die Anmerkung von Daniel, Kommunen im Ampertal und im Norden hätten ihr Soll teilweise schon erfüllt, müssten dann aber Windräder und Freiflächen-PV-Anlagen zulassen, „weil der Strom im Süden gebraucht wird“, konterte Landrat Petz so: „Wir sind ein Landkreis. Wir alle zusammen müssen es schaffen.“

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