Klimaschutzbündnis-Info über neues Kataster

Leitfaden für eine sonnige Energiezukunft

Landkreis - „Anstöße geben“ wollte das Infotreffen des Klimaschutzbündnisses. In der Landratsamts-Klosterbibliothek erfuhren die Vertreter der Kreisgemeinden, wieso sich Photovoltaik auf einer Kläranlage lohnt, und was es mit einem Solarpotenzialkataster auf sich hat.

Wohl nicht nur in Kranzberg ist die Kläranlage der größte Stromfresser in der Gemeinde. Deshalb hatte das Energiekonzept der ILE Ampertalgemeinden für Kranzberg auch den Bau einer Photovoltaik-Anlage (PV) zur Versorgung der Kläranlage mit Strom aus erneuerbaren Energien vorgesehen. Seit vergangenem Jahr ist die Anlage nun in Betrieb.

Und sie läuft, wie Geschäftsleiter Klaus Burgstaller berichtete. Gerade weil eine Kläranlage viel Strom benötige, sei eine PV-Anlage sinnvoll. In Kranzberg liege der Eigenverbrauchsanteil des erzeugten Stroms bisher bei 85 Prozent, mit jeder Kilowattstunde, die man aus der PV-Anlage entnehme, spare man elf Cent. Eine im Vorfeld angestellte Wirtschaftlichkeitsberechnung habe ergeben, dass sich die Anlage nach elf Jahren amortisiert habe. Freilich: Um den Eigenverbrauchsanteil weiter zu erhöhen, seien weitere „Optimierungsmaßnahmen“ an der Kläranlage geplant – beispielsweise neue Steuerungen und neue Gebläse. Doch weil die Erfahrungen mit der PV-Anlage am Klärwerk so positiv seien, plane die Gemeinde Kranzberg nun weitere solche Anlagen auf gemeindlichen Gebäuden. Damit man, so Burgstaller, auch künftig im Winter noch einen zugefrorenen See habe, auf dem man Eisstockschießen könne.

Kommunen wie Kranzberg sehen sich mit ihren Maßnahmen für den Klimaschutz oft auch als Vorbilder für ihre Bürger. Für die ist es dann aber wichtig zu wissen, ob sich eine PV-Anlage oder eine Solarthermie-Anlage auf ihrem Häusle überhaupt lohnt, was sie kostet, ob und wann sie sich amortisiert haben dürfte. Damit man da nicht erst einen Sachverständigen bemühen muss, hat der Landkreis Ebersberg Ende Februar 2016 ein Solarpotenzialkataster in Betrieb genommen, das Philipp Rinne von der Energieagentur Ebersberg gGmbH am Montag vorstellte und das man möglicherweise auch für den Landkreis Freising erstellen könnte, so Landrat Josef Hauner.

Dieses Kataster ist ein Online-Tool, in dem alle 72 000 Dächer, die es im Landkreis Ebersberg gibt, samt aller wichtigen dazugehörigen Daten enthalten sind. Jeder Bürger kann so mit ein paar wenigen Mausklicks sehen, ob sein Dach für die Erzeugung regenerativer Energien geeignet ist. Vor allem aber erfährt er auch, wie groß die Anlage im Idealfall sein sollte, kann dann selbst einige Parameter wie Größe und Eigenkapital eingeben, und sich mittels eines Wirtschaftlichkeitsrechners blitzschnell ausrechnen lassen, wann sich die jeweilige Anlage amortisieren würde. Auch wichtig: Per Internet hat der Interessent dann auch eine Handwerkerbörse präsent, auf der er Fachfirmen aus der Region vorfindet. Noch, so Rinne, habe man keine statistische Auswertung und keine nachweisbaren Erfolgszahlen. Aber es gebe positive Resonanzen: 250 Anfragen pro Monat könne man verzeichnen, und allein im ersten Monat seien aufgrund des Katasters sechs PV-Anlagen installiert worden. Rinnes Fazit zu dem Angebot, das den Landkreis Freising rund 14 500 Euro pro Jahr kosten würde: „Es bringt sehr viel und ist total schlau.“ 

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