Das Bild zeigt Hans Stanglmair (Solarfreunde Moosburg) bei der Online-Pressekonferenz.
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Wenn man nicht gegensteuert, dann werden die Folgen des Klimawandels katastrophal, betonte Hans Stanglmair (Solarfreunde Moosburg) bei der Pressekonferenz.

„Klimawahl 2021“ stellt die Weichen

„Bündnis Klimagerechtigkeit“ im Landkreis Freising steckt Ziele ab

16 Organisationen bilden die „Klimagerechtigkeit Region Freising“. Das Ziel: den Bürgern Entscheidungshilfen in puncto Wahl zu geben.

Landkreis – Bei einem virtuellen Pressegespräch wurden die Mitglieder des Bündnisses und die Kernforderungen vorgestellt. Klimaschutz werde immer spürbarer, betonte Hans Stanglmair von den Solarfreunden Moosburg. Erschreckende und alarmierende Bilder der vergangenen Tage und Wochen hätten das gezeigt. Wenn man jetzt nicht gegensteuere, werden die Folgen des Klimawandels „katastrophal“. Und weil in den kommenden Jahren die Weichen für das Klima gestellt würden, seit 2021 eine „Klimawahl“.Ansgar Wübbels, der den Anstoß zur Bildung des Bündnisses gegeben hatte, beschrieb seine Motivation so: Es könne nicht sein, dass der 26. September nur Corona zum Thema habe, das große und wichtigere Thema Klimawandel kaum eine Rolle spiele. Denn: „Das Thema brennt.“ Mit dem Bündnis und mit den Kernforderungen wolle man keine Partei ergreifen, sondern dem Bürger wichtige Punkte und Informationen an die Hand geben, damit er selbst entscheiden könne, welcher Partei er seine Stimme gebe. Diese „Kernforderungen“ sind auf der Homepage (www. klimagerechtigkeit-freising.de) veröffentlicht. Zudem wird das Bündnis an den Marktsamstagen in Freising und Moosburg aktiv sein.

Der Ausstieg

Eine grundsätzliche Forderung des Bündnisses ist der schrittweise Ausstieg aus fossilen Energieträgern bis 2035. „Wir müssen die fossilen Energien schnell komplett loswerden“, wie es Raimund Becher (Solarfreunde Moosburg) formulierte. Und noch eine Grundaussage: Zu Lasten der sozial Schwächeren dürfe dies aber nicht gehen. Im Bereich des Klimaschutzes fordert das Bündnis beispielsweise eine deutliche Erhöhung der CO2-Bepreisung bei sozialem Ausgleich, die Abschaffung aller klima- und naturschädlichen Subventionen, die Einführung einer Klimaverträglichkeitsprüfung bei allen Projekten oder auch den Erhalt der Biodiversität – beispielsweise als regionale Maßnahme den Erhalt und die Regeneration des Erdinger und Freisinger Mooses, wie BN-Geschäftsführer Manfred Drobny sagte. Wie Ernst Hörmann (Mahnwache Klimagerechtigkeit Freising) betonte, müsse die Bürgerenergie gefördert werde, müsse Energieeinsparung noch mehr und stärker belohnt werden. Raimund Becher forderte das „Phasing-out“, also den Ausstieg aus fossilen Energien als „roten Faden“, wie ihn die Politik festsetzen müsse. Der Kohleausstieg – also auch in Anglberg – müsse auf das Jahr 2030 vorgezogen werden, die Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien müsse von derzeit 250 Milliarden Kilowattstunden pro Jahr auf 1600 Milliarden gesteigert werden, unnötige Hemmnisse beim Ausbau erneuerbarer Energien müssten abgeschafft werden (Stichwort: 10H-Regelung für Windräder).

Die Forderungen

Forderungen des Bündnisses im Bereich Mobilität und Flugverkehr waren Punkte, die Christian Magerl (Aufgemuckt) präsentierte: Schluss mit Benzin, Diesel und Erdgas in Fahrzeugen ab 2035, eine Überarbeitung des Straßenverkehrsplans samt Straßenbau-Moratorium und auf regionaler Ebene der Verzicht auf den vierstreifigen Ausbau der Isarquerungen im Raum Freising (Schlüterbrücke und B 301 bei Marzling). Außerdem – und das ginge sofort und ohne Kosten: ein klimawirksames Tempolimit. Alles wichtig, weil gerade im Sektor Mobilität in den vergangenen 16 Jahren praktisch nichts gegen den Klimawandel geschehen sei.

Der Flugverkehr

Beim Flugverkehr hat man als Forderungen die Streichung von Subventionen, das Verbot von Kurzstreckenflügen und ein Nachtflugverbot ebenso wie die rechtsverbindliche Aufhebung des Planfeststellungsbeschlusses für die dritte Startbahn formuliert. Zum Schluss noch der Bereich Gebäude: Da müsse, so Stanglmair, Sanierung vor Neubau gehen – beides aber mit klimafreundlichen Materialien, energetische Gebäudesanierung müsse effektiver gefördert werden, Hausbesitzer müssten besser informiert werden.

Gut zu wissen

Die Mitgliedsorganisationen von „Klimagerechtigkeit Freising“ sind: Agenda 21 Energie und Klimaschutz (Freising), ADFC, Aktionsbündnis Aufgemuckt, Bund Naturschutz (BN) Kreisgruppe Freising, Bürger Energie Genossenschaft Freisinger Land eG, Bürgerverein Freising, Citizens for Future (Hallbergmoos), Fridays for Future (Freising), Greenpeace Moosburg, Mahnwache Klimagerechtigkeit Freising, Solarverband Bayern, Solarfreunde Moosburg, Sonnenkraft Freising, Tagwerk Biomarkt Freising, Verkehrs Club Deutschland (VCD), Weltladen Freising.

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