1. Startseite
  2. Lokales
  3. Freising
  4. Freising

Klimawandel: Öko-Pionier aus Freising erntet die Früchte des Erfolgs

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

null
Im Rahmen der Hofbegehung wurden auch die Ackerflächen des Braun-Hofs unter die Lupe genommen. Mit dabei waren (v. l.) Sepp Braun, Josef Wetzsteinm (Vorsitzender der Landesvereinigung für den ökologischen Landbau in Bayern), Richard Mergner (BN-Landesvorsitzender) Wolfgang Willner (Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Freising), Beate Rutkowski (BN-Landesvorstandsmitglied) und Josef Bauer (Mitglied der Landesvereinigung für den ökologischen Landbau). © Martin

Er ist ein Pionier in Sachen nachhaltige Landwirtschaft: Biobauer Sepp Braun aus Freising-Achering hat seinen Ackerland- und Tierhaltungsbetrieb vor 30 Jahren auf Ökolandbau umgestellt. Ein hartes Unterfangen, das sich gelohnt hat.

Freising – Er ist ein Pionier in Sachen nachhaltige Landwirtschaft: Biobauer Sepp Braun aus Freising-Achering hat seinen Ackerland- und Tierhaltungsbetrieb vor 30 Jahren auf Ökolandbau umgestellt. Wie vorausschauend seine Entscheidung damals auch im Hinblick auf den Klimawandel war, wurde am Donnerstag bei einer Hofbegehung deutlich, zu der der Bund Naturschutz (BN) und die Landesvereinigung für den ökologischen Landbau in Bayern eingeladen hatten.

Der zurückliegende Sommer hat es gezeigt: Trockenheit und Hitze haben vielen Landwirten arg zugesetzt. Futterknappheit, Ernteausfälle oder auch Probleme bei der Gülleausbringung seien aufgetreten, sagte BN-Landesvorsitzender Richard Mergner. Nothilfezahlungen von Seiten der Agrarpolitik seien wichtig, aber sinnvoller sei es, wenn der Bauer langfristig selber zum Klimaschützer werde. Wie Sepp und Irene Braun.

Die Landwirte haben Mitte der 1980er Jahre damit begonnen, die rund 38 Hektar großen Ackerfläche in ein nachhaltiges Kohlenstoffspeichersystem zu verwandeln. Dreh- und Angelpunkt dieses Prozesses sei der Humus, sagt Braun. Eine gute Humuswirtschaft zeichne sich durch vielfältige Fruchtfolge aus. Nachdem das Getreide geerntet ist, wächst auf seinen Feldern Luzerne, die mit Kleegras, Kresse und Gewürzkräutern gemischt wurde.

Rund 400 Regenwürmer bevölkerten einen Quadratmeter – auf konventionell bewirtschafteten Äckern seien es gerade einmal 16. Durch die Arbeit der Regenwürmer entsteht auf Brauns Äckern eine breite Humusschicht – und die binde pro Hektar bis zu 15 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr, so der Landwirt. Sepp Braun spart damit nicht nur Düngemittel, sondern tut auch etwas gegen den Klimawandel. Das kräuterreiche, nährstoffreiche Heu, das über die Abwärme einer Hackschnitzelanlage getrocknet wird, tue auch der Verdauung seiner Milchkühe gut, meint Braun. Die Wiederkäuer würden beim Verdauungsprozess weniger Methan ausstoßen.

In Brauns Naturkonzept gehört es auch, die nachwachsenden Rohstoffe in sogenannten Agroforstsystemen selbst anzubauen. Von der Regierung erhoffe man sich mehr finanzielles Engagement für eine energiesparende, klimaschützende und artgerechte Landwirtschaft, sagte Josef Wetzstein, Vorsitzender der Landesvereinigung für den ökologischen Landbau in Bayern. „Die agrarpolitischen Weichen müssen jetzt gestellt werden.“

Maria Martin

Auch interessant

Kommentare