1. Startseite
  2. Lokales
  3. Freising
  4. Freising

Klinikum Freising: Corona ist zurück auf der Intensivstation

Erstellt:

Von: Manuel Eser

Kommentare

Blick in Intensivstation mit Ärztin
Die Zahl der Patienten im Klinikum Freising ist auch ohne Covid schon hoch. Immerhin aber freut sich die Belegschaft über mehr Personal. © Klinikum Freising

Schwere Corona-Verläufe nehmen am Klinikum Freising wieder zu. Aber es gibt auch gute Nachrichten.

Freising – Viele Tage lang gab es keine Corona-Patienten mehr auf der Intensivstation des Freisinger Klinikums. Jetzt hat es das medizinische Personal erstmals seit Langem wieder mit schwereren Krankheitsverläufen zu tun –und das, obwohl auch ohne Covid-Fälle derzeit so viele Patienten im Krankenhaus sind, dass einzelne Stationen immer wieder voll belegt sind. „Bundesweit steigen die Zahlen schwerer Corona-Verläufe wieder merklich“, teilte Kliniksprecher Sascha Alexander auf FT-Nachfrage mit.

Betten werden immer mal wieder knapp

Das verheiße nichts Gutes, zumal auch wieder vermehrt Patienten auf das Virus positiv getestet würden, die nicht ursächlich wegen Corona in die Klinik eingeliefert werden. „Wir müssen sehen, wie es sich bei uns entwickelt.“ Schon ohne Covid-Fälle war die Patientenzahl in den vergangenen Wochen so hoch, dass Betten immer mal wieder knapp wurden, teilt Alexander mit. „Natürlich muss bei uns gelegentlich auch kurzfristig reagiert werden, wenn Mitarbeitende ausfallen“, berichtet der Kliniksprecher. „Allgemein kommen stundenweise Abmeldungen von Stationen wie der Notaufnahme in jedem Krankenhaus vor, wenn aktuell alle Ressourcen gebunden sind. Dann können Patientinnen und Patienten auch rechtzeitig in andere Häuser gebracht werden.“ Immerhin: Der Personalengpass aufgrund von Krankheiten ist im Klinikum Freising nicht so hoch, wie er im Winter mal war.

Ausfallkonzept bewährt sich

Zudem haben Mitarbeitende aus dem Pflege- und Funktionsdienst im Rahmen einer Projektarbeit ein innerklinisches Ausfallkonzept erarbeitet, um kurzfristigen Ausfällen zu begegnen. „Das greift als Sofortmaßnahme. Aktuell sind keine Stationen von einer Schließung bedroht.“ Kein Vergleich also zu Erding, wo Pflegekräfte Alarm geschlagen haben. Es ist zu viel, es reicht, lautete dort in einer turbulenten Mitarbeiterversammlung der Tenor.

(Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem regelmäßigen Freising-Newsletter.)

Konsequenz: ein historisch hoher Krankenstand, der im Frühjahr in 142 ausgefallenen Angestellten kulminierte. Offenbar leiden die Pflegekräfte an dem beim Landratsamt Erding angesiedelten Klinikum auch an mangelnder Wertschätzung seitens des Arbeitgebers. Auch in Freising funkten Pflegekräfte vor eineinhalb Jahren auf dem Höhepunkt der Pandemie in einem Brief an das Tagblatt SOS.

Mehr Zugänge als Austritte

Seitdem gibt es am Klinikum aber positive Entwicklungen. Neben einer im Vergleich zu anderen Häusern hohen Fachkräftequote habe das Krankenhaus allein in diesem Jahr 30 Vollzeitkräfte gewonnen, teilt Alexander mit. „Damit haben wir mehr Zugänge als Austritte.“ Ein Grund dafür seien die flexiblen, familienfreundlichen Arbeitszeiten, etwa von Müttern und Vätern nach der Elternzeit. „Das kommt bei unseren Mitarbeitenden sehr gut an.“

Noch mehr aktuelle Nachrichten aus dem Landkreis Freising finden Sie auf Merkur.de/Freising.

Auch interessant

Kommentare