Die Intensivrespiratoren des Klinikums Freising kommen nicht zur Ruhe. Am Dienstag mussten vier Patienten beatmet werden – Tendenz steigend.
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Die Intensivrespiratoren des Klinikums Freising kommen nicht zur Ruhe. Am Dienstag mussten vier Patienten beatmet werden – Tendenz steigend.

Anzahl der Patienten nimmt wieder zu

Klinikum Freising für dritte Welle gewappnet, aber: Personal am Rande der Erschöpfung

  • Manuel Eser
    vonManuel Eser
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Das Klinikum Freising ist von den Kapazitäten her für die dritte Corona-Welle gewappnet. Doch Ärzte und Ärztinnen sowie Pflegekräfte arbeiten am Anschlag.

  • Die Inzidenz im Landkreis Freising liegt seit Samstag über 100.
  • Das Klinikum Freising ist auf steigende Patientenzahlen vorbereitet.
  • Pandemie „verlangt Mitarbeitern alles ab“.

Freising – Das Klinikum Freising bereitet sich auf einen erneuten Anstieg der Patienten-Zahlen vor. Den Ärzten und Ärztinnen, Intensivkräften und anderem Personal, das nun seit über einem Jahr an der Corona-Front kämpft, verlangt die dritte Welle alles ab, betont Krankenhaus-Sprecher Sascha Alexander.

Schon jetzt hält das Virus das Klinikum Freising wieder in Atem. Am Anfang der Woche lagen laut Alexander 16 Patienten auf der Isolierstation: vier Fälle, die auf das ursprüngliche Virus getestet wurden, sechs Personen, die sich mit einer Mutation infiziert haben, und sechs Patienten mit Verdacht auf Corona. Auf der Intensivstation lagen am Montag fünf Patienten, drei davon leiden an einer der Mutationen. Von diesen fünf Patienten wurden drei beatmet.

Vieles ist anders als beim ersten Lockdown

Überrascht wurde das Klinikum von der dritten Welle nicht. „Wir haben nicht damit gerechnet, dass der kurzzeitig niedrige Inzidenzwert bei der allgemeinen Stimmung in der Bevölkerung sehr lange anhalten würde“, betont Alexander. „Wir sind deshalb auf einen erneuten Anstieg vorbereitet. Sollten sich die Infektionszahlen also in den nächsten Tagen und Wochen weiter erhöhen, können diese Patienten selbstverständlich bei uns versorgt werden.“

Allerdings gibt es Unterschiede zum Lockdown vor einem Jahr. Damals waren vorsorglich sogenannte nicht dringliche ärztliche Eingriffe verschoben worden, um möglichst viele freie Betten für den Notfall freizuhalten. Dieses Mal bleiben diese Termine erst mal bestehen. „Wir konnten trotz ständiger Präsenz von Corona-Patienten unseren normalen Betrieb und Operationen wieder etwas hochfahren“, berichtet der Kliniksprecher.

Für das Klinikum-Personal ist die Pandemie wie ein Marathon mit zusätzlichen Sprints

Im Gegensatz zum Frühjahrslockdown 2020 verfügt das Klinikpersonal über viel mehr Erfahrung im Umgang mit der Krankheit und der Versorgung der Patienten, betont Alexander. „Wir haben in den vergangenen Wochen unserer Test-Strategie für Patienten und Mitarbeiter verfeinert und mittlerweile 70 bis 80 Prozent aller Mitarbeiter in den sensiblen Bereichen zweimal geimpft.“

Wie geht es dem medizinischen Personal angesichts des nächsten Kraftakts? „Insgesamt ist die Stimmung im Haus gefasst und ruhig“, sagt Alexander. „Allerdings verlangt diese anhaltend schwere Situation von den Mitarbeitern alles ab.“ Zu Beginn der Pandemie sei das Bild gezeichnet worden, dass es sich bei der Corona-Bekämpfung nicht um einen Sprint, sondern um einen Marathon handle. „Dieser Marathon geht nun schon über eine sehr lange Distanz – mit zusätzlichen Sprints. Das erschöpft viele Mitarbeiter mental und körperlich.“

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Die 7-Tage-Inzidenz im Kreis Freising hat am Samstag die 100er-Marke überschritten. Daher wird nun die „Notbremse“ gezogen.

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