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Mit der Zusammenstellung einer Task Force wurde Landrat Helmut Petz beauftragt. Ziel ist die Neustrukturierung des Freisinger Klinikums.

Landrat bildet „Task Force“

Mehr Personal, besseres Betriebsklima: Freisinger Klinikum soll zukunftsfähig werden

  • Helmut Hobmaier
    vonHelmut Hobmaier
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Ein „personeller Neubeginn“ und eine „konzeptionelle Neuausrichtung“ sind für das Klinikum Freising geplant. Landrat Helmut Petz soll dafür eine „Task Force“ bilden.

Freising – Eine „konzeptionelle Neuausrichtung des Klinikbetriebs“ hat der neue Aufsichtsrat soeben beschlossen – und einen „personellen Neubeginn“, nachdem die Zusammenarbeit mit Geschäftsführer Andreas Holzner beendet wurde. Der Landrat soll dafür eine „Task Force bilden“. Das FT sprach mit Helmut Petz über den geplanten Neustart.

Herr Petz, am Klinikum will man neue Wege gehen. Wohin sollen die führen?

Wir vom Aufsichtsrat wollen das Klinikum Freising zukunftsfähig machen. Es soll für die Menschen im Landkreis weiterhin eine qualitätsvolle medizinische Versorgung anbieten. Dafür müssen wir neue Wege in vielerlei Hinsicht beschreiten. Das Haus ist jetzt schon in vielen Bereichen sehr gut aufgestellt. So haben wir zum Beispiel die herv

Landrat Helmut Petz hofft auf eine „Spiralbewegung nach oben“.

orragende Schlaganfallstation, eine hochmoderne Chirurgie und eine breit aufgestellte Gastroenterologie. Diese Kompetenzen müssen wir bewahren und aufgabengerecht ausstatten, gleichzeitig aber weitere entwickeln. Das ist eine Frage der medizinisch-konzeptionellen Ausrichtung. Wo soll es hingehen? Wie soll unser medizinisches Angebot ausschauen? Das soll die Task Force, die ich bilden soll, ermitteln.

„Zufriedenheit der Mitarbeiter ist sehr wichtig“

Und was will das Klinikum alles anbieten?

Genau das wollen wir jetzt eruieren. Ich bin kein Mediziner. Wir müssen mit den Ärzten reden, mit dem Pflegepersonal und mit unserem Kooperationspartner Klinikum rechts der Isar. Das Ergebnis könnte ein Katalog von Ideen sein. Dann muss man schauen, was davon umsetzbar ist. Aber wir können nicht alles vorhalten. Die Kapazitäten des Klinikums sind begrenzt. Daher müssen wir in viel größerem Umfang, als das bisher der Fall war, auch Kooperationen mit niedergelassenen Ärzten anstreben.

Das Betriebsklima am Klinikum hat zuletzt offenbar gelitten.

Die Zufriedenheit der Mitarbeiter ist uns sehr wichtig. Wenn einer gerne in die Arbeit geht, dann kommt auch mehr dabei raus. Beeinflussen kann man das von außen natürlich nur begrenzt. Aber wir wollen versuchen, das Betriebsklima zu verbessern. Auch das Image des Klinikums in der Bevölkerung ist ein wichtiger Faktor. Das entscheidet auch darüber, ob niedergelassene Ärzte ihre Patienten zu uns schicken oder in andere Krankenhäuser. Es wäre mein Wunsch, dass sich die Freisinger künftig in ihrem Freisinger Klinikum gut versorgt fühlen. Ich möchte gerne das Image des Hauses nach oben bringen.

„Personal fehlt auf der Intensivstation“

Beklagt werden auch personelle Engpässe.

Dass wir die beheben müssen, steht außer Frage. Personal fehlt etwa auf der Intensivstation.

Mehr Personal – das bedeutet höhere Ausgaben. Aber war es nicht das erklärte Ziel, nicht mehr so tief in den roten Bereich zu kommen wie früher?

Ein Defizit haben wir jetzt auch – selbst wenn man alles herausrechnet, von Sonderbelastungen durch die dauernde Bautätigkeit am Klinikum bis hin zu den höheren Ausgaben durch die Corona-Krise. Rückläufig ist insbesondere der sogenannte Case-Mix, das heißt der Schweregrad der im Klinikum behandelten Fälle, der für die Höhe unserer Einnahmen maßgeblich ist. Das ist ein strukturelles Defizit, nicht Folge eines Missmanagements. Geschäftsführer Andreas Holzner hat fachlich gut gearbeitet. Jetzt kommt es darauf an, strukturell etwas zu verbessern, an den richtigen Stellschrauben zu drehen – damit man eine Spiralbewegung nach oben auslöst.

„Klinikum muss in kommunaler Hand bleiben“

Ein Beispiel, bitte!

Wenn wir etwa den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Klinikum attraktive Arbeitsbedingungen und bezahlbare Wohnungen anbieten können, kommen auch mehr Pflegekräfte zu uns und wir können mehr Betten belegen, etwa in der Intensivstation. Das wiederum verbessert das Betriebsergebnis.

Ist sich denn der Aufsichtsrat einig, was die Zukunft des Klinikums betrifft? Man wollte es früher auch schon mal verkaufen.

Es darf nie mehr soweit kommen, dass das Klinikum ein Übernahmekandidat wird. Wir sind uns hier einig, über alle Fraktionsgrenzen hinweg: Das Klinikum muss in kommunaler Hand bleiben. Und wir setzen auf eine hohe medizinische Qualität. Denn neben der Wohnortnähe und einem freundlichen Umgang mit den Patienten ist eine gute medizinische Versorgung wohl der entscheidende Grund, warum sich Menschen im Landkreis Freising im Krankheitsfall für eine stationäre Behandlung in ihrem Freisinger Krankenhaus entscheiden.

Suchen Sie jetzt nach einem neuen Geschäftsführer?

Es muss jetzt natürlich eine Neubesetzung geben, das ist klar. Und ich hoffe, dass er – oder sie – das Klinikum mit uns gemeinsam nach oben bringt.

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