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Engpass bei Fiebersaft für Kinder - und auch andere Medikamente werden im Landkreis Freising knapp

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Von: Magdalena Höcherl

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Fieber? Meist wird Kindern dann Nurofen verabreicht – doch der Saft ist derzeit nicht verfügbar.
Fieber? Meist wird Kindern dann Nurofen verabreicht – doch der Saft ist derzeit nicht verfügbar. Foto: Riedl/dpa © Riedl/dpa

Wenn Kinder Fieber haben, bekommen sie oft Ibuprofen-Saft verschrieben. Doch den gibt es derzeit kaum noch. Und auch bei anderen Medikamente gibt es Engpässe.

Freising – Ingrid Kaiser kann es kaum fassen. „Ich bin seit fast 30 Jahren Apothekerin und musste noch nie eine Mama wegschicken, weil ich kein Nurofen mehr hatte.“ Doch genau das ist der Apothekensprecherin des Landkreises gerade im Nachtdienst zum ersten Mal passiert. Sie hatte den gewünschten Fiebersaft mit dem Wirkstoff Ibuprofen schlicht nicht mehr vorrätig. Auch Paracetamolsäfte und Elektrolytpulver seien derzeit schwierig zu bekommen.

Das bestätigt Georg Miedl. Der Ärztesprecher im Landkreis und seine Kollegen – Kinderarztpraxen sind am meisten betroffen – haben seit knapp drei Wochen Engpässe bei der Lieferung von Ibuprofen und Paracetamol in Supensionsform (sprich flüssig) beziehungsweise als Saft festgestellt. „Sie betreffen nicht nur unseren Landkreis. Auch in München und weiteren Landkreisen sind diese Medikamente derzeit nicht erhältlich“, sagt Miedl auf FT-Nachfrage.

Mehrere Gründe für Engpass

Dafür gebe es mehrere Gründe: „Zum einen ist derzeit aufgrund des deutlich gestiegenen Infektionsgeschehens – Influenza, Covid, unspezifische fieberhafte grippale Infekte – ein hoher Bedarf, gerade bei den kleinen Patienten, zu sehen, sodass die für diese Jahreszeit übliche Bevorratung der Apotheken zur Neige geht.“ Zum anderen hätten sich viele Hersteller von der vergleichsweise aufwendigen und somit teureren Herstellung von Suspensionen zurückgezogen. Außerdem würden auch die Produktionsorte eine Rolle spielen. „Zu den Elektrolyten gibt es derzeit keine offizielle Stellungnahme für den Engpass.“

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Dass nicht alle Medikamente zu jeder Zeit verfügbar sind, sei nicht ungewöhnlich. In den vergangenen Jahren habe es immer wieder Engpässe und Lieferausfälle gegeben. „Im Dezember 2019 waren mindestens 127 als versorgungsrelevant eingestufte Wirkstoffe von Lieferengpässen betroffen, damals allen voran das Blutdruck senkende Medikament Valsartan“, erklärt Miedl. Auch Ibuprofen und Paracetamol seien wechselnd immer wieder von Engpässen betroffen gewesen. Er betont jedoch auch: „Allerdings noch nie in dem jetzigen Ausmaß.“

Zäpfchen als Alternative

Die gute Nachricht: Bis jetzt seien die Wirkstoffe nach wie vor in Tabletten- und Zäpfchenform zu bekommen. Auf diese wollen die Ärzte laut Miedl nun in geeigneter Dosis ausweichen. „Bei den Elektrolyten kann alternativ Heilnahrung, je nach Alter auch isotonische Getränke oder elektrolythaltige Nahrung, verwendet werden. Hier steht die Beratung in den Praxen und Apotheken im Vordergrund.“

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