Kreuzung ertüchtigen statt Kreisel bauen: Der Knotenpunkt FS 44/FS 45 muss ertüchtigt werden. Während sich der Kreisausschuss einig war, fiel die Abstimmung über die neuen Pläne denkbar knapp aus.
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Kreuzung ertüchtigen statt Kreisel bauen: Der Knotenpunkt FS 44/FS 45 muss ertüchtigt werden. Während sich der Kreisausschuss einig war, fiel die Abstimmung über die neuen Pläne denkbar knapp aus. Archiv

Knappe Entscheidung

Knotenpunkt-Pläne: Freisinger Grünen-Rat gegen Untersuchung zur neuen Lösung für FS 44/FS 45

  • Andreas Beschorner
    vonAndreas Beschorner
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Der Umbau des Knotenpunkts zwischen der FS 44 und FS 45 treibt nicht nur den Landkreis und die Kreisräte um, sondern auch die Stadt Freising und die Stadträte.

Freising – Der Umbau des Knotenpunkts zwischen den Kreisstraßen FS 44 und FS 45 treibt nicht nur den Landkreis und die Kreisräte um, sondern auch die Stadt Freising und die Stadträte. Nachdem die neuesten Vorschläge, den ursprünglich einmal vorgesehenen Turbokreisel nun doch nicht zu bauen, bereits in den Ausschüssen des Kreistags vorgestellt und besprochen worden waren, war am Mittwoch der Planungsausschuss der Stadt an der Reihe. Immerhin ist die Stadt an den Umbaukosten des Knotenpunkts beteiligt.

Ergebnis der Prognosen

Tiefbauamtsleiter Rüdiger Jürgens schilderte, dass der Landkreis neue Verkehrsprognosen bis 2035 in Auftrag gegeben habe, die zu der Umplanung des Knotenpunktes geführt hätten. Das Ergebnis: kein nach Osten verlegter Turbokreisel mehr, sondern die Ertüchtigung der Kreuzung an der bestehenden Stelle. Allerdings würden dann alle Straßenäste, die zu dieser Kreuzung führen, vierspurig ausgebaut werden, was einen wesentlichen Eingriff in das FFH-Gebiet der Isarauen bedeute. Ob das möglich ist, soll eine faunistische Untersuchung ergeben.

Während die Kreisräte im Oktober dieses Vorgehen wie berichtet einstimmig abgesegnet hatten, lief das im Planungsausschuss nun anders: Manfred Drobny (Grüne) sagte, auf diese Weise „treibt man den Teufel mit dem Beelzebub aus“ – wobei der Turbokreisel der Teufel und der Eingriff in das FFH-Gebiet der Beelzebub sei. Aus Sicht Drobnys sei das alles „nicht abstimmungsreif“. Grund: In der neuen Verkehrsprognose sei die 3. Startbahn noch enthalten, die Zahlen seien also nicht aktuell. Die Verkehrszahlen ohne Startbahn würden das zwingende Interesse für einen Eingriff in ein FFH-Gebiet nicht hergeben, war sich Drobny sicher. Und deshalb solle man einer Umplanung und Untersuchung des Eingriffs erst gar nicht zustimmen.

OB nimmt Stellung

Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher konnte Drobnys Argumentation nicht nachvollziehen: Gerade eine Untersuchung, die genau diese Frage klären soll, solle doch jetzt in Auftrag gegeben werden. Das jetzt vorgeschlagene Verfahren sei doch genau dazu da, um zu klären, ob die neue Lösung genehmigungsfähig sei. Da könne man doch nicht vorher schon gegen die Untersuchung stimmen, weil man selbst die Maßnahme für angeblich nicht genehmigungsfähig halte.

Die Mehrheit des Ausschusses stellte sich hinter das Vorgehen, den Knotenpunkt zu überarbeiten und die faunistische Untersuchung zu beauftragen. Allerdings fiel die Abstimmung mit 8:6 denkbar knapp aus.

Neu verhandelt wird auch die Kostenbeteiligung zwischen Stadt und Landkreis. Nach bisherigen Planungen wäre die Stadt mit rund 30 Prozent der Kosten mit von der Partie gewesen. Laut Drobnys Schätzung „ein gut zweistelliger Millionenbetrag“. Wenn man die Förderung nicht berücksichtige, ergänzte Eschenbacher.

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