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Fokus Niedrigzins: Dieter Meffert (Deka-Bank), OB und Verwaltungsratsvorsitzender Tobias Eschenbacher, Christiane von Berg (Bayerische Landesbank), Sparkassen-Chef Johann Kirsch und Thomas Ottl (LBS Bayern Ost, v. l) gaben den Kommunen Tipps.

Kommunalforum der Sparkasse Freising

Das böse Wort Verwahrentgelt

Freising - Dass man Zinsen zahlen muss, wenn man das Geld zur Bank bringt, stellt für Städte und Kommunen eine große Gefahr dar. Die Experten beim Kommunalforum der Sparkasse Freising wissen allerdings Rat. Sie empfehlen einen Mix aus Aktien und Anleihen.

In Zeiten, in denen der Brexit oder auch die überraschende Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten die Finanzwelt durcheinanderbringen, ist es schwer, Prognosen abzugeben, wo bei Kapitalerträgen und Zinsen die Reise hingeht. Das Wort „Verwahrentgeld“ und somit die Angst vor Negativzinsen war beim 19. Kommunalforum der Sparkasse Freising daher in aller Munde. Sparkassen-Direktor Johann Kirsch räumte diese Gefahr ein. Momentan bewege man sich aber bei 0,4 Prozent, also bei Niedrigzinsen. Von „Verwahrentgelten“ könne noch nicht die Rede sein – genauso wenig wie davon, dass die Sparkasse Freising mit Nachbarinstituten wie den Sparkassen in Dachau oder in Fürstenfeldbruck fusioniert. Man habe das überlegt, doch die Sache sei vom Tisch, erklärte Kirsch. Wörtlich sagte er: „Wir haben davon Abstand genommen.“

Dass die Sparkasse Freising vergleichsweise gut dastehe, machte Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher, der Vorsitzender des Sparkassen-Verwaltungsrats ist, anhand von Zahlen deutlich. Demnach hat das Kreditinstitut seine Bilanzsumme 2015 um 125 Millionen Euro auf insgesamt 1,5 Milliarden Euro steigern können. Außerdem habe man 90 Millionen Euro an gewerbliche Kunden ausgegeben und für 130 Millionen Euro Wünsche im Bereich Wohnungsbau erfüllen können. Die Zufriedenheit der Sparkassenkunden sei hoch. Einer Umfrage zufolge liege sie bei 96 Prozent, „obwohl man die Zinsen quasi abgeschafft hat“, betonte Eschenbacher.

Das war das Thema, das weder die Experten noch die Vertreter der Städte und Gemeinden beim Kommunalforum losließ. Prognosen abzugeben, sei zur Zeit schwierig, wie Christiane von Berg, Analystin der Bayerischen Landesbank, zugab. Es gelte mittlerweile, „immense Risiken“ abzuwägen. Wenn beispielsweise auch noch Frankreich austreten sollte, dann könne man „die EU knicken“, sagte sie. Momentan herrsche aber Zweckoptimismus auf den Finanzmärkten.

Guter Rat war dennoch nicht teurer: Dieter Meffert, Direktor der Deka-Bank, riet den Vertretern der Kommunen, sich an die goldene Regel zu halten, 70 Prozent in Anleihen und 30 Prozent in Aktien zu investieren. „Lagerhaltungskosten“ für Geld müsse man in Kauf zu nehmen. Man könne das bei Aktien auf lange Sicht wieder ausgleichen.

Thomas Ottl, Regionalleiter der LBS Bayern Ost, brachte den guten alten Bausparvertrag ins Spiel. Der sei nämlich wegen der Zinsen, die man später erhalte, nicht nur für die Privatleute, sondern letztlich auch für Kommunen interessant.

Alexander Fischer

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