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CSU-Generationentreffen: Ortsvorsitzender Jürgen Mieskes, Landratskandidat Manuel Mücke, Edmund Stoiber und Staatsminister Florian Herrmann (v. l.). 

Neujahrsempfang der CSU

Man gehe „vielen Ländern auf die Nerven“: Stoiber findet in Freising deutliche Worte

  • Andreas Beschorner
    vonAndreas Beschorner
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Zum Neujahrsempfang hatte die CSU einen Ehrengast nach Freising eingeladen: Ex-Ministerpräsident Edmund Stoiber brachte viel Lob mit - aber auch deutliche Kritik. 

Freising – Er ist Mitglied des Verwaltungsrats des FC Bayern. Und als solcher gibt es für ihn keinen zweiten oder dritten Platz, sagt er. Die Botschaft „Wir müssen nach vorne“ gilt aber auch für den Freistaat Bayern. Edmund Stoiber, der Ex-Ministerpräsident, hat beim Neujahrsempfang der Freisinger CSU die Richtung für Bayern, Deutschland und Europa vorgegeben. In einer Gesprächsrunde mit Stadtratskandidatin Melanie Tropp und Staatsminister Florian Herrmann hat der Ehrenvorsitzende der CSU im Stephanskeller des Bräustüberls in seiner unverwechselbaren Art mal energisch, mal eindringlich vor Panikmache und Untergangsstimmungen gewarnt.

Lob für Herrmann und den Landkreis Freising

Am Anfang stand das Lob – das Lob für Herrmann, von dem Stoiber schon immer gewusst habe, „dass dieser junge Mann in der Staatsregierung landen wird“, das Lob für den Landkreis Freising, der „Bayern pur, Tradition und ungeheure Dynamik“ bedeute, und das Lob für Franz Josef Strauß und seine „Laptop-und-Lederhose“-Strategie, mit der seit seinem Amtsantritt 1993 Bayern unaufhaltsam an die Spitze der Bundesländer gestürmt sei.

Stoiber erzählte, wie er zur Politik gekommen sei, forderte vor allem, dass Bayern mit Investitionen in Forschung und Wissenschaft mit dem Silikon Valley und dem asiatischen Raum mithalten müsse. Und Stoiber forderte, dass Europa, wenn es sich zwischen den USA und China behaupten wolle, „weltpolitikfähiger“ werden müsse.

Stoiber fordert: Schluss mit ständigem Moralisieren und Dramatisieren

Der 78-Jährige sagte aber auch, was nicht sein dürfe: Es müsse Schluss sein in Deutschland mit dem ständigen Moralisieren und Dramatisieren, mit dem man „vielen anderen Ländern schon auf die Nerven geht“. Man müsse stattdessen „ran an die Fakten“ und sich sachlich mit den Themen befassen. Zuversicht und Mut seien gefragt statt „defätistisch den Menschen Angst zu machen und täglich Untergangsstimmung zu verbreiten“, rief Stoiber – zu einem Zeitpunkt, als er schon seinen Janker abgelegt hatte.

Und Schluss sein müsse mit den Erfolgen der AfD: „Ganz klar“ müsse die Ablehnung der AfD sein, aber um die rund eine Million Wähler, die von der Union abgewandert seien, wieder zurückzuholen, müsse man in der Politik so manches ändern. Warum gerade im Osten der Republik die AfD so stark gewählt werde, erklärte Stoiber damit, dass man in den neuen Bundesländern 40 Jahre länger als im Westen autoritäre Strukturen erlebt habe. Und wenn man sich an die Nachkriegszeit zurückerinnere, so Stoiber: „Auch bei uns ging Demokratie nicht von heute auf morgen.“

Kritik an Fridays-for-Future

Stoiber, der am Mittwoch all die „Aktivisten“ wie die von Fridays-for-Future auch dafür kritisierte, dass sie gar nicht daran dächten, politisch aktiv zu werden, hat selbst zumindest eine Person dazu animiert, in die Politik zu gehen: Manuel Mück, den Landratskandidaten der CSU: „Herr Stoiber hat uns so geprägt, dass wir Junge uns entschlossen haben, politisch tätig zu werden“, bekannte der 32-Jährige in seinem Grußwort. Und dass Franz Josef Strauß seine Politkarriere als Landrat gestartet habe, erwähnte Mück auch, der im Übrigen aber dem alten Politikstil des „Durchregierens von oben nach unten“ eine Absage erteilte.

Mück ist die eine Hälfte des „dynamischen Duos“, wie Ortsvorsitzender und OB-Kandidat Jürgen Mieskes sich und den Landratskandidaten nannte, als er Edmund Stoiber als den nächsten „politischen Hochkaräter“ in der Geschichte der Neujahrsempfänge der Freisinger CSU begrüßt hatte. Und die Stadtkapelle spielte zünftig dazu.

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