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Franz Scholz hat noch keine kommunalpolitische Erfahrung. 

Kommunalwahl 2020

Enttäuschter „Staatsdiener“ will Landrat werden: Franz Scholz kandidiert für AfD

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Der AfD-Kreisverband Freising-Pfaffenhofen hat einen Landratskandidaten aufgestellt: Mit Franz Scholz geht ein enttäuschter „Staatsdiener“ ins Rennen.

Langenbach 42 Jahre lang war er im Polizeidienst, war „Staatsdiener“, wie MdB Johannes Huber sagte. Jetzt ist Franz Scholz seit dreieinhalb Jahren im Ruhestand und kandidiert für die Alternative für Deutschland (AfD) als Landrat in Freising. Am Samstag wurde der 64-jährige Freisinger im Langenbacher Alten Wirt nominiert.

Es sei eine große Verantwortung, die auf die AfD zukomme, hatte der AfD-Kreisvorsitzende von Freising-Pfaffenhofen und Bundestagsabgeordnete Johannes Huber die 23 stimmberechtigten Mitglieder begrüßt. Es sei „existenziell wichtig“ für die AfD, sich 2020 auch „kommunal zu verankern“. Denn nur wenn man nicht nur in Europa, im Bund und auf Landesebene, sondern auch in der Kommunalpolitik mitrede, „können wir überleben“.

Inhaltlich nicht zu Zielen geäußert

Der, der dazu einen großen Teil beitragen soll, heißt Franz Scholz. Der ehemalige Polizist, der im Staatsdienst begonnen habe, dort aber nicht mehr länger arbeiten wollte, weil es ihm nicht gefallen habe, „wie der Staat gegen seine Bürger vorgeht“, arbeitet seit seiner Pensionierung im „Nebenjob“, wie er sagte, als Transferfahrer bei einem Limousinenservice. Huber habe ihn „bekniet“, als Kandidat zur Verfügung zu stehen. Seine Reaktion darauf: „Ja, können wir machen.“ Inhaltlich äußerte sich Scholz zu seinen Zielen nicht. Er antwortete aber auf die Frage von Huber, was er als Landrat und damit Chef der Sicherheitsbehörden im Landkreis machen würde. Scholz würde auf keinen Fall das Antidiskriminierungsgesetz anwenden, nach dem sich laut Scholz jeder Polizist dafür verantworten müsse, wenn er eine Person kontrolliere. Also: „Den armen Kollegen den Rücken stärken.“

Scholz hat keine Erfahrung in der Kommunalpolitik

Erfahrung in der Kommunalpolitik habe er keine, gab Scholz zu, sei „einmal“ bei einer Gemeinderatswahl in Eching am Ammersee nicht in das Gremium gewählt worden, weil er nicht Klinkenputzen gegangen sei. Eine andere Frage war, wie er gedenke, das Verkehrschaos im Landkreis zu beheben. Scholz antwortete, er würde das „alles mal durchdenken, was erforderlich ist“. Was da manchmal geplant werde, da könne er „nur den Kopf schütteln“, er würde die Verbesserung der Infrastruktur „nicht blind, sondern mit Verstand“ angehen.

Der Landratskandidat der AfD in Erding, Rainer Forster, der am Samstag in Langenbach als Wahlleiter fungierte, betonte, auch in Erding sei man nach der Aufstellungsversammlung gefragt worden, warum „inhaltlich so wenig gekommen“ sei. Die Begründung: Weil der Kandidat in der Aufstellungsversammlung nur sieben Minuten Zeit habe und keine 45, in denen er seine Ziele und Absichten darlegen könnte, und weil der Wahlkampf erst nach der Nominierung losgehe.

Ungültige Stimme

Von 23 abgegebenen Stimmen entfielen schließlich 22 auf Franz Scholz. Eine Stimme war ungültig. Scholz outete sich selbst: „Das war ich.“ Der AfD-Landratskandidat hatte vergessen, auf seinen Stimmzettel die Nummer „1“ für den ersten Wahlgang zu schreiben. 

„Es weht uns ein rauer Wind entgegen“

Franz Scholz, der Landratskandidat der AfD, ist auch Listenführer der Kreistagsliste, die am Samstag in Langenbach ebenfalls aufgestellt wurde. Listenplatz 2 gehört Gerhard Michael Welter (52, aus Moosburg), dem früheren CSU-Mitglied, jetzigem Schatzmeister des AfD-Kreisverbands Freising-Pfaffenhofen und mutmaßlichem Bürgermeisterkandidaten von Moosburg, wie MdB und Kreischef Johannes Huber sagte. Welter betonte: „Ich sage, was ich denke, und ich denke, was ich sage.“ Im Kreistag würde er sich für mehr Transparenz und eine Stärkung der „Blaulichtverbände“ einsetzen. Und Welter schwor seine Parteifreunde auf den Wahlkampf ein: „Es weht uns ein rauer Wind entgegen. Aber wir werden standhalten.“ Welter erhielt 22 Stimmen, eine war ungültig. 

Das Spitzen-Quintett der AfD für den Kreistag (v. l.): Attila Szalontay, MdB Johannes Huber, Bianca Csonka, Franz Scholz und Gerhard Michael Welter.

Auf Platz drei findet sich der Name von Bianca Csonka (42, aus Freising): Stylistin und Friseurin in Teilzeit sei sie, ledig und kinderlos. „Eigentlich“, so sagte sie, komme sie eher aus Richtung der ÖDP. Die AfD sei aber von Anfang an ihr „Favorit“ gewesen – vor allem wegen der Europapolitik der Partei. Csonka erhielt alle 23 Stimmen. 

Listenplatz vier hat Johannes Huber inne: MdB, 32 Jahre, jetzt wohnhaft in Freising. Er habe trotz seiner Abgeordnetentätigkeit genügend Zeit, um sich auch in die Kreistagspolitik einzubringen, betonte er. Inhaltlich wolle er dafür sorgen, dass es im Landkreis „mit rechten Dingen“ zugehe. Huber kritisierte, dass Landrat Josef Hauner noch immer nicht habe erklären können, wo die 4,5 Millionen Euro der Regierung für die Unterstützung des Landkreises bei der Flüchtlingshilfe geblieben seien. Das Windrad bei Nandlstadt und Au nannte er als Beispiel, wo die AfD den Bürgerwillen ernst nehmen werde. Und die AfD müsse „eine entscheidende Stimme“ gegen solche „kommunalpolitischen Späße“ wie die Ausrufung des Klimanotstands sein. Huber wurde einstimmig gewählt. 

Das Quintett an der Spitze komplettiert Attila Szalontay (45), in der Tschechoslowakei geboren, derzeit in Neufahrn wohnend und dort auch Listenführer der AfD. Er vertrete „die Ausländer“ und spreche sieben Sprachen. Er werde sich, „solange ich atme dafür einsetzen, dass keine Flüchtlinge mehr in den Landkreis kommen“ und Asylbewerber ohne Ausweis sofort ausgewiesen würden. Sein Ergebnis für Platz fünf: 18 Ja- und vier Nein-Stimmen. Ab Platz sechs wurden die Bewerber nicht mehr einzeln, sondern in Blöcken gewählt.

Die Kandidaten

1. Franz Josef Scholz 2. Gerhard Michael Welter 3. Bianca Csonka 4. Johannes Huber 5. Attila Szalontay 6. Michael Albuschat 7. Richard Paukner 8. René Heichler 9. Melanie Hilz 10. Thomas Kanzelsberger 11. Michael Hilz 12. Albert Kuch 13. Christian Hechenberger 14. Bernhard Kugelmann 15. Ladislav Silpert 16. Maximilian Obermann 17. Brigitte Schober 18. Tobias Schreiber 19. Bernd Paulus 20. Willem Lumley 21. Raimund Schober 22. Eric Obermann 23. Manfred Weiler 24. Josef Schätzl 25. Harald Buberl 26. Elke Kleber 27. Silke Körner 28. Michael Staber 29. Andrzej Mika 30. Christian R. Graack 31. Rainer Ferenc 32. Monika Egger 33. Roland Schlappa 34. Roberto Uhlig 35. Edmund Kuchenbaur 36. Regina Gomes 37. Clemens Koppe 38. Henning Schumacher 39. Hartmut Neuling.

Alle Infos über die Landratswahl 2020 im Landkreis Freising finden Sie in unserem großen Überblicks-Artikel.

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