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Der Freisinger Stadtrat wird auch künftig von zwei großen Blöcken, den Grünen und der Freisinger Mitte, dominiert. SPD und CSU verloren Sitze.

FSM ist stärkste Kraft

Das ist der neue Freisinger Stadtrat – Altparteien schrumpfen auf Zwergengröße

  • Helmut Hobmaier
    VonHelmut Hobmaier
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Nach der Kommunalwahl steht jetzt fest, wie sich der neue Freisinger Stadtrat zusammensetzt.

Freising – Nahezu unverändert im Vergleich zur Wahl 2014 geht der Freisinger Stadtrat in die nächsten sechs Jahre. Die AfD, die angetreten war, um künftig kräftig im Gremium mitzumischen, kam über sehr magere 3,7 Prozent nicht hinaus – und hat daher auch nur einen Vertreter im Stadtrat: Landratskandidat Franz Scholz. Auf Zwergengröße geschrumpft sind die Altparteien SPD und CSU.

SPD und ÖDP gleichauf

Stärkste Fraktion bleibt die Freisinger Mitte mit unverändert elf Sitzen, gefolgt von den Grünen, die nun zehn Räte stellen, einen mehr als nach der Wahl 2014. Erneut geschrumpft ist im Freisinger Stadtrat die CSU, die nun zu viert in die nächste Ratsperiode startet: Aus der vor 2011 so mächtigen Fraktion ist ein Quartett geworden – neben Rudolf Schwaiger und Hubert Hierl haben es nur Jürgen Mieskes und Josef Schrädler in den Stadtrat geschafft. Seit 2014 waren die Christsozialen immerhin noch mit sechs Sitzen vertreten.

Die Freien Wähler bleiben mit fünf Sitzen drittstärkste Kraft im Stadtrat, dann folgt die SPD, die einen ihrer vier Sitze eingebüßt hat und nun in gleicher Stärke im Gremium vertreten ist wie die ÖDP – zu dritt. Die Linke ist mit zwei Sitzen vertreten, die FDP mit nur einem.

Die Freude über das gute Ergebnis trübt bei den Grünen die Tatsache, dass OB Tobias Eschenbacher als Zugpferd der Freisinger Mitte für seine Gruppierung sehr viele Stimmen geholt hat, nun aber als OB nicht mehr dem Stadtrat angehört und somit Platz machen kann für einen Nachrücker aus FSM-Reihen. Die OB-Wahl müsste daher eigentlich unabhängig von den Stadtratswahlen durchgeführt werden, argumentiert OB-Kandidatin Susanne Günther – „was aber natürlich zu aufwändig wäre“. So aber sei die Wahl „nicht ganz gerecht“.

Stimmverteilung im Freisinger Stadtrat

Stimmenverteilung: FSM: 28,8 Prozent, Grüne: 25,5 Prozent, CSU: 10,8 Prozent, Freie Wähler: 11,9 Prozent, AfD: 3,6 Prozent, SPD: 6,4 Prozent, FDP: 2,4 Prozent, ÖDP: 6,8 Prozent, Linke: 3,9 Prozent.

Diese 40 Damen und Herren sitzen im Gremium

  • CSU: Rudolf Schwaiger (4673), Josef Schrädler (3619), Jürgen Mieskes (3600, neu im Stadtrat), Hubert Hierl (3529). 
  • Grüne: Eva Bönig (12 457), Susanne Günther (9629), Manfred Drobny (7021), Karl Sebastian Habermeyer (6789), Werner Habermeyer (6663, neu), Joana Bayraktar (6294, neu), Rolf Linke (6180, neu), Charlotte Reitsam (6165), Nico Heitz (6069, neu) und Alfons Aigner (5367, neu). 
  • Freie Wähler: Benno Zierer (8041), Robert Weller (5480), Karl-Heinz Freitag (4980), Johanna Hiergeist (4387), Richard Grimm (3715). 
  • AfD: Franz Scholz (2712, neu). 
  • SPD: Peter Warlimont (5029), Norbert Gmeiner (3042) und Andreas Mehltretter (2503, neu). 
  • FDP: Jens Barschdorf (2070, neu). 
  • Freisinger Mitte: Tobias Eschenbacher (17 142, für ihn kommt ein Nachrücker, vermutlich Christoph von Schilling, neu), Birgit Mooser-Niefanger (10 730), Reinhard Fiedler (7415), Anton Frankl (7119), Monika Riesch (7061), Maria Lintl (6902), Monika Schwind (6677), Johann Hölzl (6612), Samuel Fosso (6089, neu), Philomena Böhme (5817, neu) und Thomas Bauer (5796). 
  • ÖDP: Ulrich Vogl (4319), Hartmut Binner (3533, neu) und Emilia Kirner (2377, neu). 
  • Die Linke: Guido Hoyer (2586) und Nicolas-Pano Graßy (1645, neu).

Alle Ereignisse und Ergebnisse der Kommunalwahl 2020 im Landkreis Freising gibt es in unserem Live-Ticker zum Nachlesen.

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