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Diese fünf Kandidaten bilden die Spitzengruppe der Freisinger FDP-Stadtratsliste (v. l.): Martin Alberti, Theresa Rudolph, Jens Barschdorf, Gudrun Petz und Anna-Maria Sahlmüller bereiten sich mit ihren Kollegen auf den Wahlkampf vor.

Kommunalwahl 2020

„Auf dem Guten aufbauen und Probleme angehen“: Jens Barschdorf (FDP) will OB von Freising werden

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Jetzt ist es offiziell:  Jens Barschdorf (37) zieht für die FDP ins Rennen um den OB-Sessel im  Rathaus Freising.

Freising – Ein „echtes“ Radwegekonzept, ein „echtes“ Verkehrskonzept, ein „echtes“ Wirtschaftsmanagement, ein „echtes“ Kinderbetreuungskonzept. Das fordert Jens Barschdorf. Um es in seinem Sinne umsetzen zu können, tritt der 37-Jährige für die FDP als Oberbürgermeisterkandidat an. Am Mittwochabend wurde er mit 17 von 17 Stimmen nominiert. Und auch die Stadtratsliste der Liberalen erhielt 17 Mal ein „Ja“.

Begonnen hatte Barschdorf seine Vorstellungs- und Bewerbungsrede im Hofbrauhauskeller mit dem Thema Ehrenamt. Er wolle die Ehrenamtskarte stärken, außerdem die Hallengebühren für das Jugendtraining von Vereinen abschaffen. Nächstes Thema: Radwege. Es sei „eine Schande“, dass die meisten Schulen im Stadtgebiet nicht gut oder gar nicht an Radwege angebunden seien. Aber auch der motorisierte Verkehr müsse zu seinem Recht kommen, postulierte Barschdorf und dachte an ein Konzept, „das den Verkehr rollen lässt“.

„Etwas verwundert“

Aus positivem Antrieb heraus will Jens Barschdorf Freising gestalten.

Unzufrieden und auch „etwas verwundert“ zeigte sich der OB-Kandidat der FDP darüber, dass im Rahmen des Innenstadtumbaus so wenig, genauer: zu wenig Grün in der Altstadt gepflanzt worden sei. „Stattdessen haben wir Bäume, eingepackt in bunte Plastikplanen.“ In den Abschnitten der Altstadt, wo der Umbau noch nicht stattgefunden habe, würde er als OB für mehr Bäume sorgen wollen. Die Stadt, so die nächste Forderung, müsse auch transparenter werden. Es gehe nicht an, dass beispielsweise die Klimaschutzmanagerin nicht zu einem FDP-Stammtisch kommen dürfe, weil städtische Mitarbeiter nicht bei Parteien auftreten dürften. Die Stadt als „echter Dienstleister“ für die Bürger – das stelle er sich vor. Er wolle dazu Ausschuss- und Stadtratssitzungen im Internet live übertragen.

In Sachen Finanzen fordert Barschdorf auch vor dem Hintergrund der Kostensteigerungen bei Westtangente und Asamgebäude, dass man mit den Geldern haushalten müsse. Um die Einnahmen zu steigern, brauche man ein Wirtschaftsmanagement. Sonst müsse man sich nicht wundern, wenn Gewerbeflächen über Jahrzehnte hinweg leer stünden. Und dass auch die Nachmittagsbetreuung für Kinder teilweise nicht ausreichend sei, empfang Barschdorf als „Schande“. Sein Ziel: „Am Ende der kommenden sechs Jahre ist Freising die familien- und kinderfreundlichste Stadt in Oberbayern.“ Und dann war da noch das Thema Wohnraum: Baugenehmigungen einfacher und schneller erteilen, Wohnbaugesellschaften besser unterstützen – zwei Maßnahmen, mit denen Barschdorf und die FDP der Wohnraumknappheit entgegenwirken wollen.

Seinen „Antrieb“, sich als OB-Kandidat zur Verfügung zu stellen, formulierte Barschdorf so: „Freising ist schön, Freising ist toll, es geht uns doch eigentlich gut.“ Man dürfe nicht alles schlechtreden. Deshalb wolle er aus einem positiven Antrieb heraus die Stadt gestalten. „Auf dem Guten aufbauen und Probleme angehen. Pack ma’s.“

Das Führungsquintett

Überraschungen auf der Stadtratsliste der FDP gab es nicht: Barschdorf führt die Liste an. Es folgen auf Platz 2 Gudrun Petz, deren Credo es ist, dass man sich alles selbst erarbeiten kann, und auf Platz 3 der Kreisvorsitzende der FDP, Martin Alberti, der es sich zur Aufgabe machen würde, eine wirtschaftsfreundlichere Atmosphäre in der Stadt zu schaffen. Amtsinhaberin Anna-Maria Sahlmüller, die eigentlich auf Platz 2 gesetzt war, dann aber mit Petz tauschte, kandidiert auf Platz 4 und hoffte sehr, „dass es im nächsten Stadtrat mehr FDP gibt“.

Das Führungsquintett komplettiert TUM-Studentin Theresa Rudolph, die betonte, man müsse nicht links sein, um sich für das Klima einzusetzen, und die der Jugend im Stadtrat eine Stimme geben wolle.

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