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Wollen in den Stadtrat der Domstadt gewählt werden (v. l.): Reinhold Reck, Ulrich Vogl, Emilia Kirner, Hartmut Binner und Peter Helfert.

Kommunalwahl 2020 Freising

ÖDP Freising stellt Kandidaten auf: Die „große Transformation“ muss beginnen

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Die Listen der Freisinger Öko-Demokraten ist bestückt mit alten Bekannten, aber auch saftigen Überraschungen.

Freising– Über vier Stunden lang haben sich die Ökodemokraten von der ÖDP am Mittwoch Zeit genommen, um ihre Listen für die Stadtratswahl in Freising und für die Kreistagswahl aufzustellen. Was am Ende herausgekommen ist, sind zwei Kandidatenlisten mit teils alten Bekannten, teils saftigen Überraschungen.

Das Spitzen-Quintett der ÖDP-Kreistagsliste: Manfred Reuß, Angela Kern, Christian Fiedler, Florian Pflügler und Sophie von Brühl buhlen um die Wähler.

Den Nominierungsmarathon, bei dem die ersten Plätze auf den jeweiligen Listen einzeln gewählt wurden, eröffnete der Freisinger ÖDP-Ortsvorsitzende Reinhold Reck. „Es geht um was“, schwor er die Parteifreunde auf die Kommunalwahl im März 2020 ein. Optimistisch ist die ÖDP, weil sie im Jahr 2019 sehr erfolgreich gewesen sei: Auf der Stadtebene, wo man das Verlegen eines Kunstrasens im künftigen Karwendelpark verhindert und stattdessen Naturrasen durchgesetzt habe, und auf Landesebene mit dem erfolgreichen Bürgerbegehren zum Erhalt der Artenvielfalt. Und dass man auch wieder einen Abgeordneten ins Europaparlament entsenden konnte, sei auch nicht selbstverständlich gewesen, so Reck. Nun gelte es, „diesen Schwung mitzunehmen“.

Dramatik der Situation

Nachdem seit 2014 in der Stadt viel gebaut worden sei, man viel Geld in Beton und Sand investiert habe, müsse jetzt „die große Transformation“ beginnen. Man müsse die Lebensweise verändern. Nach Recks Einschätzung, „kommt die Dramatik der Situation langsam in der breiten Öffentlichkeit an“.

Vier Punkte seien es, die der ÖDP in Freising besonders auf den Nägeln brennen: Energie, Mobilität, Wohnen und Klimaschutz. Um diese Punkte im Stadtrat einzubringen, habe man eine attraktive Stadtratsliste aufgestellt. Die wird vom Kreisvorsitzenden und amtierenden Stadtrat, dem Finanz- und Liegenschaftsreferenten der Stadt, Ulrich Vogl angeführt. Auch nach 24 Jahren im Stadtrat sei er „nicht demotiviert“, versicherte Vogl. Im Gegenteil: Im Stadtrat herrsche seit ein paar Jahren Aufbruchsstimmung. Mit einer starken ÖDP könne es gelingen, die Stadt noch stärker und noch schneller „in die richtige Richtung“ zu lenken. Man müsse jetzt „auf die Tube drücken“, auch um Freising zu einer Fahrradstadt umzubauen.

 Auf Platz 2 findet sich Emilia Kirner, die Bundesvorsitzende der Jungen Ökologen. Es gebe noch Einiges, das man in Freising besser machen könne. Sie wolle die Stimme der Jugend im Stadtrat sein. Reinhold Reck selbst steht auf Platz 3, erläuterte sein Konzept gegen das „Spekulantentum“: mehr städtisches Bauen, genossenschaftliches Wohnen, Bauherrengemeinschaften und vor allem die Forderung, dass städtischer Grund nicht mehr veräußert, sondern in Erbpacht vergeben werde. Die Nummer 4 ist Peter Helfert. 

Eine „Lebensaufgabe“

Auf Platz 5 findet sich ein bekannter Name, den man hier nicht erwartet hätte: Hartmut Binner, jahrelanger Sprecher von Aufgemuckt und das Gesicht des Startbahn-Widerstands. Er wolle der „Warner und Wachhalter“ im Stadtrat sein, um seine „Lebensaufgabe“, die Verhinderung der dritten Startbahn, zu erfüllen. Die Stadträtin Monika Hobmair findet sich erst auf Platz 14. Bekannte Namen führen auch die Kreistagsliste der ÖDP an: Da ist Listenführer Manfred Reuß, gefolgt vom amtierenden ÖDP-Kreisrat Christian Fiedler. Neu so weit oben ist Angela Kern, die Geschäftsführerin des ÖDP Kreisverbands, auf Platz 3, gefolgt von Sophie von Brühl, die den ÖDP-Nachwuchs vertritt. Platz 5 gehört dem Neufahrner Gemeinderat Florian Pflügler.

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