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„Stümperhaft“: MdB Philipp Amthor knöpfte sich in Junkers Rösterei die AfD vor, wetterte aber auch gegen andere. foto: lehmann

Philipp Amthor zu Besuch

CDU-Jungstar Philipp Amthor sorgt in Freising für volle Hütte - und teilt aus

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Philipp Amthor hat in Freising für eine volle Hütte gesorgt, und die zahlreichen Besucher wurden nicht enttäuscht: Der CDU-Jungstar teilte in mehrere Richtungen kräftig aus.

Freising – Irgendwie machte er den Eindruck, als könne er kein Wässerchen trüben. Und hätte man nicht gewusst, wieso in Junkers Rösterei gestern die Hütte brechend voll war, hätte man ihn unter all den Jugendlichen auf Anhieb auch gar nicht sofort erkannt: Philipp Amthor, 27, einer der prominenten CDU-Bundestagsabgeordneten. In den feschen Janker hatte er sich geschmissen, um für die CSU die Werbetrommel zu rühren.

Der Freisinger CSU-Ortsvorsitzende und OB-Kandidat Jürgen Mieskes hatte von der „Strahlkraft eines Philipp Amthor“ gesprochen. Dass der CSU-Landrat, der CSU-Landratskandidat, der CSU-Bundestagsabgeordnete und viele andere CSU’ler gekommen seien, spreche für diese These, so Mieskes. Und dass Vertreter von den Grünen, von der FDP, von Die Partei und sogar von der AfD erschienen seien, spreche noch mehr für die Anziehungskraft des Mannes, der in seiner Rede vor allem zwei Gegner ausgemacht hatte: die Grünen und die AfD, von denen sich die Union nach links beziehungsweise nach rechts inhaltlich abgrenzen müsse, und die beide gemeinsam ihre Politik vor allem auf eines gründeten: auf Angst.

Amthor: Afd ist „stümperhaft“, Grüne eine „Life-Style-Partei“

Amthor appellierte, man solle skeptisch gegenüber Parteien sein, die auf schwierige Probleme einfache Antworten hätten. Die Grünen seien eine „Life-Style-Partei“ – auch voller Selbstwidersprüchlichkeiten –, Robert Habeck sei so etwas wie der „Ed Sheeran der Politik“. Die AfD müsse man inhaltlich stellen, denn durch Ignorieren habe sich noch kein Problem gelöst. Der AfD inhaltlich Contra zu geben, sei auch gar nicht schwer angesichts „der stümperhaften Arbeit der AfD im Bundestag“. Der CDU/CSU müsse es auf diese Weise gelingen, die von der Union enttäuschten Wähler, die nur aus diesem Grund jetzt die AfD gewählt hätten, wieder zu gewinnen. Immerhin: Amthor stehe „für einen gesunden und weltoffenen Patriotismus“, sagte er.

Auch wenn am Dienstagnachmittag CSU und JU in der Mehrzahl waren und dem MdB aus Mecklenburg-Vorpommern viel Applaus spendeten, gab es doch auch kritische Nachfragen: Eine Vertreterin der Freisinger Fridays-for-Future-Bewegung störte sich an manch einem von Amthor „populistisch“ gewählten Beispiel gegen die Grünen. Sie fühle sich von den Grünen ernst genommen und von der CSU ignoriert, widersprach sie einer der Thesen Amthors.

Lesen Sie zur Kommunalwahl auch den großen Überblicksartikel des Freisinger Tagblatt.

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