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Durch diese Tür tritt in einem Jahr der neue Freisinger Oberbürgermeister – oder die Oberbürgermeisterin. Sehr gut möglich, dass der neue aber der alte ist – OB Tobias Echenbacher von der Freisinger Mitte (FSM), mit dem auch CSU und FW gut können. Sie verzichten daher eventuell auf einen eigenen Kandidaten.

Wochen schwieriger Entscheidungen

Kommunalwahl 2020 im Kreis Freising: Welche Bürgermeister gehen, welche bleiben? – Ein Überblick

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Welche Bürgermeister bleiben, welche gehen? Das Freisinger Tagblatt hat sich im Landkreis umgehört. Hier ein Überblick: der Stand der Dinge, ein Jahr vor der Kommunalwahl 2020.

Landkreis – Die einen haben vor, in eine weitere Amtszeit zu starten. Anton Geier in Haag etwa will nächstes Jahr zum vierten Mal zum Bürgermeister gewählt werden. In anderen Städten und Gemeinden aber wird die Kommunalwahl in genau einem Jahr eine Zäsur bedeuten. In Zolling etwa scheidet Amtsinhaber Max Riegler altersbedingt aus. Wer wird der Nachfolger? Wer schickt überhaupt einen Kandidaten ins Rennen? Wer ringt noch mit sich selbst? In Marzling ist der Rathauschef bei der Frage, ob er’s nochmal macht, „schwer am Überlegen“, wie Dieter Werner sagt. Das Freisinger Tagblatt hat sich im Landkreis umgehört – in den Rathäusern, bei Parteien und „freien“ Gruppierungen. Hier ein Überblick: der Stand der Dinge, ein Jahr vor der Wahl.

Allershausen

Für Rupert Popp von den Freien Wählern ist am 30. April 2020 nach 24 Jahren Schluss als Bürgermeister. Mindestens zwei Kandidaten werden sich um seine Nachfolge bemühen: Sein Parteifreund und derzeitiger Zweiter Bürgermeister Martin Vaas macht aus seinen Ambitionen keinen Hehl. Und auch die CSU wird einen eigenen Kandidaten aufstellen. Orts- und Fraktionsvorsitzender Manuel Mück wird nach 2014 einen zweiten Anlauf auf den Chefsessel im Rathaus unternehmen, teilte er auf Nachfrage des FT mit. Ob die SPD einen Bewerber ins Rennen schickt, weiß man bei den Genossen laut Gemeinderat Josef Lerchl noch nicht.

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Attenkirchen

Von Amtsinhaber Martin Bormann (Bürgernahe Gruppe) bekommt man auf die Frage, ob er wieder antritt, ein klares Ja zur Antwort. Ob die Unabhängige Wählergemeinschaft einen Gegenkandidaten aufstellen wird, beantwortet Josef Fischer, der 2014 gegen Bormann angetreten war, so: „Wir werden mit ziemlicher Sicherheit einen Kandidaten aufstellen.“ Gemunkelt wird, dass die AfD einen eigenen Bewerber um den Chefsessel im Rathaus küren wird.

Au

Karl Ecker von den Freien Wählern darf nochmal. Ob Karl Ecker auch nochmal will, steht noch in den Sternen. Der Rathauschef, der seit 24 Jahren auf dem Chefsessel sitzt, wird sich erst im Mai entscheiden, ob er sich um eine fünfte Amtszeit bewirbt. „Das mache ich immer so“, sagt Ecker. Eine Herausforderin für Ecker, sollte er antreten, steht schon fest: Barbara Prügl von den Grünen, Gemeinderätin, Stellvertreterin des Landrats und schon 2014 die Gegenkandidatin von Ecker. Die CSU entscheide in den kommenden Wochen, so Ortsvorsitzender Stefan Baur.

Eching

Bereits vor seiner Wahl 2016 hatte Gemeindechef Sebastian Thaler (parteilos) versprochen, seine Amtszeit auf vier Jahre zu begrenzen, damit auch in Eching die Bürgermeister- und Gemeinderatswahlen wieder synchron laufen. Und weil man „in nur dreieinhalb Jahren eigentlich keine Chance hat, die Früchte seiner Arbeit zu ernten“, kann es sich Thaler „nach jetzigem Stand durchaus vorstellen“, auch 2020 zu kandidieren. Er würde sich dann wieder von der örtlichen SPD aufstellen lassen.

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Fahrenzhausen

Amtsinhaber Heinrich Stadlbauer bringt 2020 die erste Amtszeit hinter sich. Und geht’s weiter? „Ich hab grundsätzlich nicht vor, dass ich aufhöre“ sagt er. Offiziell ist das aktuell freilich noch nicht, da müsse man sich noch bis Herbst gedulden, bis die Freie Bürger Liste ihn offiziell nominiere. „Von einem Gegenkandidaten hab ich aktuell noch nichts gehört“, sagt Stadlbauer. Aber es sei ja noch eine zeitlang hin bis zur Wahl...

Freising

Er macht keinen Hehl daraus, dass er noch einmal antreten wird: Tobias Eschenbacher von der Freisinger Mitte (FSM), seit 2012 Oberbürgermeister der Großen Kreisstadt Freising. Gegenkandidaten? Bisher Fehlanzeige. Wie immer werden sie, so betonen die Grünen, einen eigenen Kandidaten ins Rennen schicken, wobei dann öfter der Name von Stadträtin Susanne Günther fällt. Bei der CSU, so Jürgen Mieskes, überlegt man, ob man überhaupt gegen den Amtsinhaber antreten oder ihn doch besser unterstützen soll. Ähnliche Gedankenspiele gibt es bei den Freien Wählern, sagt Benno Zierer. Wenn sich nicht noch ein FW’ler „hervortut“ und gerne kandidieren möchte, werde man wohl ohne eigenen Kandidaten bleiben. Dass die Genossen einen Bewerber küren werden, „ist relativ wahrscheinlich“, so SPD-Ortschef Markus Grill. Immer wieder fällt da der Name von Stadt- und Kreisrat Peter Warlimont. Der sagt, man dürfe sich nicht wegducken, „wenn die Partei ruft“. Entschieden sei aber noch nichts.

Gammelsdorf

Nach vier Amtsperioden ist für Paul Bauer Schluss: Der Gammelsdorfer Bürgermeister will kein fünftes Mal kandidieren. „Ich hatte schon immer vorgehabt, in diesem Alter aufzuhören“, sagt der 66-Jährige. Nun seien seiner Meinung nach die Jüngeren am Zug. „Mit Empfehlungen halte ich mich aber ganz raus“, sagt Bauer, der drei Mal um die 90 Prozent und zuletzt immer noch ein ordentliches Wahlergebnis von 82,5 Prozent eingefahren hatte. Langweilig werde ihm nach seinem Ausscheiden aus dem Dienst sicher nicht: „Ich möchte Zeit mit der Familie nachholen, mehr für meine Enkelkinder da sein und auf Reisen gehen.“

Haag

17 Jahre sind vergangen, seit Anton Geier – damals 36 Jahre jung – ins Haager Rathaus eingezogen ist. Seit beinahe drei Amtsperioden ist der Bürgermeister, der der Gruppe Unabhängiger Bürger (UB) angehört, unangefochtener Rathauschef. 2002 trat noch Monika Arzberger (Pro Haag) gegen Geier an – die beiden nächsten Kommunalwahlen marschierte Geier dann aber ohne Gegenkandidat durch. Auch 2019?

Gut möglich: Mit seinen im August 54 vollendeten Jahren sei er noch keine Spur amtsmüde, sagt der Bürgermeister, sondern mit Freude bei der Arbeit. Er fühle sich fit, im Gemeinderat werde konstruktiv und harmonisch gearbeitet, und die Stimmung in der Gemeinde sei gut. „Man muss es halt gern machen und die Leut’ mögen“, weiß der langjährige Rathauschef. Für Anton Geier gibt es also keinen Grund, im nächsten Jahren nicht mehr anzutreten – „nicht zuletzt, weil ich mir grad ein neues Trachtensakko gekauft habe“, wie der Bürgermeister scherzt. Außerdem müsse ihn seine eigene Gruppierung „erst mal aufstellen“. Nichts anderes ist zu erwarten. Seit langem hat Pro Haag also auf einen eigenen Kandidaten verzichtet. Ob das auch diesmal so ist, oder ob man einen Herausforderer stellt, werde man demnächst klären, wie Monika Arzberger sagt: „Wir haben uns grad Gedanken gemacht, dass wir uns bald treffen müssen – um uns Gedanken zu machen.“

Hallbergmoos

Dass er kein Bürgermeister für nur eine Amtsperiode ist, hat der Hallbergmooser Rathauschef Harald Reents (CSU) bereits vor fünf Jahren gesagt, als er sich für das Amt bewarb. Und er hält sein Versprechen und kündigte bereits Mitte Februar an: „Ja, ich kandidiere wieder.“ Seine Arbeit und die gute Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat mache ihm Spaß, außerdem wolle er angestoßene Projekte fortführen und die Zukunft der Gemeinde weiter gestalten.

Hörgertshausen

„Sechs Jahre sind mir zu wenig“: Mit diesen Worten hat Hörgertshausens Rathauschef Michael Hobmaier seine erneuten Ambitionen um das Bürgermeisteramt bekräftigt. „Mir macht’s wirklich Spaß und mit einer Amtsperiode ist ja noch nichts ausgerichtet“, sagt der 53-Jährige. Sich selbst bezeichnet er als „sehr ausgeglichen“, und auch mit der Debattenkultur im Gemeinderat ist er zufrieden: „Diskussionen sind wichtig, es kann nicht immer eine zu-Null-Entscheidung geben.“ Schließlich habe jeder seine eigene Meinung. Aber: „Bei uns herrscht eine konstruktive Zusammenarbeit.“ Den Austausch mit der Verwaltungsgemeinschaft Mauern nennt Hobmaier sogar „herzlich“. Und so blickt der Mann, der vor seiner Wahl zum Ortschef bereits sein halbes Leben im Gemeinderat verbracht hat, optimistisch in Richtung zweite Amtszeit. Ob er 2020 mit Konkurrenz zu rechnen habe? „Dazu ist mir bislang noch nichts zu Ohren gekommen.“

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Hohenkammer

Spricht man Bürgermeister Johann Stegmair auf die Kommunalwahlen 2020 an, schweigt er erst einmal einen Moment, ehe er sich diplomatisch ausdrückt: „Die Entscheidung ist noch nicht endgültig gefallen.“ Wovon es abhängig sei? „In erster Linie von mir selbst.“ Er werde die Entscheidung zeitnah treffen, aber er habe eine Tendenz. „Ich werde 2020 62 Jahre alt. Nach 24 Jahren ist Zeit für ein neues Gesicht.“ Man solle zu dem Zeitpunkt aufhören, zu dem noch manche sagen: „Schade, dass er nicht weitermacht“, findet Stegmair. Die Gemeinde Hohenkammer sei im Moment sehr gut aufgestellt – von der Verwaltung her, aber auch finanziell. „Es wäre also eine gute Zeit, das Heft an einen Jüngeren zu übergeben“, philosophiert Stegmair. Final gesprochen sei aber noch nichts.

Eines fließt aber schon in seine Entscheidung ein: „Ich habe mir viele Politiker angeschaut, die mit knapp 70 Jahren noch im Amt sind und das halte ich für nicht erstrebenswert – weder für mich, noch für den Wähler“, sagt er mit einem Augenzwinkern.

Kirchdorf

Auf die Frage, ob er’s nochmal macht, sagt Kirchdorfs Bürgermeister Uwe Gerlsbeck: „Natürlich!“ Und er begründet es so: „Weil es schön ist, weil es eine verantwortungsvolle Aufgabe mit vielen Facetten ist.“

Ob es einen Gegenkandidaten für den CSU-Mann gibt, weiß er noch nicht. Er gibt sich bayerisch-diplomatisch: „Schau ma moi.“ In den vergangenen vier Wahlperioden sei in Kirchdorf immer nur ein Kandidat in den Ring gestiegen. Mal sehen, ob es so bleibt.

Kranzberg

Ganz leicht ist ihm die Entscheidung nicht gefallen. Kranzbergs Bürgermeister Hermann Hammerl ist in den vergangenen Monaten viel politischer Gegenwind ins Gesicht geweht. Mehrere seiner Anträge wurden von einem politischen Mehrheitsbündnis im Gemeinderat abgelehnt. Richtig stürmisch wurde es gar im Herbst, als sein Stellvertreter Anton Westermeier das Amt des 2. Bürgermeisters abgegeben hat. Dennoch ist Hammerl zu dem Schluss gekommen: „Wenn gesundheitlich nichts dagegen spricht und meine Gruppierung das möchte, werde ich nochmals kandidieren.“

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Am Ende sei es eben so, dass man es nicht allen Recht machen könne. „Wenn man eine Richtung einschlägt und beibehält, schafft man sich nicht nur Freunde.“ Doch Hammerl will den Weg trotzdem weitergehen und laufende Großprojekte – neuer Flächennutzungsplan, sozialer Wohnungsbau, Hochwasserschutz – zu Ende bringen.

Mit einem Konkurrenten muss der amtierende Bürgermeister rechnen. Der CSU-Ortsverband will einen Kandidaten nominieren, sagte Vorsitzender Roland Haslbeck dem FT. Die anderen Fraktionen halten sich noch bedeckt oder haben noch keine Entscheidung getroffen. „Ich lasse mich überraschen“, sagt Hammerl und fügt augenzwinkernd hinzu: „Spätestens, wenn ich den Wahlzettel aufblättere, werde ich sehen, ob da noch ein zweiter Name neben meinem steht.“

Langenbach

„Ich will weitermachen – ganz einfach, weil mir das Bürgermeisteramt Spaß macht. Ich bin nicht angetreten, um nur sechs Jahre Bürgermeisterin zu sein“, sagt Susanne Hoyer. Es gebe noch so viel zu tun. „Wir müssen etwa die Dorfstraße sanieren, uns überlegen, was wir mit dem alten Bahnhofsgebäude tun wollen oder was mit dem Parkplatz gegenüber dem Alten Wirt geschehen soll.“ Auf das Gerücht angesprochen, dass die CSU sie zur Landratskandidatin machen könnte (Bericht Seite 1), hält sich die Langenbacher Rathauschefin bedeckt. „Das ist zwar ein offenes Geheimnis, aber es ist noch zu früh, dass man da was dazu sagen kann“, gibt sie sich diplomatisch. Und merkt an: „Natürlich muss man sich Gedanken machen, wenn man gefragt wird.“

Marzling

Zweimal schon trafen sie bei Kommunalwahlen als direkte Kontrahenten aufeinander: Dieter Werner (53) von den Parteifreien Bürgern und Martin Ernst (53), der gemeinsame Kandidat von CSU und FW. Und zweimal wählten die Marzlinger Dieter Werner mit rund 60 Prozent zum Bürgermeister. Kommt es in einem Jahr zum dritten Duell?

Nach zwei Amtsperioden ist Werner derzeit „schwer am Überlegen, ob ich noch einmal antrete“. Nach hartnäckigen gesundheitlichen Problemen wolle er auf sich künftig mehr Rücksicht nehmen, sagt der Bürgermeister. Andererseits: In den vergangenen zwei Jahren habe ihm das Ratsgremium die Arbeit „superleicht“ gemacht. „Das war ein sehr angenehmes Arbeiten. Es wäre toll, wenn das bleiben würde.“ An diesem Wochenende geht der Marzlinger Gemeinderat in Klausur. Dann – oder bei der Sitzung am nächsten Donnerstag – wird Werner seine Entscheidung bekanntgeben.

„Völlig unabhängig davon“ ringt auch Martin Ernst mit seiner Entscheidung einer dritten Marzlinger Bürgermeister-Kandidatur: „Ich bin in der Überlegungsphase“, sagt der 53-Jährige.

Mauern

Er schaffte 2014 den Sprung vom Gemeinderat zum Bürgermeister: Georg Krojer trat in Mauern die Nachfolge von Alfons Kipfelsberger an und war mit seinem Wahlergebnis von knapp 80 Prozent auch sichtlich zufrieden. Dass sich an der breiten Zustimmung in der Gemeinde seither etwas geändert hätte, ist nicht erkennbar: Bei der jüngsten Bürgerversammlung herrschte zwischen dem Ortschef und seinen Zuhörern Harmonie. Und so wird auch erwartet, dass Georg Krojer im kommenden Jahr erneut in den Ring steigen wird. Wegen einer Krankheit war er zwar für eine persönliche Stellungnahme nicht erreichbar – aus dem näheren Umfeld seiner Partei, den Freien Wählern, war jedoch zu erfahren: „Der Georg tritt 2020 wieder an.“

Moosburg

Einen Wechsel an der Rathausspitze gibt es in der Stadt Moosburg. „Ich höre definitiv auf“, hat Bürgermeisterin Anita Meinelt, die dann 18 Jahre im Amt war, schon längst kundgetan. Aber nicht, weil sie wegen des Rentenalters muss – „am Tag der Wahl bin ich noch 65!“ Vielmehr ist sie der Meinung, dass Moosburg – im Speckgürtel von München und dem Flughafen – vor großen Herausforderungen steht, die mit frischem Schwung und vor allem neuen Ideen bewältigt werden müssen. 

Nach 18 Jahren im Moosburger Rathaus-Chefsessel macht Anita Meinelt (CSU) den Weg frei für eine Nachfolgerin – oder einen Nachfolger.

Ob ihr Nachfolger auch aus dem CSU-Lager kommt, würden die Wähler entscheiden, sagt Meinelt. Designierter Kandidat der Christsozialen ist jedenfalls Georg Hadersdorfer. Wieder mit einem Kandidaten ins Rennen gehen wollen auch die Sozialdemokraten, die nach der 18-jährigen Amtszeit von Anton Neumaier im Jahr 2002 den Bürgermeisterposten an die CSU und Anita Meinelt verloren hatten. Das bestätigt Mathias Kern, Ortsvorsitzender der SPD Moosburg/Hallertau. Derzeit habe man einige Kandidaten mit verschiedenen Profilen im Visier, die alle ihre Vorzüge hätten. „Es wird vermutlich eine Überraschung geben“, fügt er an. 

„Jawoll! Wir Grünen werden einen Bürgermeisterkandidaten aufstellen, aber nicht nur pro forma, sondern wir sehen Chancen, zu gewinnen“, sagt MdL Johannes Becher selbstbewusst. Und er sieht im Ortsverein „mehr Leute, die grundsätzlich dafür geeignet sind“, auch, um das Ziel der Grünen, mehr Dynamik in den Stadtentwicklungsprozess zu bringen, umzusetzen. Der Name wird erst bei der Aufstellungsversammlung nach der Sommerpause bekanntgegeben.Becher selbst wird allerdings nicht antreten: Er werde sich voll auf seine Arbeit im Landtag konzentrieren. In der Findungsphase ist derzeit die ÖDP. Man habe sich bislang im Ortsverband noch nicht eingehend mit dem Thema auseinandergesetzt, sagt Stadtrat Jörg Kästl. Jedoch sollen noch vor der Sommerpause die Würfel fallen. Gerade weil eine Ära ende, sei es sehr wichtig, mit einem eigenen Kandidaten in die Wahl zu gehen. 

Ebenfalls noch nicht abgeschlossen sind die Kandidaten-Pläne bei den Unabhängigen Moosburger Bürgern (UMB). Laut Vorsitzendem Michael Hilberg werde eine Entscheidung erst im Spätsommer fallen. Als einzige Fraktion einen Namen präsentieren können die Freien Wähler: Josef Dollinger. Der 60-Jährige, der bei der Kommunalwahl 2020 zum dritten Mal als FW-Spitzenkandidat antritt, rechnet sich große Chancen aus, Anite Meinelt zu beerben.

Nandlstadt

Trotz intensiver Bemühungen des Freisinger Tagblatts war von Bürgermeister Jakob Hartl (Bürgerliste Nandlstadt) keine Stellungnahme zu erhalten.

Neufahrn

Nach einer Amtsperiode aufzuhören, das kommt für Rathauschef Franz Heilmeier (Grüne) nicht in Frage. „Ja, ich will weitermachen“, stellt er klar. Erklärend fügt er hinzu: „Erstens mache ich es gern, zweitens fühle ich mich sehr wohl im Gemeinderat und im Rathaus.“ Außerdem habe sich in den fünf Jahren seiner Amtszeit „eine Menge verbessert“, wie er findet. Auch und gerade was den Wirtschaftsstandort Neufahrn betrifft. Was der Ort für Potenzial hat, das habe etwa die Entwicklung des Nova-Gewerbeparks auf dem ehemaligen Avon-Gelände gezeigt. „Nach sechs Jahren wäre nur die halbe Arbeit getan“, findet Heilmeier. 

Noch dazu wird der Gemeinderat in der nächsten Legislaturperiode von 24 auf 30 Mitglieder aufgestockt. Eine zusätzliche Motivation, wie Heilmeier durchblicken lässt. Mit Gegenkandidaten ist zu rechnen. Wer seinen Hut in den Ring werfen wird, ist aber noch unklar.

Paunzhausen

Auch Johann Daniel ist bereit. Daraus, dass er zum dritten Mal auf den Chefsessel im Paunzhausener Rathaus gewählt werden will, macht der FW-Mann kein Hehl. „Ich kandidiere freilich wieder.“ Und wieder werde er, so wie in den vergangenen Jahren auch, als ehrenamtlicher Bürgermeister fungieren, sagt Daniel. Von einem Gegenkandidaten aus Reihen der Bürgerliste (BL) habe er bisher noch nichts gehört, sagt Daniel. Und: „Es wäre schön, wenn das so bleibt.“

Rudelzhausen

Der Amtsinhaber in Rudelzhausen, Konrad Schickaneder (CSU), ist zwischenzeitlich im 30. Jahr bei der Gemeinde Rudelzhausen beschäftigt: Zwölf Jahre davon als Geschäftsleiter, zudem macht er im Wahljahr 2020 die 18 Jahre als Bürgermeister voll. „Ich kandidiere nicht mehr!“ Seine Entscheidung steht fest. Denn: 2020 sei er 62 Jahre alt: „Es ist an der Zeit, aufzuhören.“ Und wer könnte nachfolgen? Die CSU habe sich noch auf keinen Kandidaten festgelegt, sagt er. 

Einer, der sich im Amt bereits auskennt und der, wie er selbst sagt, „sich alles vorstellen könnte“, ist 2. Bürgermeister Hans Teibl von den Freien Wählern. Da in Rudelzhausen immer wieder im Gespräch gewesen sei, das Amt des Bürgermeisters von hauptamtlich auf ehrenamtlich „zurückzustufen“, stellt Teibl klar, er sei für beide Möglichkeiten offen. In den Ring steigen würde er nicht nur für die Freien Wähler: Sollte er gefragt werden, wäre es auch eine Überlegung wert, auf einer offenen Liste einer anderen Gruppierung zu kandidieren. Teibl sitzt aktuell seit elf Jahren im Gemeinderat, seit dieser Legislaturperiode als Stellvertreter des Bürgermeisters. Teibl hat Erfahrung als Verwaltungsbeamter: In den vergangenen 35 Jahren war er in den unterschiedlichsten Dienststellen tätig: Bei der Regierung von Oberbayern, der Stadt Freising, im Wasserwirtschaftsamt und in der Immobilienverwaltung des Finanzministeriums. „Ich könnte diese Aufgabe bewältigen“, davon ist Hans Teibl überzeugt.

Wang

Auch wenn es für ehrenamtliche Bürgermeister wie den Wanger Ortschef Hans Eichinger keine Altersgrenze gibt: Der 77-Jährige möchte nach zwei Amtsperioden keine dritte anstreben.

Auch wenn es für ehrenamtliche Bürgermeister wie den Wanger Ortschef Hans Eichinger keine Altersgrenze gibt: Der 77-Jährige möchte nach zwei Amtsperioden keine dritte anstreben. „Aus familiären Gründen habe ich mich dagegen entschieden“, sagt Eichinger, der bei der vergangenen Wahl mit 96 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt wurde. Neben privaten Motiven würden ihm weitere Umstände den Abschied vom Rathaus-Chefsessel leicht machen: „Ich will nicht verhehlen, dass mich eine Menge Dinge nerven“, sagt Eichinger. „Vor allem die Aktionen von Behörden, die ohne jegliche Rücksprache und Kommunikation irgendwelche Aktionen starten.“ Seine Anspielung bezieht sich etwa auf das Staatliche Bauamt Freising. 

Als konkrete Fälle nennt er die Wanger Aufregerthemen Ligeder Berg und Mauerner Bach. Auch beim Radweg zwischen Moosburg und Mauern beklagt er „fehlendes Engagement“ von übergeordneter Stelle. Eichinger frustriert: „Nach einer 40-jährigen Karriere im Öffentlichen Dienst bin ich ja einiges gewohnt. Aber es ist nicht zu glauben, wie träge die Mühlen mahlen.“ Eichinger war bis vor kurzem hauptberuflich Hochschul-Professor, am 18. Januar hat er seine letzte Vorlesung gehalten und somit nun auch seine Lehrtätigkeit beendet. Eine Empfehlung für einen Nachfolger möchte er nicht aussprechen, „da bin ich sehr vorsichtig“, wie er sagt. Nur so viel lässt er wissen: „Ich hoffe, dass es ein mutiger und kompetenter Mensch wird, der mit den Bürgern und den Behörden gut klar kommt.“

Wolfersdorf

Bürgermeister Sebastian Mair hört auf. Nicht weil er müsste, sondern, weil er nach vier vollen Amtsperioden glaubt, dass es Zeit ist, das Feld zu räumen. „Ich könnte noch einmal kandidieren, weil man die Altersgrenze auf 67 Jahre erhöht hat“, stellt Mair klar. Am Wahltag wäre er 65. Mair ist zufrieden. Er habe eine Menge erreicht in seinen 24 Bürgermeister-Jahren. Als Beispiele nennt Mair etwa den Ausbau des Kindergartens und die Erweiterung der Schule, die Modernisierung der Kläranlage und den Bau der Schulturnhalle sowie das eine oder andere Baugebiet. Wer die Nachfolge antritt, bleibe abzuwarten. Mair geht davon aus, dass sich jemand aus dem Gemeinderat zur Kandidatur entschließt.

Zolling

Zwölf Jahre war er Stellvertreter, zuletzt zwölf Jahre Erster Bürgermeister von Zolling: Max Riegler (CSU). In einem Jahr ist Schluss, „dann bin ich aus dem Rennen“, sagt Riegler, der im Juni 66 Jahre alt wird. Er scheidet „altersbedingt“aus, wie er sagt. 30 Jahre engagierte Arbeit für die Kommune an verantwortlicher Stelle seien aber auch genug. Auf die Frage, ob er schon einen Nachfolger „verfügt“ habe, schmunzelt der Bürgermeister: „Wenn das so einfach wäre...“. 

Max Riegler scheidet „altersbedingt“ aus, wie er sagt. Im Juni wird Riegler 66 Jahre alt.

Noch habe sich kein möglicher Kandidat „geoutet“ – weder aus den eigenen Reihen der CSU noch aus dem Lager der Unabhängigen Bürger Zollings (UBZ) oder der Überparteilichen Wählergemeinschaft (ÜWG). Alle drei Lager sind im Gemeinderat etwa gleich stark vertreten – und noch halten sich alle bedeckt. „Die Entscheidung, ob wir einen Kandidaten aufstellen, wird bei uns aber bald fallen“, verspricht etwa Hans Forster von der ÜWG, vermutlich schon in ein, zwei Wochen. Bei der CSU und UBZ dürfte es noch länger dauern. Beim CSU-Ortsverband Zolling etwa wird am 11. April die Vorstandschaft neu gewählt – Weichenstellung für einen möglichen Kandidaten. Vor dem 11. April tue sich daher bei der Zollinger CSU in Sachen Bürgermeister-Kandidat nichts, wie Vorsitzender Manfred Sellmaier sagt. 

Und diese CSU-Wahlen wiederum wolle die UBZ abwarten, wie Karl Toth erklärt. Bis dato habe man in den Reihen der UBZ-Räte noch keinen Kandidaten gefunden – trotz intensiven Bemühens. Vielleicht gebe es ja einen CSU-Kandidaten, mit dem man leben könnte, überlegt Toth. Wie auch immer: „Wir brauchen einen neuen Bürgermeister. Das kann im Notfall auch ein Außenstehender sein – jemand, der nicht aus dem Gemeinderat kommt.“ Riegler selbst geht die Sache offensiv an: „Ich habe schon öfters Hilfestellung angeboten: Sollte jemand Interesse an einer Kandidatur haben, soll er sich bei mir melden. Ich könnte ihm dann zeigen, was auf ihn zukommt“. Bis jetzt hat sich noch niemand gemeldet. 

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