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Sitzen auf einem dicken Stimmenpolster im neuen Kreistag: Birgit Mooser-Niefanger und Tobias Eschenbacher, hier am Wahlsonntag auf dem Freisinger Marienplatz. 

Kommunalwahl 2020

Grüne und FSM haben abgeräumt: So sieht der neue Kreistag in Freising aus

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Die Sitzverteilung im neuen Freisinger Kreistag steht fest. Stark vertreten sind Grüne und Freisinger Mitte. Ein Überblick.

Freising – Dass Grüne und Freisinger Mitte im neuen Kreistag stark vertreten sind, hat zwei Gründe: die Stadt Freising und die Gemeinde Marzling. Denn dort hat die FSM, so zeigt eine Analyse der Kreistagswahl-Ergebnisse, mit 25,7 beziehungsweise 15,2 Prozent ihre stärksten Resultate erreicht. Und in beiden Gemeinden haben die Grünen mit 28,3 Prozent in Freising und mit 27,1 Prozent im Marzling weit vor CSU und FW den Sieg davongetragen. Bemerkenswert: Auch in der Stadt Moosburg und in Neufahrn, der zweitgrößten Kommune im Landkreis, landeten die Grünen mit 28,1 beziehungsweise 27,4 Prozent auf Platz 1.

CSU einmal über Hürde

Dass die CSU, wie berichtet, an Prozent und an Sitzen verloren hat, zeigt sich beim genaueren Blick auf die Resultate daran, dass es den Christsozialen nur in einer Gemeinde – nämlich Rudelzhausen – gelungen ist, mit 40,1 Prozent der Stimmen die 40er-Hürde zu überspringen. Nicht einmal in Gammelsdorf, eine der CSU-Hochburgen im Landkreis, ist das mit 35,2 Prozent gelungen. Stattdessen hat sich Gammelsdorf am 15. März bei den Kreistagswahlen als AfD-Hochburg erwiesen: Auf 9,1 Prozent der Stimmen brachte es die Alternative für Deutschland dort (gefolgt von Nandlstadt mit 8,5 und Hörgertshausen mit 8 Prozent). Die Freien Wähler haben ihre besten Ergebnisse im Landkreisnorden und -westen eingefahren – nämlich in Paunzhausen (37,5 Prozent), in Au (35,3 Prozent), in Mauern (33,5 Prozent), in Hörgertshausen (31,7 Prozent) und in Nandlstadt (30,5 Prozent).

Hochburg der SPD

Die Hochburg der SPD befand sich am 15. März in Eching, wo die Genossen auf 16,1 Prozent kamen, den größten Zuspruch bekam die FDP in Hohenkammer (11,7 Prozent). Das Ergebnis der Kreistagswahl dürfte auch dazu führen, dass nun die Grünen als neue zweitstärkste Fraktion im Freisinger Kreistag Anspruch auf den Posten des Vize-Landrats erheben werden – zumindest dann, wenn sich bei der Stichwahl am 29. März Manuel Mück von der CSU gegen FW-Bewerber Helmut Petz durchsetzen sollte. Sollte Petz siegreich sein, dürfte die CSU als stärkste Gruppierung den Vize-Landrat stellen wollen.

Personalien

Und damit zu den Personalien: 26 (beziehungsweise sogar 27) neue Kreisräte werden ab Mai im großen Sitzungssaal des Landratsamtes sitzen – 27 dann, wenn Manuel Mück zum Landrat gewählt wird und für ihn dann Franz Braun bei der CSU Platz nimmt. Sollte Petz Landkreischef werden, rückt an seiner Stelle der bereits amtierende Kreisrat Heino Pause nach. Wie sieht es personell also bei der CSU aus? Den Einzug in den Kreistag nicht mehr geschafft haben Andreas Adldinger, Josef Riemensberger, Konrad Schickaneder und Georg Schmid. Mindestens sechs „Neulinge“ werden auf den CSU-Stühlen Platz nehmen: Eva-Maria Oberloher, Ozan Iyibas, Uwe Gerlsbeck, Martin Linseisen, Georg Hadersdorfer und Gregor Wild.

Bei den Grünen wird fast die Hälfte der Fraktion aus Mandatsträgern bestehen, die bisher nicht im Kreistag saßen. Das sind Franz Heilmeier, Joana Bayraktar, Evelin Altenbeck, Sabina Brosch, Leon Eckert, Judith Mayerhanser und Verena Juranowitsch. Eine Kreisrätin von Bündnis 90/Die Grünen, die bisher im Kreistag saß, hat den Wiedereinzug nicht geschafft: Waltraud Heinlein-Zischgl. Auch unter den 14 Kreisräten der Freien Wähler findet sich ein Quartett, das bisher nicht im Kreistag saß: Helmut Petz (so er denn nicht zum Landrat gewählt wird), Georg Krojer, Susanne Hoyer und Michael Hobmair.

In der auf fünf Sitze geschrumpften SPD-Fraktion liest man ebenfalls zwei neue Namen: Sebastian Thaler und Landratskandidat Herbert Bengler. Knapp einen Sitz im neuen Kreistag verpasst hat eines der SPD-Urgesteine: Anton Neumaier.

Die FDP, die bisher mit Josef Stimmelmeier als Einzelkämpfer im Kreis-Gremium vertreten war, hat jetzt zwei Sitze: Landratskandidat Tobias Weiskopf und Susanne Hartmann halten die Fahne der Liberalen hoch, Stimmelmeier schaffte den Einzug nicht mehr.

Davon dass die ÖDP nun als Trio im Kreistag auftreten kann, hat als Neuling im Kreistag Florian Pflügler profitiert.

Bewährte Kräfte

Keinen Neueinsteiger im Kreistag hat die FSM aufzuweisen: Das neue Septett wird aus Frauen und Männern gebildet, die schon in den vergangenen Jahren für die FSM im Kreistag saßen. Dem Verlust eines Sitzes ist Reinhard Fiedler zum Opfer gefallen, der nun nicht mehr im Kreistag sitzt. Freilich: Acht FSM-Kreisräte waren es erst, als Birgit Mooser-Niefanger von den Grünen wechselte.

Keine Veränderungen personeller Art im Vergleich zum derzeitigen Kreistag gibt es bei den Linken.

Neu im Kreistag sind hingegen die vier Vertreter der AfD: Franz Scholz, Gerhard Welter, Johannes Huber, und Michael Albuschat.

Alle Ereignisse, Ergebnisse und Hintergrundinfos zur Kommunalwahl im Landkreis Freising haben wir hier für Sie zusammengefasst.

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