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Erneut ins Rennen geschickt wurden Florian Herrmann (l.) für die Landtagswahl und Simon Schindlmayr für die Bezirkstagswahl.

Landtagswahl 2018

„Konservativ ist wieder sexy“: CSU kürt Herrmann zum Direktkandidaten

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98,3 Prozent. Schnell hatte die CSU ausgerechnet, mit welch hohem Maß an Zustimmung Florian Herrmann als Direktkandidat für die Landtagswahl 2018 gekürt wurde. Herrmanns Ziel: „Wir wollen am Ende nicht Jamaika in Bayern.“

Gütlsdorf – Nach der Wahl ist vor der Wahl. Kaum ist die Bundestagswahl vorbei, hat auch die CSU bereits die nächste Wahl fest im Visier: die Landtagswahl, die „wichtigste Wahl für die CSU“, so Kreisvorsitzender Florian Herrmann, und „eine Schicksalswahl“ für die Christsozialen. Herrmann, der bekanntlich seit zwei Legislaturperioden im Maximilianeum sitzt, hatte sich am Freitagabend bei der Kreisdelegiertenversammlung in Gütlsdorf (Gemeinde Attenkirchen) abermals um das Mandat bemüht, den Stimmkreis 117 für die CSU erobern zu dürfen. Und das mit Erfolg: Nach seiner Bewerbungsrede fielen von 118 gültigen Stimmen 116 mit Ja auf das amtierende MdL.

Herrmann, dessen Schwerpunkt bekanntlich die Innenpolitik ist, hatte betont, dass man „nirgends so sicher lebt wie in Bayern“. Ein Credo Herrmanns: Wenn es um islamistische Gefährder gehe, sei „wegsperren besser als beobachten“. Weil man aber nicht für die Vergangenheit gewählt werde, sondern für die zukünftigen Vorhaben und Pläne, lobte Herrmann in seiner Rede nicht nur das „Fünf-Sterne-Land“ Bayern. Der Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete warnte nach den Ergebnissen der Bundestagswahl vor einer „Zersplitterung des bürgerlichen Lagers“, das sich inzwischen auf CSU, Freie Wähler, FDP und AfD verteile. Herrmann warb deshalb für „eine konservative Erneuerung, die sich absetzt von linken Gedankenspielen“. Und: „Unser Klientel ist das gesamte bürgerliche Lager.“ Das Problem in der Vergangenheit sei gewesen, dass, je weiter CDU/CSU nach links rückten, es umso mehr Wähler rechts von der CSU gebe.

„Gegen Denkverbote und Meinungspolizei“

Zehn Gründe zählte Herrmann auf, warum es die konservative Erneuerung brauche: weil die Menschen eine bürgerlich-konservative Politik haben wollen („Es gibt keine linke Mehrheit“), weil man kein politisches Vakuum entstehen lassen dürfe, weil man die Spaltung der Gesellschaft überwinden müsse („Zusammenführen statt spalten“, so Herrmanns Devise), weil bei der Modernisierung alle mitkommen müssten und sich niemand abgehängt fühlen dürfe, weil man auch an die „kleinen Leute“ denken müsse, weil grenzenlose Freiheit den Menschen Angst mache (Stichwort: Obergrenze), weil „ein gesunder Patriotismus und die Liebe zur Heimat wichtig sind“, weil man gegen Denkverbote und Meinungspolizei sein müsse, „weil wir uns nur so von der AfD abgrenzen können“, die eigentlich „eine Alternative zur NPD ist“, und weil der Zeitgeist konservativ sei. „Konservativ ist wieder sexy“, so Herrmann. Der Lohn dieser Rede: 98,3 Prozent der Delegierten bestimmten Herrmann zu ihrem Direktkandidaten.

Abermals ins Rennen geschickt wurde auch Simon Schindlmayr. Der will zum zweiten Mal als Direktkandidat der CSU in den Bezirkstag einziehen, dort also, wo von einem 1,9 Milliarden-Haushalt rund 95 Prozent für den sozialen Bereich ausgegeben werden. „Der Bezirk ist gut, weil er Gutes tut“, so Schindlmayrs Credo, der mit 107 Stimmen gewählt wurde. Drei Delegierte hatten gegen ihn gestimmt, neun Stimmzettel waren ungültig.

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